Veranlassung
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Veranlassung
- Worttrennung
- Ver·an·las·sung
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Veranlassung
- Plural
- die Veranlassungen
Gebrauch: Feste Verbindungen im Singular; Plural für einzeln betrachtete Anlässe oder Vorgänge.
Definition · kurz erklärt
Veranlassung kann den Anlass für etwas meinen. Es kann außerdem ausdrücken, dass eine Person oder Stelle ein Handeln in Gang setzt. Das Wort wirkt häufig förmlich.
Bedeutungen
Eine Handlung anstoßen oder beauftragen
Wer etwas veranlasst, sorgt dafür, dass es unternommen wird. In der Verbindung auf Veranlassung wird genannt, von wem der Anstoß oder die Beauftragung ausging. Die Person muss die Handlung nicht selbst ausführen.
„Auf Veranlassung der Schulleitung wurde der beschädigte Zaun überprüft.“
Die Schulleitung gab den Anstoß. Wer den Zaun tatsächlich untersucht hat, bleibt in diesem Satz offen.
Ein Grund zum Handeln
Veranlassung kann auch einen Umstand bezeichnen, der ein bestimmtes Verhalten begründet oder nahelegt. Besonders geläufig ist die Formulierung keine Veranlassung sehen.
„Nach der erneuten Kontrolle sah das Team keine Veranlassung, den Termin zu verschieben.“
Aus Sicht des Teams gab es keinen ausreichenden Anlass für eine Verschiebung. Damit ist nicht jede denkbare Schwierigkeit ausgeschlossen.
Synonyme: andere Wörter für Veranlassung
Den Anlass einer Handlung nennen
Anlass ist oft weniger förmlich. Grund ist weiter gefasst und kann auch einen tiefer liegenden Zusammenhang erklären. Beweggrund richtet den Blick auf das Motiv einer Person.
„Ich sehe keine Veranlassung für eine Änderung.“ → „Ich sehe keinen Anlass für eine Änderung.“
Die Aussage bleibt hier sehr ähnlich. Mit Beweggrund würde dagegen eher gefragt, weshalb eine Person handeln möchte.
Den Ausgangspunkt eines Auftrags hervorheben
Beauftragung · Anstoß · Initiative
Beauftragung betont den erteilten Auftrag. Initiative kann auch ein selbst begonnenes Handeln meinen. Veranlassung beschreibt vor allem, wer etwas in Gang setzte.
„Die Messung erfolgte auf Veranlassung der Werkstattleitung.“ → „Die Werkstattleitung gab die Messung in Auftrag.“
Die zweite Fassung nennt die handelnde Stelle direkt. Sie ist leichter zu lesen, wenn genau eine Beauftragung gemeint ist.
Beispiele und Verwendung
Eine förmliche Wendung einfacher schreiben
„Auf ihre Veranlassung hin wurde ein zweites Angebot eingeholt.“
Einfacher kann es heißen: Sie veranlasste, dass ein zweites Angebot eingeholt wurde. Das zusätzliche hin ist möglich, aber nicht für jede Aussage nötig.
Die handelnde Stelle erkennbar lassen
„Die erneute Untersuchung ging auf die Veranlassung des Projektteams zurück.“
Die Formulierung ordnet den Anstoß zu. Über Ergebnis, Kosten oder eine rechtliche Verpflichtung zur Untersuchung sagt sie für sich nichts.
Grammatik und Beugung
Es heißt die Veranlassung, der Veranlassung und im Plural die Veranlassungen. In festen Verbindungen wie auf Veranlassung und keine Veranlassung sehen steht der Singular. Der ebenfalls belegte Plural Veranlassungen kann einzeln betrachtete Anlässe oder veranlassende Vorgänge zusammenfassen.
Bei auf Veranlassung des Teams bezeichnet der Genitiv die veranlassende Stelle. Bei keine Veranlassung zu einer Beschwerde folgt auf zu der Dativ.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Veranlassung | die Veranlassungen |
| Genitiv | der Veranlassung | der Veranlassungen |
| Dativ | der Veranlassung | den Veranlassungen |
| Akkusativ | die Veranlassung | die Veranlassungen |
Schreibweise und Worttrennung
Das Substantiv wird großgeschrieben: Veranlassung. Die Worttrennung lautet Ver·an·las·sung.
Redewendungen und feste Verbindungen
Keine Veranlassung sehen
Keinen hinreichenden Anlass für ein bestimmtes Handeln erkennen.
„Ich sehe keine Veranlassung, den vollständig lesbaren Aushang auszutauschen.“
Die Wendung kennzeichnet eine Einschätzung. Sie kann bestimmt oder distanziert klingen und bedeutet nicht, dass ein Austausch unmöglich wäre.
