begießen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- begießen
- Präsens
- begießt
- Präteritum
- begoss
Begießen ist ein starkes, nicht trennbares Verb. Das Perfekt verwendet haben. Das Partizip heißt begossen.
Begießen heißt, Flüssigkeit auf jemanden oder etwas zu gießen. Umgangssprachlich kann es auch bedeuten, ein Ereignis mit alkoholischen Getränken zu feiern. Die Formen lauten begießt, begoss und hat begossen.
Flüssigkeit auf etwas gießen oder etwas feiern
Begießen bedeutet zunächst, eine Flüssigkeit auf jemanden oder etwas zu gießen. Der Gegenstand wird zum Akkusativobjekt, die Flüssigkeit kann mit mit genannt werden. Das Verb sagt nicht von selbst, wie viel Flüssigkeit verwendet wird.
Bei Pflanzen kann begießen die Versorgung mit Wasser bezeichnen. Bei Speisen kann eine andere Flüssigkeit gemeint sein. Nicht jedes Begießen ist deshalb Bewässern, und nicht jedes Befeuchten erfolgt durch Gießen.
Umgangssprachlich heißt ein Ereignis begießen, es mit alkoholischen Getränken zu feiern. In dieser übertragenen Lesart wird das Ereignis nicht wörtlich nass gemacht. Eine neutrale Alternative wie feiern lässt die Art der Getränke offen.
Die Wendung wie begossen dastehen beschreibt meist Verblüffung oder Fassungslosigkeit. Ob jemand tatsächlich nass ist, muss der Zusammenhang zeigen. Das Bild darf beim Lesen nicht automatisch als wörtlicher Bericht verstanden werden.
Synonyme: Welches Wort passt?
| Alternative | Geeigneter Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| übergießen | Flüssigkeit auf etwas geben | Nahe, kann eine deutlichere Menge oder flächige Verteilung nahelegen. |
| gießen | Pflanzen begießen | Die einfache Form ist in diesem Zusammenhang üblich. |
| befeuchten | eine Oberfläche begießen | Allgemeiner; auch Sprühen oder Tupfen kann befeuchten. |
| feiern | ein freudiges Ereignis begießen | Übertragene Lesart; Alkohol ist bei feiern nicht mitgemeint. |
Eigene Beispiele: die Flüssigkeit nennen
Ausgangssatz: Mira begoss die trockene Erde vorsichtig mit Wasser.
Alternative: Mira goss vorsichtig Wasser auf die trockene Erde.
Die eigenen Sätze beschreiben denselben Vorgang aus anderer Satzperspektive. Im ersten ist die Erde das Objekt, im zweiten das Wasser. Das Wort vorsichtig bleibt erhalten, weil es die Ausführung näher bestimmt.
Eigene Beispiele: eine übertragene Formulierung erklären
Ausgangssatz: Die Erwachsenen wollten den Abschluss des Projekts am Abend begießen.
Alternative: Die Erwachsenen wollten den Abschluss des Projekts am Abend feiern.
Die zweite Fassung ist neutraler. Sie nennt keine bestimmten Getränke. Die umgangssprachliche Bedeutung der ersten darf nicht auf ein wörtliches Übergießen des Projekts reduziert werden.
Begießt, begoss, hat begossen
Begießen ist ein starkes, nicht trennbares Verb. Das Perfekt verwendet haben. Das Partizip heißt begossen.
| Person | Präsens | Präteritum |
|---|---|---|
| ich | begieße | begoss |
| du | begießt | begossest |
| er / sie / es | begießt | begoss |
| wir | begießen | begossen |
| ihr | begießt | begosst |
| sie / Sie | begießen | begossen |
Für du ist im Präteritum auch begosst möglich. Es heißt die Erde mit Wasser begießen. Das Ziel steht im Akkusativ, die Ergänzung mit im Dativ. Mit zu lautet es zu begießen.
ß und ss wechseln
Nach dem langen ie steht in begießen und begießt ein ß. In begoss und begossen folgt auf den kurzen Vokal ss. In der Schweizer Rechtschreibung wird auch die Grundform mit ss geschrieben: begiessen.
Wörtliche und bildliche Bedeutung erkennen
Entscheidend ist das Objekt: Erde kann wörtlich begossen werden, ein Erfolg wird bildlich begossen. Bei einer unklaren Stelle hilft die Frage, ob eine Flüssigkeit tatsächlich auf einen Gegenstand gelangt oder ob eine Feier gemeint ist.
Ein eigener Erklärungssatz lautet: „Mit begießen bezeichnet die Figur hier eine Feier; das Wort gibt dem Gespräch einen lockeren Ton.“ Welche Wirkung dieser Ton im Text hat, ergibt sich erst aus der Situation. Weitere Verben stehen im Verbenwörterbuch.
