durchkämpfen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- durchkämpfen
- Worttrennung
- durch·kämp·fen
- Präsens
- kämpft durch
- Präteritum
- kämpfte durch; durchkämpfte in der zweiten Tabellenbedeutung
- Partizip II
- durchgekämpft (trennbar); durchkämpft (untrennbar)
- Hilfsverb
- haben
Sich durchkämpfen bedeutet, unter großer Anstrengung Hindernisse zu überwinden und voranzukommen. Durchkämpfen kann außerdem beharrliches Durchsetzen, fortgesetztes Kämpfen oder das qualvolle Verbringen einer Zeitspanne bezeichnen.
Trotz Widerständen vorankommen
Wer sich durchkämpft, erreicht einen Weg oder ein Ziel nicht ohne Mühe. Das kann räumlich gemeint sein, etwa beim Vorankommen in einer dichten Menge. Häufig ist es ein Bild für schwierige Aufgaben, widersprüchliche Anforderungen oder ungünstige Lebensbedingungen.
Die bildhafte Verwendung behauptet keine tatsächliche körperliche Auseinandersetzung. Sich durch einen komplizierten Text durchzukämpfen heißt, ihn mühsam zu bearbeiten. Die Wortwahl hebt den empfundenen Widerstand stärker hervor als ein neutrales lesen.
Ohne reflexives Pronomen kann durchkämpfen heißen, ein Anliegen gegen erhebliche Widerstände durchzusetzen oder über eine bestimmte Zeit ohne Unterbrechung zu kämpfen. Reflexiv kann es auch um einen schweren inneren Entschluss gehen: Jemand kämpft sich dazu durch, eine bisher festgehaltene Möglichkeit aufzugeben.
Eine andere, nicht trennbare Verwendung beschreibt das Verbringen einer Zeitspanne unter körperlichen oder seelischen Qualen. Eine durchkämpfte Nacht ist dann keine Nacht, in der notwendigerweise ein äußerer Gegner bekämpft wurde. Die Formulierung wirkt stark und sollte durch den Zusammenhang getragen sein.
Mühe, Durchsetzung und Entschluss
| Alternative | Passender Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| sich durcharbeiten | schwieriges Material bewältigen | Sachlicher; betont die Arbeit statt des Kampfes. |
| sich einen Weg bahnen | durch Hindernisse vorankommen | Nahe beim räumlichen Bild, ohne zwingende Kampfvorstellung. |
| durchsetzen | ein Anliegen gegen Widerstand verwirklichen | Rückt das erreichte oder angestrebte Ergebnis in den Vordergrund. |
| sich durchringen | nach innerem Widerstreit entscheiden | Passt zum schweren Entschluss, nicht zu jeder äußeren Schwierigkeit. |
Eine schwierige Lektüre beschreiben
Ausgangssatz: Milan kämpft sich durch die unübersichtliche Anleitung durch.
Alternative: Milan arbeitet sich durch die unübersichtliche Anleitung durch.
Beide eigenen Sätze zeigen mühsames Vorankommen. Durchkämpfen verstärkt den Eindruck eines Widerstands. Durcharbeiten ist sachlicher. Ob Milan am Ende jeden Schritt versteht, muss gesondert gesagt werden; der Satz beschreibt zunächst seine Anstrengung.
Den inneren Entschluss benennen
Ausgangssatz: Sie hat sich dazu durchgekämpft, die alte Planung zu verwerfen.
Alternative: Sie hat sich dazu durchgerungen, die alte Planung zu verwerfen.
Durchgerungen macht deutlicher, dass ein innerer Konflikt vor der Entscheidung liegt. Durchgekämpft kann stärker nach einem längeren Prozess mit äußeren Widerständen klingen. Beide Fassungen beschreiben hier das Erreichen eines Entschlusses, nicht schon die praktische Ausführung eines neuen Plans.
Zwei Betonungen, zwei Formreihen
Das trennbare schwache Verb lautet kämpft durch, kämpfte durch, hat durchgekämpft. Mit zu heißt es durchzukämpfen. In sich durchkämpfen ist das reflexive Pronomen ein Akkusativ. Ein Ziel kann mit zu und Dativ genannt werden: sich zum Ausgang durchkämpfen.
Konjugation von durchkämpfenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | kämpfe durch | kämpfte durch | kämpfe durch | kämpfte durch |
| du | kämpfst durch | kämpftest durch | kämpfest durch | kämpftest durch |
| er/sie/es | kämpft durch | kämpfte durch | kämpfe durch | kämpfte durch |
| wir | kämpfen durch | kämpften durch | kämpfen durch | kämpften durch |
| ihr | kämpft durch | kämpftet durch | kämpfet durch | kämpftet durch |
| sie/Sie | kämpfen durch | kämpften durch | kämpfen durch | kämpften durch |
Konjugation von durchkämpfenSechs Personen mit finiten Formen. Eine qualvolle Zeitspanne verbringen: untrennbar. Reflexive Verwendungen benötigen das passende zusätzliche Pronomen; die Tabelle zeigt nur die finiten Formen.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | durchkämpfe | durchkämpfte | durchkämpfe | durchkämpfte |
| du | durchkämpfst | durchkämpftest | durchkämpfest | durchkämpftest |
| er/sie/es | durchkämpft | durchkämpfte | durchkämpfe | durchkämpfte |
| wir | durchkämpfen | durchkämpften | durchkämpfen | durchkämpften |
| ihr | durchkämpft | durchkämpftet | durchkämpfet | durchkämpftet |
| sie/Sie | durchkämpfen | durchkämpften | durchkämpfen | durchkämpften |
Das nicht trennbare Verb lautet durchkämpft, durchkämpfte, hat durchkämpft. Es wird auf dem zweiten Bestandteil betont und kann eine Zeitspanne als Akkusativobjekt erhalten: eine unruhige Nacht durchkämpfen. Mit zu steht zu durchkämpfen.
Anstrengung konkret erklären
Ein Text sollte zeigen, worin die Schwierigkeit besteht: Muss eine Figur unklare Angaben ordnen, wiederholte Rückschläge verarbeiten oder einen vertrauten Plan aufgeben? Beharrlich kann das Festhalten an einem Ziel beschreiben. Das Wort schließt nicht aus, dass jemand seinen Weg verändert. Ebenso kann sich Durchkämpfen auf einen sinnvollen neuen Entschluss richten.
