Reue
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Reue
- Worttrennung
- Reue
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Reue
- Plural
- kein gebräuchlicher Plural
Abstraktes Nomen ohne gebräuchliche Mehrzahl.
Definition · kurz erklärt
Reue ist tiefes Bedauern über eigenes Verhalten, das man im Nachhinein als falsch oder unrecht empfindet. Im Mittelpunkt steht die Bewertung des eigenen Tuns. Enttäuschung über einen bloßen Nachteil ist deshalb nicht automatisch Reue.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Das eigene Verhalten bereuen
Reue bezieht sich darauf, dass jemand einen eigenen Fehler oder eine eigene Verfehlung erkennt und bedauert. Das Gefühl kann mit dem Wunsch verbunden sein, etwas wiedergutzumachen. Die Bezeichnung allein beweist aber noch nicht, dass sich das künftige Verhalten tatsächlich ändert.
Die Figur empfindet Reue, weil sie das Vertrauen ihrer Freundin missbraucht hat.
Der eigene Vertrauensbruch wird als falsch erkannt. Es geht nicht nur darum, dass die Täuschung entdeckt wurde.
Synonyme: andere Wörter für Reue
Bedauern, Gewissensbisse oder Enttäuschung?
Bedauern · Gewissensbisse · Schuldbewusstsein
Bedauern ist weiter gefasst und kann auch ein fremdes Unglück betreffen. Gewissensbisse und Schuldbewusstsein stehen dem inneren Konflikt der Reue näher. Enttäuschung kann dagegen allein daraus entstehen, dass ein eigener Plan nicht gelingt.
„Sie bedauert die schlechte Nachricht“ bedeutet nicht zwingend eigene Schuld. „Sie empfindet Reue über ihre Lüge“ bezieht sich ausdrücklich auf eigenes Verhalten.
Beispiele und Verwendung
Eine Figurenentwicklung zeigen
Er entschuldigt sich nicht nur, sondern spricht offen über den Schaden, den seine Lüge angerichtet hat. Darin wird seine Reue sichtbar.
Worte und Verhalten stützen die Deutung. Ob die Entschuldigung aufrichtig ist, sollte an weiteren Textstellen geprüft werden.
Angst vor Folgen unterscheiden
Die Figur fürchtet die Strafe, zeigt aber kein Bedauern über die verletzte Person. Reue ist damit noch nicht belegt.
Die Angst vor eigenen Nachteilen und das Bedauern über eine Tat können zusammentreffen. Sie sind trotzdem verschiedene innere Beweggründe.
Grammatik und Beugung
Das feminine Nomen lautet die Reue, Genitiv der Reue. Es wird ohne gebräuchlichen Plural verwendet. Die Schreibung Reue bleibt am Zeilenende ungetrennt; ein einzelnes abschließendes e wird nicht abgetrennt.
Häufig sind Reue über etwas empfinden, Reue zeigen und etwas ohne Reue tun. Nach über steht bei dieser Gefühlsangabe der Akkusativ: über den Vertrauensbruch. Das Adjektiv reumütig beschreibt eine entsprechende Haltung.
| Fall | Singular |
|---|---|
| Nominativ | die Reue |
| Genitiv | der Reue |
| Dativ | der Reue |
| Akkusativ | die Reue |
