beschädigen
beschädigen: Einen Schaden an einer Sache verursachen; übertragen auch Vertrauen oder Ansehen beeinträchtigen, ohne damit immer vollständige Zerstörung zu meinen.
Einen Schaden verursachen
Beschädigen heißt, die Unversehrtheit oder Funktionsfähigkeit einer Sache zu beeinträchtigen. Ein Gegenstand kann etwa einen Riss, eine Delle oder einen technischen Defekt bekommen. Er muss dadurch nicht vollständig unbrauchbar werden.
Das Verb beschreibt zunächst eine Folge. Ob der Schaden absichtlich, versehentlich oder durch ein Naturereignis entstanden ist, muss der Satz zusätzlich erklären. „Der Stoß beschädigt das Gehäuse“ benennt eine Ursache, aber keine menschliche Absicht.
In übertragener Verwendung kann auch ein Ansehen oder Vertrauensverhältnis beschädigt werden. Dann geht es nicht um einen sichtbaren Bruch, sondern um eine Beeinträchtigung. Für eine verständliche Aussage sollte erklärt werden, worin diese besteht. Eine bloße Meinungsverschiedenheit beweist noch keinen nachhaltigen Vertrauensverlust.
Synonyme: Welche Alternative passt?
| Alternative | Passender Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| beeinträchtigen | Funktion oder Zustand verschlechtern | Weiter gefasst; nicht jede Beeinträchtigung ist ein dauerhafter Sachschaden. |
| kaputtmachen | einen Gegenstand schädigen | Umgangssprachlich und häufig stärker auf Unbrauchbarkeit bezogen. |
| zerstören | etwas weitgehend oder vollständig unbrauchbar machen | Deutlich stärker; ein kleiner Schaden rechtfertigt den Austausch nicht. |
| schädigen | einen nachteiligen Einfluss ausüben | Auch bei Menschen, Umwelt oder Interessen gebräuchlich; der Satzbau und Bezug sind zu prüfen. |
Das Ausmaß nicht verändern
Eigener Beispielsatz: „Beim Transport wurde die Schranktür beschädigt.“
Zum Vergleich: „Beim Transport wurde die Schranktür zerstört.“
Die zweite Fassung behauptet einen viel weitergehenden Schaden. Wenn lediglich eine oberflächliche Delle vorhanden ist, wäre sie übertrieben. Die eigenen Sätze zeigen, weshalb ein stärkeres Verb keine neutrale Abwechslung ist.
Eigener Beispielsatz: „Die falsche Auskunft beschädigte das Vertrauen der Gruppe.“
Zum Vergleich: „Die falsche Auskunft beeinträchtigte das Vertrauen der Gruppe.“
Beide Fassungen können einen Vertrauensverlust beschreiben. Beschädigte ist bildhafter und kann eine bleibende Verletzung nahelegen. Der weitere Text sollte zeigen, wie sich das Verhältnis tatsächlich veränderte.
Den Schaden konkret benennen
Eine Schadensbeschreibung wird nützlicher, wenn Ort und Art ergänzt werden: Welche Fläche ist betroffen, was funktioniert nicht mehr, was ist noch benutzbar? „Das Gerät ist beschädigt“ allein beantwortet diese Fragen nicht. Eine genaue Beschreibung vermeidet sowohl Verharmlosung als auch unnötige Zuspitzung.
Das stärkere Verb zerstören und das allgemeinere schädigen können also in dieselbe Richtung weisen, ohne denselben Umfang zu behaupten. Weitere Tätigkeitswörter erschließt das Verbenwörterbuch.
Grammatik und Konjugation
| Person | Präsens | Präteritum |
|---|---|---|
| ich | beschädige | beschädigte |
| du | beschädigst | beschädigtest |
| er / sie / es | beschädigt | beschädigte |
| wir | beschädigen | beschädigten |
| ihr | beschädigt | beschädigtet |
| sie / Sie | beschädigen | beschädigten |
Das Verb wird regelmäßig mit haben gebildet: beschädigte, hat beschädigt. Die betroffene Sache steht im Akkusativ: den Rahmen beschädigen. Das Passiv lautet wird beschädigt; ist beschädigt beschreibt häufig den entstandenen Zustand.
