Meine Wörter

aussprechen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
aussprechen
Worttrennung
aus·spre·chen
Präsens
spricht aus
Präteritum
sprach aus
Partizip II
ausgesprochen
Hilfsverb
haben

Formen und Verwendung im Detail

Aussprechen bedeutet, Wörter hörbar zu formen oder einen Gedanken ausdrücklich zu äußern. Sich aussprechen kann ein klärendes Gespräch meinen; sich für oder gegen etwas aussprechen bezeichnet eine Stellungnahme. Aussprechen lassen heißt, jemanden zu Ende reden zu lassen.

Lautbildung, Äußerung und Gespräch

Ein Wort auszusprechen bedeutet zunächst, es in Lauten wiederzugeben. Man kann es langsam, deutlich oder mit einem bestimmten Akzent aussprechen. Die Frage nach der Aussprache betrifft die Lautgestalt, nicht schon die Bedeutung des Wortes.

Bei Gedanken und Gefühlen meint aussprechen, dass etwas sprachlich nach außen gebracht wird. Ein Wunsch, ein Dank oder ein Einwand wird nicht nur gedacht, sondern formuliert. Eine ausdrückliche Äußerung kann helfen, Missverständnisse zu vermeiden; sie garantiert aber keine Zustimmung.

„Lass mich aussprechen“ betrifft das Ende eines Redebeitrags. Die sprechende Person bittet darum, nicht unterbrochen zu werden. Hier geht es weder um eine besonders korrekte Aussprache noch darum, ein Geheimnis zu verraten.

Reflexiv kann sich aussprechen heißen, offen über Belastendes zu reden oder einen Konflikt im Gespräch zu klären. Zwei Menschen können sich aussprechen und trotzdem in einer Sachfrage unterschiedlicher Meinung bleiben. Das Gespräch ist nicht automatisch eine vollständige Versöhnung.

Mit für oder gegen wird eine Haltung formuliert. Wer sich für einen Vorschlag ausspricht, unterstützt ihn; wer sich dagegen ausspricht, lehnt ihn ab. Das ist mehr als bloß darüber zu sprechen, aber noch nicht notwendig eine verbindliche Entscheidung über seine Umsetzung.

Synonyme: Welches Wort passt?

AlternativeGeeigneter ZusammenhangUnterschied
artikuliereneinen Laut aussprechenNahe bei der Lautbildung; auch übertragen für das Formulieren von Anliegen verwendbar.
äußerneinen Wunsch aussprechenBreite Alternative für das sprachliche Mitteilen.
zu Ende sprechenjemanden aussprechen lassenErklärt die zeitliche Bedeutung.
befürwortensich für einen Vorschlag aussprechenGleiche Unterstützungsrichtung bei anderem Satzbau.

Eigene Beispiele: eine Haltung äußern

Ausgangssatz: Die Klassensprecherin sprach sich für einen späteren Beginn aus.

Alternative: Die Klassensprecherin befürwortete einen späteren Beginn.

Beide eigenen Sätze nennen ihre Unterstützung. „Sie sprach über einen späteren Beginn“ ließe offen, ob sie dafür oder dagegen ist. „Sie beschloss den späteren Beginn“ würde eine Entscheidungsmacht hinzufügen.

Eigene Beispiele: einen Konflikt besprechen

Ausgangssatz: Nach dem Missverständnis sprachen sich die beiden Freunde in Ruhe aus.

Alternative: Nach dem Missverständnis redeten die beiden Freunde in Ruhe offen darüber, was sie belastete.

Die zweite Fassung erklärt das Gespräch. Sie behauptet bewusst nicht, dass anschließend alle Probleme gelöst waren. Dieses Ergebnis müsste der weitere Zusammenhang zeigen.

Spricht aus, sprach aus, hat ausgesprochen

Aussprechen ist ein starkes, trennbares Verb. Im Präsens wechselt e zu i in der zweiten und dritten Person Singular.

Konjugation von aussprechen
aussprechen: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichspreche aussprach ausspreche ausspräche aus
dusprichst aussprachst aussprechest aussprächest aus / sprächst aus
er/sie/esspricht aussprach ausspreche ausspräche aus
wirsprechen aussprachen aussprechen aussprächen aus
ihrsprecht ausspracht aussprechet aussprächet aus / sprächt aus
sie/Siesprechen aussprachen aussprechen aussprächen aus

Das Perfekt lautet hat ausgesprochen. Das Reflexivpronomen steht im Akkusativ: ich spreche mich aus, wir sprechen uns aus. Bei einer Stellungnahme folgt für oder gegen mit Akkusativ: für den Vorschlag, gegen die Änderung. Mit zu heißt es auszusprechen.

Offen sprechen und offen sein

Wer seine Ablehnung offen ausspricht, verbirgt seinen Standpunkt nicht. Das bedeutet noch nicht, dass er auch für Gegenargumente offen ist. In einer Analyse lohnt es sich, beide Fähigkeiten auseinanderzuhalten: die eigene Ansicht verständlich mitteilen und andere Ansichten tatsächlich prüfen.

Weitere Sprechverben stehen im Verbenwörterbuch.