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Meer

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Meer
Worttrennung
Meer
Artikel
das
Geschlecht
Neutrum
Genitiv
des Meeres / des Meers
Plural
die Meere

Gebrauch: Einsilbig, am Zeilenende nicht trennbar. Dativ Plural: den Meeren. Bildlich auch eine große Fülle; Meer und mehr unterscheiden sich in Bedeutung und Schreibung.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Das Meer ist die große Salzwasserfläche, die die Landmassen der Erde umgibt. Ein Meer kann auch ein abgegrenzter Teil davon sein. Bildlich bezeichnet das Wort eine große, kaum überschaubare Menge, etwa in ein Meer von Lichtern.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Eine Wasserfläche

In „Das Boot fährt aufs Meer hinaus“ bezeichnet Meer das Gewässer. Das Wasser ist salzig; wie ruhig, tief oder warm es an einer bestimmten Stelle ist, sagt das Nomen nicht.

Ein Name ist nicht immer eine genaue Beschreibung der Gewässerart. In manchen geografischen Namen heißt auch ein Binnensee Meer. Deshalb sollte man beispielsweise bei einer Ortsbeschreibung den Namen erhalten und die Art des Gewässers gesondert nennen.

„Hinter der Hafeneinfahrt lag das offene Meer.“

Hier ist das Salzwassergewässer gemeint. Über Tiefe, Temperatur und Wetter enthält der Satz noch keine Aussage.

Bedeutung 2: Eine große Fülle

In „Über dem Platz lag ein Meer von bunten Schirmen“ wird die ausgedehnte Wasserfläche zum Bild für eine große Menge. Es stehen keine Schirme im Wasser; die vielen Schirme prägen gemeinsam den Anblick.

Diese Metapher macht einen Eindruck anschaulich, liefert aber keine genaue Zahl. Für einen sachlichen Mengenvergleich wären Zählungen oder konkrete Größen geeigneter.

„Vom Turm aus wirkte das Fest wie ein Meer bunter Schirme.“

Die Vielzahl wird bildlich zu einer Fläche zusammengefasst. Der Satz liefert keine genaue Zählung.

Bedeutung 3: Ein Name auf dem Mond

Mondmeere sind dunkle, überwiegend ebene Bereiche der Mondoberfläche. Es handelt sich um erstarrtes vulkanisches Gestein, nicht um heutige Meere aus Wasser.

Der Ausdruck „Meer der Ruhe“ ist daher als astronomischer Name zu verstehen. Die vertraute Wortbedeutung allein reicht hier nicht aus, um sich die benannte Landschaft richtig vorzustellen.

„Auf der Mondkarte markierte sie das Meer der Ruhe.“

Der astronomische Name bezeichnet eine Fläche auf dem Mond, kein dortiges Wassermeer. Der Kartenbezug macht diese Lesart deutlich.

Meer: Synonyme und andere Wörter

Beim Gewässer

die See · Ozean

Die See kann das Meer bezeichnen; der See ist dagegen ein anderes Wort für ein Binnengewässer. Ozean bezeichnet insbesondere einen der großen zusammenhängenden Meeresräume und passt nicht zu jeder benannten Meeresregion.

„Das Schiff fährt hinaus aufs Meer.“ → „Das Schiff fährt hinaus auf die See.“ Der Gewässerbezug bleibt erhalten. Die Form „auf den See“ würde einen anderen Ort beschreiben.

Bei vielen Dingen

Fülle · große Menge · unzählige

Fülle oder große Menge erklärt die Aussage sachlicher. Unzählige eignet sich als Umformulierung, braucht aber einen anderen Satzbau und ist oft ebenfalls eine Übertreibung.

„Ein Meer von Lampions leuchtet im Garten.“ → „Unzählige Lampions leuchten im Garten.“ Der erste Satz bündelt den Anblick zu einem Bild, der zweite hebt die Vielzahl einzelner Lampions hervor.

Beispiele und Verwendung

„Vom Deich aus sieht Mila das Meer, aber keinen Strand.“

Meer bezeichnet das Gewässer. Ein Strand kann daran liegen, gehört aber nicht zur Bedeutung des Wortes.

„Auf dem alten Foto ist ein Meer aus Hüten zu erkennen; einzelne Gesichter verschwinden darin.“

Die übertragene Bedeutung beschreibt den Gesamteindruck der Menschenmenge. Sie behauptet keine bestimmte Besucherzahl.

„Auf der Mondkarte sucht Jan das Meer der Ruhe und erfährt, dass dort kein Wassermeer liegt.“

Das Beispiel zeigt, warum Namen manchmal zusätzlich erklärt werden müssen.

Grammatik und Beugung

Das Nomen ist sächlich: das Meer. Die Genitivformen des Meeres und des Meers sind möglich. Der Plural lautet die Meere, im Dativ den Meeren.

Im heutigen Dativ Singular steht gewöhnlich dem Meer. Die ältere Form dem Meere begegnet in literarischen oder älteren Texten; sie ist von der Pluralform die Meere zu unterscheiden.

Meer ist einsilbig und hat keine Trennstelle am Zeilenende. Das doppelte e gehört zum Wort. Mehr klingt gleich, drückt aber eine größere Menge oder einen höheren Grad aus: Wir möchten mehr Zeit am Meer verbringen.

Bei ein Meer von Lichtern steht das Nomen Meer im Singular: Ein Meer von Lichtern leuchtet. Wenn die einzelnen Lichter das Subjekt sind, steht das Verb im Plural: Die Lichter leuchten.

Meer: heutige Beugung
FallSingularPlural
Nominativdas Meerdie Meere
Genitivdes Meeres / des Meersder Meere
Dativdem Meerden Meeren
Akkusativdas Meerdie Meere

Redewendungen und feste Verbindungen

Ein Meer von etwas

Die feste bildliche Verbindung stellt eine große Menge als ausgedehnte Fläche dar. Möglich sind ein Genitiv oder eine Ergänzung mit von: ein Meer bunter Schirme, ein Meer von Schirmen.

„Nach dem Konzert sahen wir ein Meer von kleinen Lichtpunkten.“ Die Formulierung eignet sich für eine anschauliche Schilderung. Sie ersetzt keine genaue Angabe zur Anzahl der Lichter.