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Waschweib

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Waschweib
Worttrennung
Wasch·weib
Artikel
das
Geschlecht
Neutrum
Genitiv
des Waschweibs / des Waschweibes
Plural
die Waschweiber

Gebrauch: Wörtlich veraltet, teils abschätzig; übertragen ein abwertendes Schimpfwort.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Waschweib hat eine ältere wörtliche und eine beleidigende übertragene Bedeutung: eine Frau beim beruflichen Wäschewaschen oder einen Menschen, dem Tratschen vorgeworfen wird. Es heißt das Waschweib; die Bezeichnung ist heute nicht neutral.

Bedeutungen

Eine ältere Berufsbezeichnung

In älteren Texten kann Waschweib eine Frau heißen, die Wäsche reinigt, häufig für andere Menschen. Die Bezeichnung ist veraltet und kann bereits dort einen verächtlichen Unterton haben. Für eine heutige sachliche Beschreibung ist Wäscherin meist passender.

„Die historische Erzählung zeigt Waschweiber, die am Fluss Wäsche reinigen.“

Hier ist die frühere Tätigkeit gemeint. Die Nennung sollte nicht ohne Textbeleg als Beweis dafür gelesen werden, dass die Frauen zugleich Gerüchte verbreiten.

Jemandem Tratschen vorwerfen

Übertragen wird Waschweib als Schimpfwort für einen Menschen gebraucht, der angeblich geschwätzig ist oder Vertrauliches weitererzählt. Die Beschimpfung kann auch gegen einen Mann gerichtet sein. Sie bewertet ein Verhalten und ist keine Berufsangabe. Das Verb tratschen benennt das Reden über persönliche Angelegenheiten anderer und kann ebenfalls abwertend klingen.

„Nachdem das Geheimnis bekannt geworden war, beschimpfte die Figur ihren Kollegen als Waschweib.“

Die Formulierung zeigt den Vorwurf der Figur. Ob der Kollege tatsächlich die Information verbreitet hat, ist damit noch nicht bewiesen.

Synonyme: andere Wörter für Waschweib

Bei der wörtlichen Tätigkeit

Wäscherin · Waschfrau

Diese Bezeichnungen passen zur Tätigkeit des Wäschewaschens. In einer historischen Darstellung können sie die alte Berufsbezeichnung erklären, ohne deren möglichen verächtlichen Ton zu übernehmen.

„Das Waschweib reinigt die Wäsche des Gasthauses.“ → „Die Wäscherin reinigt die Wäsche des Gasthauses.“

Der zweite Satz benennt die Tätigkeit sachlicher. In einem wörtlichen Zitat bleibt die ursprüngliche Wortwahl als Teil des Textes erhalten.

Beim Vorwurf des Weitererzählens

Tratschtante · Klatschmaul · geschwätziger Mensch

Auch Tratschtante und Klatschmaul sind abwertend. Eine sachliche Umschreibung kann genauer benennen, was beanstandet wird: etwa vertrauliche Informationen weitergeben.

„Er ist ein Waschweib.“ → „Sie wirft ihm vor, vertrauliche Nachrichten weiterzuerzählen.“

Die Umschreibung zeigt sowohl den konkreten Vorwurf als auch die urteilende Person. Sie macht die Beschimpfung nicht zur feststehenden Tatsache.

Beispiele und Verwendung

Die historische Lesart prüfen

„Das Waschweib trägt einen Korb voller nasser Wäsche über den Hof.“

Korb und Wäsche stützen die wörtliche Lesart. Ohne zusätzliche Hinweise wäre die Deutung als geschwätziger Mensch hier voreilig.

Eine Beschimpfung kenntlich machen

„In seiner Wut nennt er sie ein Waschweib; die Erzählerin bestätigt diesen Vorwurf nicht.“

Figurenrede und Erzählerperspektive bleiben getrennt. Für eine eigene neutrale Personenbeschreibung ist eine konkrete Handlung aussagekräftiger als das Schimpfwort.

Grammatik und Beugung

Das grammatische Geschlecht ist Neutrum: das Waschweib. Das sagt nichts über das natürliche Geschlecht der bezeichneten Person aus. Die Genitive lauten des Waschweibs oder des Waschweibes, der Plural die Waschweiber, der Dativ Plural den Waschweibern.

Waschweib: Fälle und Formen
FallSingularPlural
Nominativdas Waschweibdie Waschweiber
Genitivdes Waschweibs / des Waschweibesder Waschweiber
Dativdem Waschweibden Waschweibern
Akkusativdas Waschweibdie Waschweiber

Schreibweise und Worttrennung

Die Worttrennung lautet Wasch·weib. Die Zusammensetzung wird als ein Wort großgeschrieben. Die ältere Dativform dem Waschweibe ist neben dem Waschweib belegt; die Tabelle verwendet die kürzere Form.