befehlen
Befehlen bedeutet, eine Handlung durch einen Befehl zu verlangen. Es kann außerdem heißen, jemanden an einen Ort zu beordern oder die Befehlsgewalt zu haben. In älteren gehobenen Texten kommt auch die Bedeutung anvertrauen vor.
Eine Handlung verbindlich verlangen
Befehlen bedeutet, jemandem einen Befehl zu geben. Die verlangte Handlung wird dabei nicht als bloße Möglichkeit oder freundlicher Vorschlag dargestellt. Die befehlende Person beansprucht, dass ihrer Anordnung gefolgt wird.
Ob sie tatsächlich dazu berechtigt ist und ob die andere Person folgt, ist damit noch nicht entschieden. Eine Figur kann etwas befehlen und auf Widerspruch stoßen. Das Verb beschreibt zuerst die Art der Aufforderung.
Jemanden an einen Ort befehlen heißt, die Person dorthin kommen zu lassen oder zu beordern. Über eine Einheit befehlen bezeichnet dagegen die Leitungs- oder Befehlsgewalt. Diese Verwendungen brauchen unterschiedliche Ergänzungen.
In gehobenen älteren oder religiösen Texten kann befehlen außerdem anvertrauen bedeuten: Etwas wird unter den Schutz einer anderen Instanz gestellt. Diese Lesart ist von der heutigen alltäglichen Anordnung zu unterscheiden und sollte nicht als Aufforderung zum Gehorsam missverstanden werden.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| anordnen | eine Handlung befehlen | Nahe und oft etwas sachlicher; die empfangende Person kann anders angeschlossen sein. |
| anweisen | jemandem ein Vorgehen befehlen | Betont eine konkrete Vorgabe; benötigt häufig jemanden plus Infinitiv. |
| beordern | jemanden an einen Ort befehlen | Passt zur verlangten Ortsveränderung, nicht zu jeder Anordnung. |
| anvertrauen | ältere Schutzlesart von befehlen | Nur im passenden historischen oder religiösen Zusammenhang. |
Eigene Beispiele: den Satzbau anpassen
Ausgangssatz: Die Leiterin befahl dem Helfer, das Tor zu schließen.
Alternative: Die Leiterin wies den Helfer an, das Tor zu schließen.
Die eigenen Sätze können dieselbe Anordnung meinen. Der Empfänger wechselt beim Ersatz vom Dativ dem Helfer zum Akkusativ den Helfer. Die verlangte Handlung bleibt gleich.
Eigene Beispiele: eine Ortsveränderung verlangen
Ausgangssatz: Der Vorgesetzte befahl die beiden Mitarbeiter in den Besprechungsraum.
Alternative: Der Vorgesetzte beorderte die beiden Mitarbeiter in den Besprechungsraum.
Hier passt beordern, weil die Personen an einen bestimmten Ort kommen sollen. Die Formulierung sagt nicht, weshalb das Gespräch stattfindet oder wie es ausgeht.
Befiehlt, befahl, hat befohlen
Befehlen ist ein starkes, nicht trennbares Verb. Im Präsens wechseln du und er/sie/es zu ie. Das Präteritum hat a; das Partizip hat o und kein ge.
| Person | Präsens | Präteritum |
|---|---|---|
| ich | befehle | befahl |
| du | befiehlst | befahlst |
| er / sie / es | befiehlt | befahl |
| wir | befehlen | befahlen |
| ihr | befehlt | befahlt |
| sie / Sie | befehlen | befahlen |
Der Imperativ Singular lautet Befiehl!, der Plural Befehlt! Im Muster jemandem etwas befehlen steht die Person im Dativ und der Inhalt im Akkusativ. Eine Infinitivgruppe kann den Inhalt ersetzen: Sie befiehlt ihm, zu warten. Bei jemanden an einen Ort befehlen steht die Person dagegen im Akkusativ.
Das h bleibt erhalten
In befehlen, befiehlst, befahl und befohlen bleibt das h stehen. Der Infinitiv mit zu lautet zu befehlen. Das Nomen Befehl beginnt groß, das Verb im gewöhnlichen Satz klein.
Ton, Macht und Reaktion getrennt beschreiben
Ein Befehl muss nicht geschrien werden. Eine ruhig ausgesprochene Anordnung kann sehr bestimmt sein. Für eine Figurenanalyse sind deshalb Wortlaut, Situation und Reaktion des Gegenübers hilfreicher als Lautstärke allein.
Ein eigener Analysesatz lautet: „Die Figur befiehlt dem Begleiter zu warten und weist seine Rückfrage ohne Begründung zurück.“ Die Beobachtung kann einen eingeschränkten Gesprächsspielraum zeigen. Sie erklärt jedoch noch nicht jede Handlung der Figur. Weitere Verben stehen im Verbenwörterbuch.
