Nacht
Form & Grammatik
- Stichwort
- Nacht
- Worttrennung
- Nacht
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Nacht
- Plural
- die Nächte
Gebrauch: Einsilbiges feminines Substantiv. Plural mit Umlaut: Nächte, im Dativ Nächten. Die festen Zeitangaben eines Nachts und des Nachts weichen von der gewöhnlichen Genitivform der Nacht ab.
Definition · kurz erklärt
Die Nacht ist der Zeitraum zwischen Abend und Morgen, in dem es gewöhnlich dunkel ist. Das Wort bezeichnet eine Zeitspanne. Ob eine Szene ruhig, bedrohlich oder belebt wirkt, muss ihre Beschreibung zusätzlich zeigen.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Die Zeit zwischen Abend und Morgen
Im Alltag grenzt Nacht die dunkle Tagesphase gegen den Tag ab. Anfang und Ende werden dabei nicht immer auf eine bestimmte Minute festgelegt. In einer Verabredung ist eine Uhrzeit genauer als die Angabe in der Nacht.
Auch eine hell beleuchtete Straße kann nachts belebt sein. Nacht und Dunkelheit sind deshalb keine in jedem Satz austauschbaren Wörter: Die erste Bezeichnung nennt einen Zeitraum, die zweite eine Lichtverhältnisse betreffende Eigenschaft der Umgebung.
„In der Nacht blieb die Bahnhofshalle hell erleuchtet.“
Die Zeitangabe und die Beleuchtung widersprechen sich nicht. Der Satz sagt noch nichts darüber, ob die Halle ruhig oder voller Menschen war.
Synonyme: andere Wörter für Nacht
Den Zeitraum benennen
Nachtzeit · nächtliche Stunden
Nachtzeit ist eine zusammenfassende Zeitbezeichnung. Nächtliche Stunden lenkt den Blick auf einen Abschnitt oder die Dauer. Abend bezeichnet gewöhnlich einen früheren Zeitraum und ist kein beliebiger Ersatz.
„Der Zug fährt während der Nacht.“ → „Der Zug fährt in den nächtlichen Stunden.“ Beide Angaben ordnen die Fahrt zeitlich ein; keine nennt eine feste Abfahrtszeit.
Zeit und Licht unterscheiden
Dunkelheit · Finsternis · Dunkel
Diese Wörter beschreiben fehlendes Licht. Dunkelheit kann auch tagsüber in einem fensterlosen Raum herrschen. Nacht lässt sich nur dann so umschreiben, wenn die Lichtverhältnisse im jeweiligen Satz entscheidend sind.
„Sie ging in die Nacht hinaus.“ → „Sie ging in die Dunkelheit hinaus.“ Die zweite Fassung hebt das fehlende Licht hervor. Für sich allein legt sie keine bestimmte Tageszeit fest.
Beispiele und Verwendung
Heute Nacht genauer einordnen
„Heute Nacht habe ich schlecht geschlafen; heute Nacht werde ich früher zu Bett gehen.“
Der erste Teil meint die vergangene, der zweite die bevorstehende Nacht. Die Verbformen und der Zusammenhang klären den Bezug. Ein genaues Datum vermeidet die Mehrdeutigkeit in einer Terminankündigung.
Eine Szene beschreiben
„Die Nacht war laut: Vor dem Bahnhof hupten Autos, und aus einem offenen Fenster klang Musik.“
Die konkreten Geräusche tragen die Beschreibung. Die Zeitangabe allein würde weder Ruhe noch Lärm ausdrücken.
Das Adjektiv nächtlich beschreibt etwas, das zur Nacht gehört oder in ihr stattfindet. Eine nächtliche Fahrt kann einmalig sein. Nacht für Nacht drückt dagegen eine Wiederholung in jeder Nacht des gemeinten Zeitraums aus.
Grammatik und Beugung
Es heißt die Nacht, Genitiv der Nacht. Im Plural stehen die Nächte, im Dativ den Nächten. Der Umlaut gehört zur Pluralbildung; hinzu kommen die jeweiligen Endungen.
Nacht ist einsilbig und wird am Zeilenende nicht innerhalb des Wortes getrennt. Als Substantiv bleibt es großgeschrieben: heute Nacht, in der Nacht. Das Adverb nachts wird kleingeschrieben.
Die festen adverbialen Verbindungen eines Nachts und des Nachts sind gebräuchlich, obwohl die normale Genitivform der Nacht lautet. Aus dieser Besonderheit wird Nacht kein maskulines Substantiv.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Nacht | die Nächte |
| Genitiv | der Nacht | der Nächte |
| Dativ | der Nacht | den Nächten |
| Akkusativ | die Nacht | die Nächte |
Redewendungen und feste Verbindungen
Die Nacht zum Tage machen
Die Wendung bedeutet, nachts wach und tätig zu bleiben, etwa zu arbeiten oder zu feiern. „Vor der Aufführung machte die Gruppe die Nacht zum Tage und nähte noch an den Kostümen.“ Die anschließende Handlung erklärt, womit die Nacht verbracht wird.
Die Verbindung behauptet keine tatsächliche Veränderung der Tageszeit. Sie beschreibt den Umgang mit der Nacht.
Bei Nacht und Nebel
Die Wendung bezeichnet ein heimliches Vorgehen. „Bei Nacht und Nebel wurde die alte Ankündigung ausgetauscht, ohne dass jemand informiert worden war.“ Entscheidend ist hier die Heimlichkeit, nicht ein Wetterbericht.
In einer wörtlichen Reisebeschreibung können Nacht und Nebel dagegen tatsächlich die Sichtverhältnisse benennen. Der Zusammenhang entscheidet, ob die feste Wendung gemeint ist.
