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Renommisterei

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Renommisterei
Worttrennung
Re·nom·mis·te·rei
Artikel
die
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Renommisterei
Plural
die Renommistereien

Bildungssprachlich und abwertend.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Renommisterei ist eine bildungssprachliche, abwertende Bezeichnung für Prahlerei. Gemeint ist ein Auftreten, bei dem jemand die eigenen Vorzüge, Leistungen oder Beziehungen übertrieben zur Schau stellt.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Prahlendes Auftreten kritisieren

Wer ein Verhalten als Renommisterei bezeichnet, hält es für angeberisch. Das Wort enthält somit bereits eine kritische Bewertung. Ob die genannten Leistungen tatsächlich vorhanden sind, ist eine andere Frage: Auch mit wahren Erfolgen kann jemand aufdringlich prahlen.

Der Erzähler nennt die endlosen Hinweise auf teure Bekanntschaften bloße Renommisterei.

Das Wort zeigt die kritische Sicht des Erzählers. Es beweist nicht für sich allein, dass die Bekanntschaften erfunden sind.

Synonyme: andere Wörter für Renommisterei

Prahlerei oder sachliche Selbstauskunft?

Prahlerei · Angeberei · Protzerei · Selbstbeweihräucherung

Prahlerei ist eine allgemein verständliche Erklärung. Angeberei klingt alltagssprachlicher, Protzerei hebt häufig ein aufdringliches Zurschaustellen von Besitz hervor. Eine sachliche Angabe der eigenen Qualifikation ist dagegen nicht automatisch Renommisterei.

„Sie nennt die Erfahrung, die für die Aufgabe nötig ist“ beschreibt eine Auskunft. „Sie erwähnt ungefragt immer wieder ihre berühmten Kontakte“ kann ein angeberisches Auftreten begründen.

Beispiele und Verwendung

Eine Charakterisierung absichern

Die Figur zählt bei jeder Begegnung ihre Auszeichnungen auf; der Text stellt diese Renommisterei ironisch dar.

Das wiederholte Verhalten und die Darstellungsweise stützen die Bewertung. Eine einzelne beiläufige Mitteilung würde noch nicht dasselbe Muster belegen.

Den Sprecher kenntlich machen

Sein Gegenüber hält die Erzählung für Renommisterei, während der Erzähler sich mit einem Urteil zurückhält.

Die Wertung wird einer Person zugeordnet. Dadurch werden Figurenperspektive und erzählerische Aussage nicht vermischt.

Grammatik und Beugung

Das feminine Nomen lautet die Renommisterei, Genitiv der Renommisterei, Plural die Renommistereien. Die Worttrennung lautet Re·nom·mis·te·rei.

Die Einzahl kann das Verhalten insgesamt meinen. Die Mehrzahl kann verschiedene prahlerische Äußerungen oder Auftritte zusammenfassen. In beiden Fällen bleibt die abwertende Färbung erhalten.

Nicht verwechseln: Ein gutes Renommee ist ein guter Ruf bei anderen. Renommisterei bezeichnet dagegen ein vom Sprecher als prahlerisch bewertetes Auftreten. Jemand kann angesehen sein, ohne zu prahlen, und prahlen, ohne besonders angesehen zu sein.

Renommisterei: Fälle und Formen
FallSingularPlural
Nominativdie Renommistereidie Renommistereien
Genitivder Renommistereider Renommistereien
Dativder Renommistereiden Renommistereien
Akkusativdie Renommistereidie Renommistereien