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hintergehen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
hintergehen
Worttrennung
hin·ter·ge·hen
Präsens
hintergeht
Präteritum
hinterging; ging hinter in der zweiten Tabellenbedeutung
Partizip II
hintergangen beim Täuschen; hintergegangen beim regionalen Ortswechsel
Hilfsverb
haben beim Täuschen; sein beim regionalen nach hinten Gehen

Täuschen: untrennbar, Betonung auf gehen; regionaler Ortswechsel: trennbar, Betonung auf hinter

Formen und Verwendung im Detail

Was bedeutet hintergehen?

Wer jemanden hintergeht, handelt unaufrichtig und täuscht die andere Person. Häufig steht ein verletztes Vertrauen im Vordergrund. Verheimlichte Absprachen oder ein bewusst falscher Eindruck können dazu gehören. Eine bloß falsche Auskunft aus Unwissen ist noch kein ausreichender Beleg für diese Absicht.

In einer Beziehung kann hintergehen sexuelle Untreue bezeichnen. Der Zusammenhang muss klären, ob diese Lesart oder eine andere Täuschung gemeint ist. Selten kann man eine Anweisung hintergehen, also sie listig umgehen. Die Bedeutung, auf Hintergründe zurückzugehen, ist veraltet.

Nicht jede gleiche Schreibung bezeichnet dasselbe Verb. Regional, ostmitteldeutsch, süddeutsch und österreichisch umgangssprachlich, heißt hintergehen auch nach hinten gehen. Diese räumliche Bedeutung hat eine andere Betonung, ist trennbar und bildet andere Vergangenheitsformen. Sie behauptet keine Täuschung.

Synonyme unterscheiden

AusdruckBedeutung und Grenze
täuschenWeiter gefasst; beim Hintergehen wird die Unaufrichtigkeit hervorgehoben.
betrügenKann eine bewusste Benachteiligung oder in Beziehungen Untreue betonen.
belügenBezieht sich auf eine bewusst unwahre Aussage; Hintergehen kann auch ohne ausdrückliche Lüge erfolgen.
nach hinten gehenUmschreibt ausschließlich das regionale räumliche Verb.

Der Artikel zu betrügen unterscheidet ebenfalls Täuschung, Benachteiligung und die Beziehungslesart. In einer Analyse sollte zunächst die konkrete Handlung genannt werden, bevor ein solcher Vorwurf übernommen wird.

Zwei Satzpaare erklärt

„Er hinterging die Gruppe durch eine geheime Gegenabsprache.“ · „Er verstand die Absprache der Gruppe falsch.“

Der erste Satz benennt ein bewusst unaufrichtiges Vorgehen. Der zweite beschreibt einen Irrtum. Ein Nachteil allein beweist daher noch kein Hintergehen.

„Sie hat ihn hintergangen.“ · „Sie ist im Saal hintergegangen.“

Der erste Satz gehört zum untrennbaren Täuschungsverb. Der zweite kann regional einen Ortswechsel nach hinten bezeichnen. Haben und hintergangen stehen hier sein und hintergegangen gegenüber.

Zwei unterschiedliche Formenreihen

Beim Täuschen heißt es „sie hintergeht“, „sie hinterging“, „sie hat hintergangen“ und zu hintergehen. Beim regionalen Ortswechsel heißt es „sie geht hinter“, „sie ging hinter“, „sie ist hintergegangen“ und hinterzugehen. Das zusätzliche ge im zweiten Partizip und die Trennung dürfen nicht auf das Täuschungsverb übertragen werden.

Konjugation von hintergehenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
Sechs Personen mit finiten Formen. Jemanden täuschen: untrennbar.
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichhintergehehinterginghintergehehinterginge
duhintergehsthintergingsthintergehesthintergingest
er/sie/eshintergehthinterginghintergehehinterginge
wirhintergehenhintergingenhintergehenhintergingen
ihrhintergehthintergingthintergehethinterginget
sie/Siehintergehenhintergingenhintergehenhintergingen
Konjugation von hintergehenSechs Personen mit finiten Formen. Regional nach hinten gehen: trennbar.
Sechs Personen mit finiten Formen. Regional nach hinten gehen: trennbar.
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichgehe hinterging hintergehe hinterginge hinter
dugehst hintergingst hintergehest hintergingest hinter
er/sie/esgeht hinterging hintergehe hinterginge hinter
wirgehen hintergingen hintergehen hintergingen hinter
ihrgeht hintergingt hintergehet hinterginget hinter
sie/Siegehen hintergingen hintergehen hintergingen hinter