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brausen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
brausen
Worttrennung
brau·sen
Präsens
braust
Präteritum
brauste
Partizip II
gebraust
Perfekt
hat gebraust (Geräusch, Duschen); ist gebraust (Fortbewegung)
Hilfsverb
haben (Geräusch; veraltend: duschen); sein (Fortbewegung)
Trennbarkeit
nicht trennbar

Beim Geräusch und beim veraltenden Duschen: hat gebraust. Bei einer schnellen Fortbewegung: ist gebraust. Die Hilfsverben gehören zu unterschiedlichen Bedeutungen.

Formen und Verwendung im Detail

Brausen kann ein kräftiges, anhaltendes Rauschen bezeichnen, etwa von Wind oder Wasser. Das Verb beschreibt außerdem eine schnelle, oft geräuschvolle Bewegung: Ein Fahrzeug braust vorbei. Für diese beiden Verwendungen werden im Perfekt unterschiedliche Hilfsverben gebraucht.

Ein Geräusch oder eine Bewegung?

Wenn ein Wasserfall braust, steht der kräftige Klang im Mittelpunkt. Brausen ist dabei genauer als das allgemeine laut sein: Es beschreibt eine bestimmte, rauschende Geräuschwirkung. Ein einzelner kurzer Knall wird gewöhnlich nicht so bezeichnet.

Wenn ein Motorrad durch eine Straße braust, geht es um die schnelle Bewegung. Der Ausdruck wirkt lebendiger als fahren und kann zugleich Geschwindigkeit und Geräusch nahelegen. Eine genaue Geschwindigkeit nennt er aber nicht. Ein Bericht darf deshalb nicht aus dem Verb allein einen bestimmten Messwert ableiten.

Auch brausender Beifall ist eine geläufige Verbindung. Hier wird die Lautstärke und Fülle des Applauses hervorgehoben. Sie sagt noch nicht, dass ausnahmslos alle Anwesenden begeistert waren.

Rauschen, tosen und sausen

AlternativePassend beiNuance
rauschenWind, Wasser oder ähnlichen Geräuschen.Kann auch deutlich leiser und sanfter sein.
tosenSehr starkem, anhaltendem Lärm.Betont häufig die Wucht des Geräuschs.
sausenSchneller Bewegung.Kann leichter oder weniger dröhnend wirken.
fahrenDer Bewegung eines Fahrzeugs.Neutraler; Tempo und Klang bleiben offen.

Erstes Satzpaar: die Klangstärke verändern

Ausgangssatz: „Hinter der Mauer brauste das Wasser.“
Alternative: „Hinter der Mauer rauschte das Wasser.“

Die Alternative bleibt beim Wassergeräusch, lässt dessen Stärke aber offener. Brauste vermittelt eher einen kräftigen, füllenden Klang. Für eine ruhige Gartenszene kann rauschte deshalb passender sein.

Zweites Satzpaar: lebendig oder neutral berichten?

Ausgangssatz: „Ein Lieferwagen brauste am geöffneten Fenster vorbei.“
Alternative: „Ein Lieferwagen fuhr am geöffneten Fenster vorbei.“

Die zweite Fassung nennt lediglich die Bewegung. Die erste macht sie dynamischer und geräuschvoller. Wenn der Text nur die Anwesenheit des Fahrzeugs belegen soll, fügt brauste bereits eine deutliche Wahrnehmungsfärbung hinzu.

Hat gebraust oder ist gebraust?

Bei der Geräuschbedeutung steht gewöhnlich haben: Der Wind hat die ganze Nacht gebraust. Für eine Bewegung mit Ortswechsel steht sein: Der Wagen ist durch die Straße gebraust.

Beim Geräusch und beim veraltenden Duschen: hat gebraust. Bei einer schnellen Fortbewegung: ist gebraust. Die Hilfsverben gehören zu unterschiedlichen Bedeutungen.

Konjugation von brausenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
brausen: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichbrausebraustebrausebrauste
dubraustbraustestbrausestbraustest
er/sie/esbraustbraustebrausebrauste
wirbrausenbraustenbrausenbrausten
ihrbraustbraustetbrausetbraustet
sie/Siebrausenbraustenbrausenbrausten
FormBeispiel
Präsensich brause; du braust; es braust
Pluralwir brausen; ihr braust; sie brausen
Präteritumes brauste
Perfekt, Geräusches hat gebraust
Perfekt, Ortswechseles ist vorbeigebraust

Das einfache Verb lautet brausen. Zusammensetzungen wie vorbeibrausen oder heranbrausen ergänzen die Richtung. Aufbrausend kann dagegen eine plötzlich heftig ärgerliche Reaktion beschreiben; das ist nicht mit jedem Brausen gleichzusetzen.

Geräusche in einer Erzählung einsetzen

Eigener Beispielsatz: „Während im Flur leise gesprochen wurde, brauste draußen der Sturm gegen das Dach.“ Der Gegensatz zwischen leisem Gespräch und kräftigem Außengeräusch schafft eine hörbare Szene. Ein zusätzliches „sehr laut“ wäre nicht zwingend nötig.

Beschreibe möglichst, woher das Geräusch kommt und wie es die Situation verändert. Das bringt mehr Anschaulichkeit als eine Reihe fast gleichbedeutender Verben ohne klaren Bezug.