ausplaudern
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- ausplaudern
- Worttrennung
- aus·plau·dern
- Präsens
- plaudert aus
- Präteritum
- plauderte aus
- Partizip II
- ausgeplaudert
- Hilfsverb
- haben
Ausplaudern ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Die mitgeteilte Information steht meist im Akkusativ: ein Geheimnis, eine Nachricht, den Plan ausplaudern. Das Perfekt wird mit haben gebildet.
Ausplaudern bedeutet, etwas weiterzuerzählen, das vertraulich bleiben sollte. Das Wort lässt häufig an unbedachtes oder beiläufiges Reden denken. Ob die Weitergabe versehentlich oder absichtlich geschieht, muss der Zusammenhang zeigen.
Wenn Vertrauliches weitererzählt wird
Wer ein Geheimnis ausplaudert, erzählt anderen davon, obwohl es nicht für sie bestimmt war. Das Verb ist deshalb genauer als erzählen. Es enthält die Vorstellung einer überschrittenen Grenze zwischen dem, was bekannt sein darf, und dem, was zurückgehalten werden sollte.
Das kann eine noch geplante Überraschung, eine private Angelegenheit oder eine vertrauliche Absprache betreffen. Die Folgen sind unterschiedlich: Ein verratener Geschenkwunsch ist nicht dasselbe wie die Weitergabe einer belastenden persönlichen Information. Das Verb allein sagt nichts über die Schwere des Vorfalls.
Ausplaudern klingt oft beiläufig oder unbedacht. Trotzdem darf daraus nicht automatisch ein Versehen gemacht werden. „Sie plauderte absichtlich alles aus“ ist möglich und benennt die Absicht ausdrücklich. Ebenso kann „versehentlich“ den ungewollten Charakter klären.
Regional gibt es außerdem sich ausplaudern im Sinn von ausgiebig miteinander plaudern oder sich aussprechen. Diese reflexive Verwendung muss kein Geheimnis betreffen. In einer überregionalen sachlichen Darstellung ist die Umschreibung ausführlich miteinander sprechen eindeutiger.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| verraten | ein Geheimnis ausplaudern | Nahe Alternative; klingt häufig stärker nach Vertrauensbruch. |
| weitererzählen | eine vertrauliche Nachricht ausplaudern | Neutraler; die Vertraulichkeit muss ausdrücklich erhalten bleiben. |
| preisgeben | persönliche Einzelheiten ausplaudern | Betont, dass etwas nicht länger geschützt oder verborgen bleibt. |
| sich verplappern | versehentlich etwas ausplaudern | Kennzeichnet das Versehen deutlicher, passt deshalb nicht bei absichtlicher Weitergabe. |
Eigene Beispiele: ein Versehen benennen
Ausgangssatz: Am Frühstückstisch plauderte Jona versehentlich die geplante Überraschung aus.
Alternative: Am Frühstückstisch verplapperte sich Jona und verriet die geplante Überraschung.
Beide eigenen Sätze legen ein Versehen fest. Ohne versehentlich wäre die Absicht im Ausgangssatz weniger eindeutig. „Jona informierte die Familie“ klänge neutral und würde den unerwünschten Verlust der Überraschung nicht wiedergeben.
Eigene Beispiele: neutraler, aber vollständig berichten
Ausgangssatz: Mila plauderte die vertrauliche Nachricht ihrer Freundin aus.
Alternative: Mila erzählte die vertrauliche Nachricht ihrer Freundin anderen weiter.
Die zweite Fassung nimmt den lockeren Ton zurück. Das Wort vertraulich muss bleiben, damit die überschrittene Grenze erkennbar ist. Aus der Handlung allein folgt noch nicht, dass Mila in allen Situationen unzuverlässig ist.
Plaudert aus, plauderte aus, hat ausgeplaudert
Ausplaudern ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Die mitgeteilte Information steht meist im Akkusativ: ein Geheimnis, eine Nachricht, den Plan ausplaudern. Das Perfekt wird mit haben gebildet.
Konjugation von ausplaudern
Ausplaudern ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Die mitgeteilte Information steht meist im Akkusativ: ein Geheimnis, eine Nachricht, den Plan ausplaudern. Das Perfekt wird mit haben gebildet.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | plaudere aus | plauderte aus | plaudere aus | plauderte aus |
| du | plauderst aus | plaudertest aus | plauderst aus | plaudertest aus |
| er/sie/es | plaudert aus | plauderte aus | plaudere aus | plauderte aus |
| wir | plaudern aus | plauderten aus | plaudern aus | plauderten aus |
| ihr | plaudert aus | plaudertet aus | plaudert aus | plaudertet aus |
| sie/Sie | plaudern aus | plauderten aus | plaudern aus | plauderten aus |
Im Nebensatz heißt es weil er den Plan ausplaudert. Der Infinitiv mit zu lautet auszuplaudern, das Partizip ausgeplaudert. Die regionale Gesprächslesart verlangt ein Reflexivpronomen: Wir haben uns ausgeplaudert.
Viel reden ist nicht gleich ausplaudern
Ein Mensch kann lebhaft erzählen und trotzdem verschwiegen mit privaten Informationen umgehen. Umgekehrt reicht ein einziger kurzer Satz, um ein Geheimnis auszuplaudern. Die Menge der gesprochenen Wörter und der Umgang mit Vertraulichem sind verschiedene Fragen.
Handlung und Charakterurteil trennen
In einer Charakterisierung sollte zuerst die konkrete Weitergabe beschrieben werden. Eine erfundene Figur nennt aus Unachtsamkeit den Ort einer Überraschungsfeier. Das stützt die Aussage, dass sie in diesem Moment unbedacht redet. Für eine dauerhafte Zuschreibung als indiskret wären weitere passende Beobachtungen oder ein eindeutiger Erzählerhinweis nötig. So bleibt die Deutung so groß wie ihre Grundlage.
Weitere Verben stehen im Verbenwörterbuch.
