durcharbeiten
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- durcharbeiten
- Worttrennung
- durch·ar·bei·ten
- Präsens
- arbeitet durch
- Präteritum
- arbeitete durch
- Partizip II
- durchgearbeitet
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- auch reflexiv: sich durch etwas durcharbeiten (durch + Akkusativ)
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- etwas durcharbeiten (Akkusativ)
Die hier behandelten gebräuchlichen Formen lauten arbeitet durch – arbeitete durch – hat durchgearbeitet. Im Infinitiv mit zu heißt es durchzuarbeiten. Reflexiv lautet ein Beispiel Sie arbeitet sich durch die Unterlagen. Der Hauptakzent liegt bei diesen Verwendungen auf durch.
Durcharbeiten bedeutet, etwas gründlich und Schritt für Schritt zu bearbeiten. Daneben kann es heißen, ohne Unterbrechung zu arbeiten. Welche Bedeutung gemeint ist, erkennt man häufig an der Ergänzung: ein Kapitel durcharbeiten oder die Nacht durcharbeiten.
Gründlichkeit und Dauer auseinanderhalten
Wer ein Lehrbuch durcharbeitet, setzt sich eingehend damit auseinander, etwa durch Lesen, Nachdenken und Bearbeiten von Aufgaben. Das Wort verspricht trotzdem nicht, dass anschließend alles richtig verstanden ist. Es beschreibt zunächst die Tätigkeit, nicht einen unabhängig überprüften Lernerfolg.
Wer ohne Pause durcharbeitet, unterbricht die Arbeit im genannten Zeitraum nicht. Das sagt wiederum wenig über die Gründlichkeit aus. Reflexiv kann sich durcharbeiten das mühsame Bewältigen einer Menge oder eines Wegs bezeichnen. Auch ein Teig lässt sich durcharbeiten; hier ist eine körperliche Bearbeitung gemeint.
Passend zur Tätigkeit wählen
| Alternative | Passender Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| gründlich bearbeiten | Texte, Aufgaben, Entwürfe | Erklärt die Intensität ausdrücklich. |
| durchgehen | Material nacheinander ansehen | Kann deutlich oberflächlicher bleiben. |
| durchackern | Anstrengende Stoffmenge | Umgangssprachlich und bildhaft. |
| pausenlos arbeiten | Ununterbrochene Tätigkeit | Bezieht sich auf die Dauer. |
Zwei Satzpaare mit Erklärung
„Mila arbeitet das Übungsheft durch.“ – „Mila bearbeitet das Übungsheft gründlich.“ Die Umschreibung macht die eingehende Beschäftigung deutlich. Durcharbeiten legt zusätzlich nahe, das Material Schritt für Schritt zu bewältigen. „Durchblättern“ wäre schwächer und könnte nur einen raschen Überblick meinen.
„Das Team arbeitet den Abend durch.“ – „Das Team arbeitet den Entwurf durch.“ Der Abend ist eine Zeitangabe: Es wird weitergearbeitet. Der Entwurf ist das bearbeitete Material. Dieselbe Verbform verbindet sich mit unterschiedlichen Aussagen.
Das trennbare Verb
Die hier behandelten gebräuchlichen Formen lauten arbeitet durch – arbeitete durch – hat durchgearbeitet. Im Infinitiv mit zu heißt es durchzuarbeiten. Reflexiv lautet ein Beispiel Sie arbeitet sich durch die Unterlagen. Der Hauptakzent liegt bei diesen Verwendungen auf durch.
Die hier behandelten gebräuchlichen Formen lauten arbeitet durch – arbeitete durch – hat durchgearbeitet. Im Infinitiv mit zu heißt es durchzuarbeiten. Reflexiv lautet ein Beispiel Sie arbeitet sich durch die Unterlagen. Der Hauptakzent liegt bei diesen Verwendungen auf durch.
Konjugation von durcharbeitenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | arbeite durch | arbeitete durch | arbeite durch | arbeitete durch |
| du | arbeitest durch | arbeitetest durch | arbeitest durch | arbeitetest durch |
| er/sie/es | arbeitet durch | arbeitete durch | arbeite durch | arbeitete durch |
| wir | arbeiten durch | arbeiteten durch | arbeiten durch | arbeiteten durch |
| ihr | arbeitet durch | arbeitetet durch | arbeitet durch | arbeitetet durch |
| sie/Sie | arbeiten durch | arbeiteten durch | arbeiten durch | arbeiteten durch |
Arbeitsaufträge klar formulieren
„Arbeite den Text durch“ lässt noch offen, was am Ende vorliegen soll. Hilfreicher ist ein ergänzender Auftrag: wichtige Begriffe markieren, die Argumentation zusammenfassen oder offene Fragen notieren. So wird aus einer allgemeinen Aufforderung eine überprüfbare Aufgabe. Lange Arbeitszeit und sorgfältige Auseinandersetzung sollten dabei sprachlich nicht verwechselt werden.
