herausbekommen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- herausbekommen
- Worttrennung
- he·raus·be·kom·men
- Präsens
- bekommt heraus
- Präteritum
- bekam heraus
- Partizip II
- herausbekommen
- Hilfsverb
- haben
Eine Aufgabe herausbekommen: umgangssprachlich
Herausbekommen bedeutet, etwas entfernen zu können, eine Lösung oder Information zu gewinnen oder Geld zurückzuerhalten. Der Zusammenhang entscheidet, ob ein Fleck verschwindet, eine Frage beantwortet wird oder Wechselgeld gemeint ist. Die Lösungsbedeutung ist umgangssprachlich.
Entfernen, klären oder zurückerhalten
„Ich bekomme den Splitter nicht heraus“ beschreibt ein misslingendes Entfernen. Bei „Ich bekomme den Fehler nicht heraus“ kann dagegen die Suche nach einer Erklärung gemeint sein. Der zweite Satz ist ohne Kontext mehrdeutig: Bei einem technischen Text könnte auch das Beseitigen eines Fehlers im Vordergrund stehen.
„Wir haben herausbekommen, wann der Laden öffnet“ betrifft einen Wissensgewinn. Die Formulierung lässt offen, ob die Gruppe nachfragte, einen Aushang las oder mehrere Angaben verglich. Beim Bezahlen bezeichnet „zwei Euro herausbekommen“ dagegen einen zurückerhaltenen Betrag. Es handelt sich nicht automatisch um Gewinn oder Einkommen.
Die richtige Alternative wählen
| Ausdruck | Bedeutung und Grenze |
|---|---|
| entfernen können | Passt zu einem feststeckenden oder störenden Gegenstand. Die Möglichkeit beziehungsweise der Erfolg bleibt erhalten. |
| lösen | Passt zu einer Aufgabe oder einem Rätsel. Im Satz muss die Aufgabe das Objekt sein, nicht jede beliebige Information. |
| ermitteln | Sachlicher und häufig methodischer bei gesuchten Daten oder Zusammenhängen. |
| zurückbekommen | Passt zum Geldbetrag, kann aber auch einen zuvor verliehenen Gegenstand betreffen. |
„Mit warmem Wasser bekam sie den Fleck heraus.“ – „Mit warmem Wasser konnte sie den Fleck entfernen.“
Die zweite Fassung macht den erfolgreichen Entfernungsvorgang deutlich. Dass das Wasser warm war, erklärt noch nicht, welches Material behandelt wurde; daraus sollte keine allgemeine Reinigungsempfehlung abgeleitet werden.
„Die Gruppe bekam die Abfahrtszeit heraus.“ – „Die Gruppe ermittelte die Abfahrtszeit.“
Beide Sätze können denselben Wissensgewinn meinen. Ermitteln klingt förmlicher und legt eher eine gezielte Prüfung nahe. Herausbekommen bleibt im Gespräch die lockerere Wahl.
Bekommt heraus, bekam heraus
Das Verb ist trennbar und bildet bekommt heraus, bekam heraus und hat herausbekommen. Beim Infinitiv mit zu steht herauszubekommen: Die Klammer ist schwer herauszubekommen. Bei einer Information kann ein Fragesatz folgen: herausbekommen, wo der Schlüssel liegt.
Eine Aufgabe herausbekommen: umgangssprachlich
Konjugation von herausbekommenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | bekomme heraus | bekam heraus | bekomme heraus | bekäme heraus |
| du | bekommst heraus | bekamst heraus | bekommest heraus | bekämest heraus / bekämst heraus |
| er/sie/es | bekommt heraus | bekam heraus | bekomme heraus | bekäme heraus |
| wir | bekommen heraus | bekamen heraus | bekommen heraus | bekämen heraus |
| ihr | bekommt heraus | bekamt heraus | bekommet heraus | bekämet heraus / bekämt heraus |
| sie/Sie | bekommen heraus | bekamen heraus | bekommen heraus | bekämen heraus |
„Aus ihr war nichts herauszubekommen“ bedeutet, dass man von ihr keine gewünschte Auskunft erhielt. Das sagt nicht, warum sie nichts mitteilte: Unwissen, Verschwiegenheit oder eine andere Ursache bleiben möglich. In sachlichen Berichten ist die genaue Information oft besser: „Sie beantwortete die Frage nicht“ vermeidet eine unbelegte Erklärung ihres Verhaltens.
