ableben
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- ableben
- Worttrennung
- ab·le·ben
- Präsens
- sie lebt ab
- Präteritum
- sie lebte ab
- Partizip II
- abgelebt
- Hilfsverb
- sein in der Todesbedeutung; haben beim Durchleben eines Zeitraums und bei sich ableben
Ableben ist regelmäßig und trennbar. Es heißt lebt ab – lebte ab – abgelebt. In der Todesbedeutung lautet die übliche Perfektform ist abgelebt. Mit einem durchlebten Zeitraum als Objekt steht haben: hat diese Jahre abgelebt.
Ableben bedeutet in gehobener, heute selten gewordener Sprache sterben. Daneben kann das Verb heißen, einen Lebensabschnitt zu durchleben. Das großgeschriebene Nomen das Ableben bezeichnet den Tod und begegnet vor allem in förmlichen Mitteilungen.
Was bedeutet ableben?
In der Todesbedeutung benennt ableben denselben grundlegenden Vorgang wie sterben, klingt aber deutlich weniger alltäglich. Die Wortwahl kann feierlich, distanziert oder altertümlich wirken. Ob sie als angemessen empfunden wird, hängt vom Text und vom Verhältnis zu den angesprochenen Menschen ab.
Das Verb erklärt nicht, woran jemand stirbt, wie alt die Person ist oder ob ihr Tod erwartet wurde. Auch ein friedlicher Verlauf ist nicht automatisch eingeschlossen. Solche Angaben dürfen nicht aus dem gehobenen Klang des Wortes erschlossen werden.
In älteren oder bewusst altertümlich gestalteten Texten kann einen Zeitraum ableben bedeuten, ihn zu durchleben. Hier steht ein Akkusativobjekt, etwa die verbleibenden Jahre. Der Satz richtet den Blick auf den verbrachten Abschnitt, nicht nur auf den Todeszeitpunkt. Eine moderne Umschreibung mit verbringen ist oft leichter verständlich.
Ebenfalls veraltend ist die reflexive Verwendung sich ableben für das Aufzehren von Lebenskraft. Sie ist kein geläufiger neutraler Ausdruck für normale Müdigkeit. Beim Lesen eines älteren Textes hilft der Satzbau: Wird ein Zeitraum genannt, ist der Tod gemeint oder wird eine Erschöpfung im Verlauf des Lebens beschrieben?
Synonyme für ableben
| Alternative | Geeigneter Gebrauch | Unterschied |
|---|---|---|
| sterben | Der Todesbedeutung | Ist direkt und allgemein verständlich; nicht automatisch respektlos. |
| versterben | Einer respektvollen oder förmlichen Mitteilung | Wirkt meist weniger altertümlich als ableben. |
| verscheiden | Einem feierlichen oder literarischen Ton | Ist ebenfalls gehoben und kann bewusst ungewöhnlich wirken. |
| verbringen | Einem Lebensabschnitt | Passt zu Zeiträumen, nicht als Ersatz für das Sterben. |
Zwei eigene Satzpaare mit Erklärung
Eine förmliche Nachricht
Die folgende Situation ist erfunden.
Ausgangssatz: „Die ehemalige Vorsitzende ist im vergangenen Winter abgelebt.“
Alternative: „Die ehemalige Vorsitzende ist im vergangenen Winter verstorben.“
Der berichtete Sachverhalt bleibt gleich. Die zweite Fassung ist in heutigen Mitteilungen vertrauter. Weder die eine noch die andere nennt die Todesursache. Ein Zusatz wie friedlich wäre eine neue Information und dürfte nicht allein zur stilistischen Ausschmückung ergänzt werden.
Ein Zeitraum wird beschrieben
Auch dieses Beispiel ist eigens formuliert und kein historisches Zitat.
Ausgangssatz: „Er lebte die letzten Jahre in einem abgelegenen Küstenort ab.“
Alternative: „Er verbrachte die letzten Jahre in einem abgelegenen Küstenort.“
Die Alternative erhält den Ort und den Zeitraum, entfernt aber die altertümliche Färbung. „Er starb in einem Küstenort“ wäre enger: Es würde nur den Todesort nennen und nicht behaupten, dass er dort mehrere Jahre gelebt hat.
Hat oder ist abgelebt?
Ableben ist regelmäßig und trennbar. Es heißt lebt ab – lebte ab – abgelebt. In der Todesbedeutung lautet die übliche Perfektform ist abgelebt. Mit einem durchlebten Zeitraum als Objekt steht haben: hat diese Jahre abgelebt.
Ableben ist regelmäßig und trennbar. Es heißt lebt ab – lebte ab – abgelebt. In der Todesbedeutung lautet die übliche Perfektform ist abgelebt. Mit einem durchlebten Zeitraum als Objekt steht haben: hat diese Jahre abgelebt.
Konjugation von ablebenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | lebe ab | lebte ab | lebe ab | lebte ab |
| du | lebst ab | lebtest ab | lebest ab | lebtest ab |
| er/sie/es | lebt ab | lebte ab | lebe ab | lebte ab |
| wir | leben ab | lebten ab | leben ab | lebten ab |
| ihr | lebt ab | lebtet ab | lebet ab | lebtet ab |
| sie/Sie | leben ab | lebten ab | leben ab | lebten ab |
| Form | Beispiel |
|---|---|
| Präsens | sie lebt ab |
| Präteritum | sie lebte ab |
| Perfekt: sterben | sie ist abgelebt |
| Perfekt: einen Zeitraum durchleben | sie hat die Jahre dort abgelebt |
| Infinitiv mit zu | abzuleben |
Klar und dem Anlass angemessen schreiben
Ein gehobenes Wort macht eine Nachricht nicht automatisch einfühlsamer. In einer persönlichen Mitteilung können gestorben oder verstorben klarer und näher wirken. In einer literarischen Analyse lässt sich dagegen gerade die Distanz des Wortes untersuchen. Weitere Formen und Bedeutungsunterschiede stehen im Verben-Wörterbuch.
