beibringen

beibringen: Kenntnisse oder Fähigkeiten vermitteln; je nach Zusammenhang auch eine Nachricht mitteilen, Unterlagen vorlegen oder etwas zufügen.

Wissen vermitteln, etwas mitteilen oder vorlegen

Beibringen bedeutet häufig, einer Person Kenntnisse oder eine Fähigkeit zu vermitteln. „Mina bringt ihrem Bruder Schach bei“ heißt, dass sie ihm beim Erlernen des Spiels hilft. Ob er es danach vollständig beherrscht, ist damit noch nicht gesagt. Das Verb beschreibt das Vermitteln; ein sicherer Lernerfolg muss aus dem weiteren Zusammenhang hervorgehen.

Daneben hat das Wort weitere Verwendungen. Wer jemandem eine schwierige Nachricht beibringt, teilt sie ihm mit, häufig mit besonderer Rücksicht. Wer Unterlagen beibringt, beschafft sie und legt sie für einen bestimmten Zweck vor. In förmlicher oder älterer Sprache kann man jemandem auch eine Verletzung oder Niederlage beibringen; gemeint ist dann zufügen.

  • Lernen: „Der Trainer bringt der Gruppe eine neue Bewegungsfolge bei.“
  • Mitteilung: „Wie bringen wir ihr bei, dass der Termin ausfällt?“
  • Nachweis: „Für die Bewerbung sind weitere Unterlagen beizubringen.“
  • Zufügen: „Die Gegner brachten dem Team eine Niederlage bei.“

Die Ergänzungen entscheiden über die Bedeutung. „Eine Sprache beibringen“ hat mit Lernen zu tun; „einen Nachweis beibringen“ mit Vorlegen. Eine einzige Ersatzliste kann diese Unterschiede nicht abbilden.

Synonyme: Welche Alternative passt?

Bedeutung und Wortwahl vergleichen
AlternativePassender ZusammenhangUnterschied
vermittelnKenntnisse und Fähigkeiten weitergebenNeutral und auch in sachlichen Texten gut einsetzbar; kann ohne persönliche Lehrsituation vorkommen.
lehrenjemanden unterrichtenKlingt oft förmlicher und kann eine allgemeine Lehrtätigkeit bezeichnen.
erkläreneinen Sachverhalt verständlich darstellenEine Erklärung kann Teil des Beibringens sein; eine praktische Fähigkeit wird dadurch nicht automatisch erlernt.
mitteileneine Nachricht überbringenNeutraler; der vorsichtige Umgang mit einer unangenehmen Nachricht tritt weniger hervor.
vorlegenNachweise oder Dokumente verfügbar machenBetont das Zugänglichmachen zur Prüfung; Beschaffung und Lernvorgang sind nicht gemeint.

Zwei eigene Satzvergleiche

Eigener Beispielsatz: „Jona bringt seiner Schwester das Jonglieren bei.“

Zum Vergleich: „Jona erklärt seiner Schwester das Jonglieren.“

Beim Beibringen kann Jona vormachen, Übungen auswählen und Rückmeldungen geben. Erklären kann sich auf eine mündliche Beschreibung beschränken. Wer die praktische Unterstützung hervorheben möchte, behält daher beibringen oder beschreibt die einzelnen Schritte.

Eigener Beispielsatz: „Die Bewerberin muss einen Nachweis beibringen.“

Zum Vergleich: „Die Bewerberin muss einen Nachweis vorlegen.“

In diesem Zusammenhang können beide Sätze dieselbe Anforderung ausdrücken. Beibringen klingt stärker nach Verwaltungssprache. In einem leicht verständlichen Hinweis ist vorlegen oft unmittelbarer; was genau eingereicht werden soll, muss trotzdem genannt werden.

Beibringen in verständlichen Texten

Für eine Anleitung lohnt es sich, den Lerninhalt zu benennen. „Wir bringen dir Deutsch bei“ ist sehr weit gefasst. „Wir zeigen dir, wie du die Einleitung einer Inhaltsangabe formulierst“ macht das konkrete Ziel sichtbar. Beibringen ist deshalb kein schlechtes Wort; eine genauere Ergänzung kann aber einen großen Unterschied machen.

Erfundene Beispielsituation: Eine Figur erklärt einem Freund geduldig eine Aufgabe und lässt ihn danach selbst einen Versuch machen. In einer Analyse könnte stehen: „Sie bringt ihm das Verfahren Schritt für Schritt bei. Dabei wartet sie seine Fragen ab und passt ihre Erklärung an.“ Ob sie generell geduldig ist, sollte durch weitere Szenen gestützt werden. Das Adjektiv geduldig erklärt die passende Eigenschaft genauer.

Bringt bei, brachte bei, hat beigebracht

Beibringen ist ein trennbares, unregelmäßiges Verb. Im Hauptsatz stehen die Teile häufig auseinander: „Sie bringt mir das bei.“ Im Nebensatz bleiben sie zusammen: „weil sie mir das beibringt“. Das Perfekt lautet hat beigebracht.

Präsens und Präteritum im Indikativ
PersonPräsensPräteritum
ichbringe beibrachte bei
dubringst beibrachtest bei
er / sie / esbringt beibrachte bei
wirbringen beibrachten bei
ihrbringt beibrachtet bei
sie / Siebringen beibrachten bei

In der Lernbedeutung stehen die lernende Person im Dativ und der Lerninhalt im Akkusativ: „jemandem etwas beibringen“. Reflexiv heißt es „Ich bringe mir das selbst bei“, nicht „mich“. Der Infinitiv mit zu lautet beizubringen. In beigebracht steht ge zwischen bei und dem Verbstamm. Die Formen „beigebringt“ und „beibringte“ sind keine standardsprachlichen Ersatzformen. Weitere Verben findest du im Wörterbuch der Verben.