absterben
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- absterben
- Worttrennung
- ab·ster·ben
- Präsens
- der Trieb stirbt ab · die Triebe sterben ab
- Präteritum
- der Trieb starb ab
- Partizip II
- abgestorben
- Perfekt
- der Trieb ist abgestorben
- Hilfsverb
- sein
Absterben ist stark, trennbar und intransitiv. Es hat in den beschriebenen Verwendungen kein Akkusativobjekt. Das betroffene Lebewesen, der Teil oder der Motor ist das Subjekt. Das Perfekt wird mit sein gebildet.
Absterben bedeutet, dass etwas Lebendes seine Lebensfähigkeit verliert. Das Wort wird besonders für Pflanzen, Pflanzenteile und Zellen verwendet. Umgangssprachlich kann auch ein Motor absterben: Er geht unbeabsichtigt aus.
Lebensvorgang, Gefühllosigkeit oder Motorstillstand?
Wenn ein Zweig abstirbt, lebt dieser Teil der Pflanze nicht mehr weiter. Daraus folgt nicht automatisch, dass die gesamte Pflanze tot ist. Eine genaue Beschreibung unterscheidet deshalb zwischen einem einzelnen Trieb, mehreren Wurzeln und der ganzen Pflanze. Das Verb allein erklärt außerdem nicht, wodurch die Veränderung ausgelöst wurde.
Auch Zellen oder Gewebe können absterben. Das ist eine sachliche biologische Verwendung. Im Alltag kann die Formulierung Mir sterben die Finger ab dagegen einen unangenehmen Verlust des Gefühls ausdrücken, etwa bei Kälte. Eine solche Äußerung ist keine genaue Beschreibung eines medizinischen Befunds. Aus der Wortwahl lässt sich nicht entscheiden, was tatsächlich im Körper geschieht.
Bei Menschen ist für den Tod der ganzen Person gewöhnlich sterben üblich. Absterben richtet den Blick häufiger auf einzelne lebende Teile oder einen biologischen Vorgang. Die Wörter sollten deshalb nicht allein wegen ihres gemeinsamen Stammes überall gegeneinander ausgetauscht werden. In einer persönlichen Mitteilung über einen Todesfall wäre die technische Wirkung von absterben meist unpassend.
Ein Motor stirbt ab, wenn er ohne beabsichtigtes Abschalten ausgeht. Das ist bildhaft und umgangssprachlich. Der Satz behauptet keinen endgültigen Defekt: Ein abgestorbener Motor kann möglicherweise wieder gestartet werden. Die Ursache des Stillstands muss bei Bedarf eigens beschrieben werden.
Passende Alternativen
| Alternative | Passender Zusammenhang | Grenze |
|---|---|---|
| sterben | Ein Lebewesen verliert sein Leben. | Ist bei Menschen die gewöhnliche Bezeichnung, bei Teilen weniger genau eingegrenzt. |
| eingehen | Eine Pflanze lebt nicht weiter. | Bezieht sich oft auf die ganze Pflanze und klingt alltäglicher. |
| gefühllos werden | Eine körperliche Empfindung wird beschrieben. | Behauptet keinen Tod von Gewebe. |
| ausgehen | Ein Motor hört auf zu laufen. | Ist allgemeiner und nennt allein noch keine Absicht oder Ursache. |
Zwei eigene Satzpaare mit Erklärung
Den betroffenen Teil nennen
Ausgangssatz: „Im Beobachtungsprotokoll steht, dass zwei junge Triebe der Topfpflanze abgestorben sind.“
Alternative: „Im Beobachtungsprotokoll steht, dass zwei junge Triebe der Topfpflanze nicht mehr leben.“
Die Umschreibung erklärt den gemeinten Zustand. „Die Topfpflanze ist eingegangen“ wäre keine genaue Alternative: Sie würde die Aussage auf die ganze Pflanze ausdehnen. Auch eine Ursache, etwa falsche Pflege, ist durch keinen der beiden Sätze belegt.
Ein ungeplanter Stillstand
Ausgangssatz: „Während der Übung starb der Motor des kleinen Fahrzeugs unvermittelt ab.“
Alternative: „Während der Übung ging der Motor des kleinen Fahrzeugs unvermittelt aus.“
Beide beschreiben ein Ende des laufenden Betriebs. „Die Fahrerin stellte den Motor ab“ würde dagegen eine Handlung der Fahrerin nennen. Der Ausgangssatz lässt die Ursache offen; eine Bedienungshandlung darf deshalb nicht einfach hinzugefügt werden.
Stirbt ab, starb ab, ist abgestorben
Absterben ist stark, trennbar und intransitiv. Es hat in den beschriebenen Verwendungen kein Akkusativobjekt. Das betroffene Lebewesen, der Teil oder der Motor ist das Subjekt. Das Perfekt wird mit sein gebildet.
Absterben ist stark, trennbar und intransitiv. Es hat in den beschriebenen Verwendungen kein Akkusativobjekt. Das betroffene Lebewesen, der Teil oder der Motor ist das Subjekt. Das Perfekt wird mit sein gebildet.
Konjugation von absterbenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | sterbe ab | starb ab | sterbe ab | stürbe ab |
| du | stirbst ab | starbst ab | sterbest ab | stürbest ab / stürbst ab |
| er/sie/es | stirbt ab | starb ab | sterbe ab | stürbe ab |
| wir | sterben ab | starben ab | sterben ab | stürben ab |
| ihr | sterbt ab | starbt ab | sterbet ab | stürbet ab / stürbt ab |
| sie/Sie | sterben ab | starben ab | sterben ab | stürben ab |
| Form | Beispiel |
|---|---|
| Präsens | der Trieb stirbt ab · die Triebe sterben ab |
| Präteritum | der Trieb starb ab |
| Perfekt | der Trieb ist abgestorben |
| Infinitiv mit zu | abzusterben |
| Nebensatz | weil der Motor abstirbt |
Die Wortform richtig bilden
Die Formen heißen absterben, abgestorben, abzusterben. Im Hauptsatz wird getrennt: Der Motor stirbt ab. Das substantivierte Verb schreibt man groß: das Absterben einzelner Triebe. Das Partizip kann vor einem Nomen stehen und wird dann gebeugt: ein abgestorbener Zweig, die abgestorbenen Zweige.
