fortstehlen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- fortstehlen
- Worttrennung
- fort·steh·len
- Präsens
- stiehlt sich fort
- Präteritum
- stahl sich fort
- Partizip II
- fortgestohlen
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- in der hier erklärten Bedeutung reflexiv: sich fortstehlen
- Trennbarkeit
- trennbar
In dieser Bedeutung lautet es „ich stehle mich fort“, „sie stiehlt sich fort“ und „sie hat sich fortgestohlen“. Das Verb ist trennbar. Bei zu heißt es sich fortzustehlen. Ohne sich würde eine andere Satzkonstruktion entstehen, die nicht einfach dieselbe Bedeutung hat.
Sich fortstehlen bedeutet, einen Ort möglichst unauffällig oder heimlich zu verlassen. Die Wendung beschreibt das Weggehen; sie behauptet nicht, dass dabei etwas gestohlen wird.
Unauffällig verschwinden
Wer sich von einer Feier fortstiehlt, möchte den Aufbruch meist nicht groß ankündigen oder die Aufmerksamkeit nicht auf sich ziehen. Ob tatsächlich niemand etwas bemerkt, sagt das Verb nicht sicher. Es beschreibt vor allem die Art und Absicht des Weggehens.
Die Verbindung hat einen bildhaften Klang. Sie passt deshalb gut in Erzählungen, in denen die Art einer Bewegung wichtig ist. In einem nüchternen Ablaufbericht ist „unbemerkt den Raum verlassen“ oder „ohne Abschied gehen“ oft genauer; beide Varianten setzen allerdings unterschiedliche Dinge voraus.
Ähnliche Wörter, andere Akzente
| Alternative | Gemeinsamer Kern | Unterschied |
|---|---|---|
| sich davonschleichen | unauffälliger Aufbruch | Lässt stärker an vorsichtige, leise Schritte denken. |
| heimlich weggehen | Weggehen verbergen | Erklärt den bildhaften Ausdruck in schlichter Sprache. |
| verschwinden | nicht mehr am Ort sein | Benennt nicht zwingend eine absichtlich unauffällige Bewegung. |
„Als die Musik begann, stahl sich Nils aus dem Saal fort.“
„Als die Musik begann, ging Nils heimlich aus dem Saal.“
Die zweite Fassung macht die Verbergungsabsicht ausdrücklich. Der Grund für den Aufbruch bleibt in beiden offen: Müdigkeit, Ärger oder ein anderer Termin sind gleichermaßen denkbar.
„Die Figur stiehlt sich vor dem Gespräch fort.“
„Die Figur flieht vor dem Gespräch.“
Flieht ist eine stärkere Deutung. Sich fortstehlen betont das unauffällige Entziehen; eine Flucht kann Gefahr oder starke Bedrängnis nahelegen. Für diese Lesart braucht eine Analyse weitere Hinweise.
Das Reflexivpronomen gehört dazu
In dieser Bedeutung lautet es „ich stehle mich fort“, „sie stiehlt sich fort“ und „sie hat sich fortgestohlen“. Das Verb ist trennbar. Bei zu heißt es sich fortzustehlen. Ohne sich würde eine andere Satzkonstruktion entstehen, die nicht einfach dieselbe Bedeutung hat.
In dieser Bedeutung lautet es „ich stehle mich fort“, „sie stiehlt sich fort“ und „sie hat sich fortgestohlen“. Das Verb ist trennbar. Bei zu heißt es sich fortzustehlen. Ohne sich würde eine andere Satzkonstruktion entstehen, die nicht einfach dieselbe Bedeutung hat.
Konjugation von fortstehlenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | stehle mich fort | stahl mich fort | stehle mich fort | stähle mich fort / stöhle mich fort |
| du | stiehlst dich fort | stahlst dich fort | stehlest dich fort | stählest dich fort / stählst dich fort / stöhlest dich fort / stöhlst dich fort |
| er/sie/es | stiehlt sich fort | stahl sich fort | stehle sich fort | stähle sich fort / stöhle sich fort |
| wir | stehlen uns fort | stahlen uns fort | stehlen uns fort | stählen uns fort / stöhlen uns fort |
| ihr | stehlt euch fort | stahlt euch fort | stehlet euch fort | stählet euch fort / stählt euch fort / stöhlet euch fort / stöhlt euch fort |
| sie/Sie | stehlen sich fort | stahlen sich fort | stehlen sich fort | stählen sich fort / stöhlen sich fort |
Heimlich ist nicht automatisch böse
Eine heimliche Handlung ist vor anderen verborgen, aber dadurch noch nicht moralisch bewertet. Ein zurückhaltender Aufbruch kann rücksichtsvoll, vermeidend oder täuschend sein. Die Motive sollten aus dem Text belegt und nicht allein aus dem Verb abgeleitet werden.
