Meine Wörter

ermatten

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
ermatten
Worttrennung
er·mat·ten
Präsens
ermattet
Präteritum
ermattete
Partizip II
ermattet
Hilfsverb
sein beim Mattwerden; haben beim Mattmachen

Das Verb ist untrennbar. Transitiv steht ein Akkusativobjekt; intransitiv steht die betroffene Person als Subjekt. Die Wahl des Hilfsverbs folgt damit der jeweiligen Konstruktion.

Ermatten bedeutet, müde und kraftlos zu werden oder jemanden in diesen Zustand zu versetzen. Übertragen können auch Aufmerksamkeit oder Bemühungen ermatten. Das eher gehobene Verb stellt einen Verlust an Kraft und Lebendigkeit dar.

Bedeutung und Verwendung

Die beiden Konstruktionen sind zu unterscheiden. Eine Person ermattet während einer langen Anstrengung; die Anstrengung ermattet die Person. Im ersten Fall wird der Zustandswechsel beschrieben, im zweiten die Ursache als handelnder oder wirkender Ausgangspunkt genannt.

Ermatten ist meist stärker als ein kurzes Müdewerden. Es lässt nachlassende Kräfte erkennen, ohne eine bestimmte medizinische Ursache zu benennen. Übertragen kann eine Bewegung oder ein Bemühen an Intensität verlieren. Die bildhafte Verwendung sollte an konkreten Beobachtungen erkennbar werden.

Synonyme im Gebrauch

Ermüden
Die geläufigere Alternative für müde werden oder machen. Ermatten kann einen ausgeprägteren Kraftverlust und einen gehobeneren Ton nahelegen.
Erschöpfen
Kann einen weitergehenden Verbrauch der Kräfte bezeichnen. Wer ermattet, muss nicht bereits jede Kraftreserve aufgebraucht haben.
Nachlassen
Passt zur übertragenen Abnahme einer Wirkung. Es ist sachlicher und lässt offen, ob Müdigkeit oder andere Ursachen dahinterstehen.

Zwei eigene Satzpaare

Ausgangssatz: Nach dem langen Aufstieg ermattete die Gruppe zusehends.
Alternative: Nach dem langen Aufstieg wurde die Gruppe zusehends müder.

Die Umschreibung klingt alltäglicher. Ermattete betont stärker die nachlassende Kraft. Zusätzliche Beobachtungen wie langsamere Schritte können die Beschreibung nachvollziehbar machen, ohne eine Ursache zu diagnostizieren.

Ausgangssatz: Die wiederholten Unterbrechungen ermatteten ihre Aufmerksamkeit.
Alternative: Die wiederholten Unterbrechungen ließen ihre Aufmerksamkeit nachlassen.

Die Alternative erklärt den übertragenen Vorgang. Im Ausgangssatz wird Aufmerksamkeit wie eine ermüdende Kraft behandelt. Beide Sätze behaupten einen Zusammenhang, der im Kontext gestützt werden sollte.

Grammatik und Schreibweise

Die schwachen Formen lauten ermatten – ermattete – ermattet. Beim Müdewerden steht sein: Sie ist ermattet. Beim Müdemachen steht haben: Die Anstrengung hat sie ermattet.

Das Verb ist untrennbar. Transitiv steht ein Akkusativobjekt; intransitiv steht die betroffene Person als Subjekt. Die Wahl des Hilfsverbs folgt damit der jeweiligen Konstruktion.

Konjugation von ermattenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
Sechs Personen: Präsens, Präteritum, Konjunktiv I und Konjunktiv II. Die finiten Formen gelten für die im Text unterschiedenen Verwendungen; das Perfekthilfsverb richtet sich nach der Bedeutung.
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichermatteermatteteermatteermattete
duermattestermattetestermattestermattetest
er/sie/esermattetermatteteermatteermattete
wirermattenermattetenermattenermatteten
ihrermattetermattetetermattetermattetet
sie/Sieermattenermattetenermattenermatteten

Das Verb ist untrennbar. Transitiv steht ein Akkusativobjekt; intransitiv steht die betroffene Person als Subjekt. Die Wahl des Hilfsverbs folgt damit der jeweiligen Konstruktion.

Treffend formulieren

Für eine Erzählung kann ermatten den Verlauf einer Belastung anschaulich machen. Beschreibe, was sich verändert: Tempo, Haltung oder Konzentration. Ein einzelnes Gähnen genügt nicht für die Behauptung völliger Erschöpfung; die Stärke der Wortwahl sollte zu den dargestellten Anzeichen passen.

Vergleiche auch ermüden: Die alltäglichere Alternative lässt den Grad des Kraftverlusts häufig etwas offener.