Verlust
Form & Grammatik
Substantiv- Stichwort
- Verlust
- Worttrennung
- Ver·lust
- Artikel
- der
- Geschlecht
- Maskulinum
- Genitiv
- des Verlusts / des Verlustes
- Plural
- die Verluste
Definition · kurz erklärt
Ein Verlust liegt vor, wenn etwas verloren geht, wegfällt oder nicht mehr verfügbar ist. Das Wort kann auch das verlorene Gut oder den schmerzlichen Tod eines Menschen meinen. Wirtschaftlich bezeichnet es außerdem ein negatives Ergebnis, im Gegensatz zu einem Gewinn.
Bedeutungen
1 Etwas geht verloren oder fällt weg
Ein Verlust kann einen Gegenstand, eine Möglichkeit oder eine Eigenschaft betreffen. Auch die entstandene Einbuße wird so bezeichnet. Die Ursache ist damit noch nicht genannt.
„Der Verlust der Zugangskarte verzögert den Beginn.“
Die Karte ist nicht verfügbar. Der Satz sagt nicht, ob sie verlegt, gestohlen oder beschädigt wurde. Wer den Vorgang nicht kennt, sollte keine dieser Ursachen hinzuerfinden.
2 Ein Mensch fehlt durch seinen Tod
Beim Tod eines nahestehenden Menschen bezeichnet Verlust sein Fehlen und dessen Bedeutung für andere. Das Wort kann den schmerzlichen Einschnitt ansprechen, ohne eine für alle gleiche Reaktion festzulegen.
„Nach dem Verlust ihres Großvaters fehlt ihr besonders das gemeinsame Vorlesen.“
Das Beispiel nennt eine konkrete Beziehung und eine vermisste Erfahrung. Trauer ist die Reaktion auf einen Verlust, aber nicht mit dem Ereignis selbst gleichzusetzen.
3 Ein negatives wirtschaftliches Ergebnis
Ein Verlust kann ein finanzielles Minus bezeichnen. Ein gesunkener, aber weiterhin positiver Gewinn ist davon zu unterscheiden. Auch bei einem Verkauf unter dem eigenen Kaufpreis spricht man im passenden Zusammenhang von einem Verlust.
„Sie kaufte den Gegenstand für 100 Euro und verkaufte ihn später für 80 Euro: 20 Euro Verlust, ohne weitere Kosten einzurechnen.“
Das einfache Beispiel vergleicht zwei Beträge. Ein bloß geringerer erwarteter Erlös wäre nicht automatisch derselbe Sachverhalt. Für betriebliche Rechnungen muss die verwendete Ergebnisgröße genau angegeben werden.
Verlust: Synonyme nach Zusammenhang
Einbuße, Wegfall oder Abhandenkommen
Einbuße betont eine Minderung, Wegfall das Nichtmehrbestehen von etwas. Abhandenkommen passt besonders zu einem nicht mehr auffindbaren Gegenstand.
Die Wörter benennen verschiedene Seiten. Der Wegfall eines Termins muss nicht als persönlicher Verlust empfunden werden. Einbuße kann dagegen auch eine nur teilweise Minderung meinen.
„Der Verlust der Karte“ lässt sich durch „das Abhandenkommen der Karte“ umschreiben. Beim Tod eines Angehörigen wäre diese sachliche Ersetzung unangemessen.
Defizit als finanzieller Gegensatz zum Gewinn
Defizit kann im finanziellen Zusammenhang ein Minus bezeichnen. Der Gegensatz ist dort Gewinn.
Nicht jeder Verlust ist finanziell und nicht jede Abnahme ist ein Verlust im Sinn eines negativen Geschäftsergebnisses. Eine konkrete Bezugsgröße verhindert Missverständnisse.
„Der Gewinn sank von 100 auf 70 Euro.“ bedeutet eine Verringerung des Gewinns, aber noch keinen Verlust von 30 Euro im Sinn eines negativen Gesamtergebnisses.
Beispiele und Verwendung
Den Gegenstand nennen
„Wir bedauern den Verlust.“
„Wir bedauern den Verlust der einzigen erhaltenen Aufnahme.“
Die Ergänzung macht klar, worauf sich das Bedauern richtet. Ohne Kontext könnte auch ein Todesfall oder eine andere Einbuße gemeint sein.
Eine literarische Wirkung erklären
„Der Verlust des vertrauten Ortes erklärt, warum die Figur an den alten Gegenständen festhält.“
Die Deutung verbindet ein Ereignis mit einem Verhalten. Sie sollte am Text gestützt werden und lässt offen, welche weiteren Gründe die Figur haben könnte.
Grammatik und Beugung
Der Verlust ist maskulin. Im Genitiv heißt es des Verlusts oder des Verlustes. Der Plural lautet die Verluste, im Dativ den Verlusten.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | der Verlust | die Verluste |
| Genitiv | des Verlusts | der Verluste |
| Dativ | dem Verlust | den Verlusten |
| Akkusativ | den Verlust | die Verluste |
Die Worttrennung lautet Ver·lust. Bei der Verlust der Karte benennt der Genitiv das Verlorene. Bei ein Verlust von zwanzig Euro wird das Ausmaß angegeben.
