darreichen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- darreichen
- Worttrennung
- dar·rei·chen
- Präsens
- reicht dar
- Präteritum
- reichte dar
- Partizip II
- dargereicht
- Perfekt
- hat dargereicht
- Hilfsverb
- haben
- Infinitiv
- darreichen
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- jemandem etwas darreichen (Dativ + Akkusativ)
Darreichen bedeutet, jemandem etwas zu reichen, anzubieten oder zu übergeben. Das Verb klingt gehoben und kann einer alltäglichen Handlung einen förmlichen oder feierlichen Ton geben.
Etwas anbieten oder übergeben
Wer etwas darreicht, wendet sich mit einer Sache an eine andere Person: Ein Gegenstand wird übergeben oder eine Speise zum Zugreifen angeboten. Welche Handlung genau gemeint ist, hängt von der Ergänzung ab. Einen Teller darreichen und eine Auszeichnung darreichen beschreiben zwar beide eine Übergabe, haben aber einen anderen Anlass.
Das Verb sagt für sich genommen nichts über die Gefühle der Beteiligten. Ein Geschenk kann freundlich, widerwillig oder schweigend dargereicht werden. Ebenso wenig belegt das Wort allein Großzügigkeit. Eine kleine Handlung ist noch kein ausreichender Grund, einer Figur eine umfassende Charaktereigenschaft zuzuschreiben.
Reichen, anbieten, überreichen
| Alternative | Wann sie passt | Unterschied |
|---|---|---|
| reichen | Eine Sache wird in die Nähe oder Hand einer anderen Person gegeben. | Neutraler und im Alltag meist unauffälliger. |
| anbieten | Die andere Person kann etwas annehmen. | Eine tatsächliche Übergabe muss noch nicht erfolgen. |
| überreichen | Ein Gegenstand wird bewusst übergeben. | Passt besonders gut zu Geschenken und förmlichen Übergaben. |
| servieren | Speisen oder Getränke werden bereitgestellt. | Auf diesen Zusammenhang begrenzt; kein allgemeiner Ersatz. |
Zwei eigene Satzvergleiche
Ausgangssatz: „Die Gastgeberin reichte dem Besucher eine Schale mit Gebäck dar.“
Alternative: „Die Gastgeberin reichte dem Besucher eine Schale mit Gebäck.“
Die Handlung bleibt weitgehend gleich. Ohne dar klingt der Satz alltäglicher. Die erste Fassung kann in einer Erzählung bewusst eine förmliche Atmosphäre herstellen; für eine kurze Alltagsnachricht ist die zweite meist direkter.
Ausgangssatz: „Nach der Ansprache reichte Emil der Preisträgerin die Urkunde dar.“
Alternative: „Nach der Ansprache überreichte Emil der Preisträgerin die Urkunde.“
Überreichen passt hier gut, weil ein Gegenstand bei einer Ehrung übergeben wird. Anbieten wäre ungenauer: Die Urkunde würde damit zunächst nur zur Annahme angeboten. Der Zusammenhang entscheidet also stärker als die bloße Ähnlichkeit der Wörter.
Reicht dar, reichte dar, hat dargereicht
| Form | Beispiel |
|---|---|
| Infinitiv | darreichen |
| Präsens | ich reiche dar; du reichst dar; er reicht dar |
| Präteritum | ich reichte dar |
| Perfekt | ich habe dargereicht |
| Infinitiv mit zu | darzureichen |
Darreichen ist ein regelmäßiges, trennbares Verb. Die Sache steht im Akkusativ, der Empfänger im Dativ: „Sie reicht dem Gast einen Becher dar.“ Im Nebensatz heißt es: „… während sie dem Gast einen Becher darreicht.“
Konjugation von darreichenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | reiche dar | reichte dar | reiche dar | reichte dar |
| du | reichst dar | reichtest dar | reichest dar | reichtest dar |
| er/sie/es | reicht dar | reichte dar | reiche dar | reichte dar |
| wir | reichen dar | reichten dar | reichen dar | reichten dar |
| ihr | reicht dar | reichtet dar | reichet dar | reichtet dar |
| sie/Sie | reichen dar | reichten dar | reichen dar | reichten dar |
Den Ton bewusst wählen
Prüfe beim Überarbeiten, ob der gehobene Ausdruck zur übrigen Sprache passt. In einem nüchternen Bericht genügt häufig reichen oder überreichen. In einer erfundenen Szene kann darreichen eine zeremonielle Geste hervorheben, sofern auch die Situation dazu passt. Ähnlich klingt darbieten; dieses Verb kann jedoch außerdem eine künstlerische Präsentation meinen. Ein Lied darzubieten ist deshalb etwas anderes, als jemandem einen Gegenstand darzureichen.
