ausweiten
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- ausweiten
- Worttrennung
- aus·wei·ten
- Präsens
- weitet aus
- Präteritum
- weitete aus
- Partizip II
- ausgeweitet
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- auch reflexiv: sich ausweiten (Akkusativ)
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- etwas ausweiten (Akkusativ); auf einen Bereich ausweiten (auf + Akkusativ)
Ausweiten bedeutet, etwas größer, weiter oder umfangreicher zu machen. Reflexiv heißt sich ausweiten, dass etwas an Umfang gewinnt oder sich zu einer größeren Sache entwickelt. Bei Kleidung kann eine unerwünschte Dehnung gemeint sein.
Mehr Umfang ist nicht immer eine Verbesserung
Ein Angebot lässt sich ausweiten, indem weitere Zeiten, Orte oder Leistungen hinzukommen. Das Verb nennt eine Vergrößerung, aber nicht deren genaue Art. „Wir weiten das Angebot aus“ bleibt deshalb unbestimmt, solange die zusätzlichen Möglichkeiten nicht erklärt werden.
Auch ein Problem kann sich ausweiten. Dann betrifft es mehr Bereiche oder nimmt größere Ausmaße an. Wird aus einer kleinen Unstimmigkeit ein umfassender Konflikt, beschreibt die Wendung „sich zu einem Konflikt ausweiten“ zugleich eine Entwicklung. Mehr Umfang ist also nicht automatisch erfreulich.
Bei einem Kleidungsstück kann ausweiten heißen, dass es durch Gebrauch zu weit wird. Ein ausgeweiteter Ärmel ist nicht einfach eine bewusst gewählte größere Größe. Der Zusammenhang legt nahe, dass sich seine ursprüngliche Form verändert hat.
Ausdehnen überschneidet sich mit ausweiten, kann aber auch eine vorhandene räumliche Erstreckung beschreiben. „Vor dem Haus dehnt sich eine Wiese aus“ behauptet nicht notwendig ein Wachstum. „Die Wiese weitet sich aus“ lässt dagegen eher eine Veränderung erwarten.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| erweitern | ein Angebot ausweiten | Häufig passend, besonders bei zusätzlichen Bestandteilen. |
| vergrößern | den erfassten Bereich ausweiten | Betont die größere Menge oder Fläche. |
| sich ausdehnen | ein Problem weitet sich aus | Passt zu wachsendem Umfang; nicht jede Erstreckungslesart ist austauschbar. |
| sich ausleiern | ein Bündchen weitet sich aus | Umgangssprachlich und mit unerwünschtem Formverlust verbunden. |
Eigene Beispiele: ein Angebot vergrößern
Ausgangssatz: Die Bücherei weitet ihre Beratung auf den Samstag aus.
Alternative: Die Bücherei bietet ihre Beratung zusätzlich am Samstag an.
Die zweite eigene Fassung benennt die Veränderung unmittelbar. „Die Bücherei verbessert ihre Beratung“ wäre keine gleichwertige Aussage: Zusätzliche Zeiten können hilfreich sein, beweisen aber noch keine bessere Qualität der einzelnen Beratung.
Eigene Beispiele: eine größere Auseinandersetzung
Ausgangssatz: Der Streit über einen Termin weitete sich auf die Aufgabenverteilung aus.
Alternative: Der Streit über einen Termin betraf schließlich auch die Aufgabenverteilung.
Beide Fassungen nennen einen zusätzlichen Streitgegenstand. „Der Streit wurde lauter“ würde stattdessen die Lautstärke betreffen. Eine größere Reichweite und eine heftigere Ausdrucksweise können zusammen auftreten, müssen es aber nicht.
Weitet aus, weitete aus, hat ausgeweitet
Ausweiten ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Wegen des t am Stammende erscheinen zusätzliche e in Formen wie weitest und weitete.
Konjugation von ausweiten
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | weite aus | weitete aus | weite aus | weitete aus |
| du | weitest aus | weitetest aus | weitest aus | weitetest aus |
| er/sie/es | weitet aus | weitete aus | weite aus | weitete aus |
| wir | weiten aus | weiteten aus | weiten aus | weiteten aus |
| ihr | weitet aus | weitetet aus | weitet aus | weitetet aus |
| sie/Sie | weiten aus | weiteten aus | weiten aus | weiteten aus |
Mit Objekt steht der veränderte Bereich im Akkusativ: das Angebot ausweiten. Reflexiv heißt es Das Angebot hat sich ausgeweitet; auch hier steht haben. Auf nennt häufig den zusätzlich erfassten Bereich, zu ein Entwicklungsergebnis: auf weitere Orte, zu einer umfassenden Debatte.
Auszuweiten und ausgeweitet
Mit zu wird zusammengeschrieben: auszuweiten. Im Hauptsatz stehen die Bestandteile getrennt, im Nebensatz zusammen: Wir weiten die Suche aus; weil wir die Suche ausweiten. Im Partizip ausgeweitet bleibt das e vor t erhalten.
Die neue Grenze sichtbar machen
Für einen verständlichen Bericht hilft ein Vorher-nachher-Vergleich. „Die Suche wurde ausgeweitet“ nennt nur die Richtung der Veränderung. „Das Team sucht jetzt auch in den Nachbarräumen“ erklärt, worin sie besteht. Vermeide außerdem, eine geplante Ausweitung bereits als vollzogen darzustellen: will ausweiten und hat ausgeweitet bezeichnen unterschiedliche Stände.
Weitere Tätigkeitswörter stehen im Verbenwörterbuch.
