hinwirken
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- hinwirken
- Worttrennung
- hin·wir·ken
- Präsens
- wirkt hin
- Präteritum
- wirkte hin
- Partizip II
- hingewirkt
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- auf etwas hinwirken (auf + Akkusativ); darauf hinwirken, dass …
Was bedeutet hinwirken?
Wer auf etwas hinwirkt, setzt sich für ein bestimmtes Ergebnis ein. Das können Gespräche, Vorschläge, gemeinsame Absprachen oder andere Anstrengungen sein. Die Person handelt nicht bloß nebenbei, sondern richtet ihr Tun auf ein Ziel.
Das Ziel wird meist ausdrücklich genannt: auf eine Einigung hinwirken oder darauf hinwirken, dass ein Verfahren verständlicher wird. Das Hinwirken selbst ist noch kein Beweis des Erfolgs. Andere Beteiligte können widersprechen, Voraussetzungen können fehlen oder ein zunächst aussichtsreicher Versuch kann scheitern. Ein Bericht sollte deshalb zwischen Bemühen, Einfluss und erreichtem Ergebnis unterscheiden.
Der Ausdruck kann außerdem offenlassen, welche Schritte tatsächlich unternommen wurden. „Wir wirken auf eine Verbesserung hin“ klingt positiv, bleibt aber ohne nähere Erklärung unbestimmt. Ein verständlicher Text nennt das konkrete Handeln und den gewünschten Unterschied.
Synonyme und Bedeutungsgrenzen
| Ausdruck | Bedeutung und Grenze |
|---|---|
| sich einsetzen für | Betont den persönlichen Einsatz zugunsten eines Ziels. |
| darauf hinarbeiten | Nahe Alternative für ein zielgerichtetes Bemühen, oft mit längerem Verlauf. |
| anstreben | Nennt eine Absicht; hinwirken hebt den tätigen Einsatz stärker hervor. |
| bewirken / erreichen | Bezeichnet ein tatsächlich herbeigeführtes oder erreichtes Ergebnis und ist deshalb stärker. |
Der Unterschied zu erreichen ist besonders in Rückblicken wichtig. Wer auf eine Verständigung hingewirkt hat, darf damit nicht automatisch als alleiniger Urheber einer späteren Einigung gelten.
Zwei Satzvergleiche erklärt
„Die Klasse wirkt auf eine verständliche Regelung hin.“ · „Die Klasse hat eine verständliche Regelung erreicht.“
Der erste Satz nennt den Einsatz. Der zweite nennt ein Ergebnis. Welche Regelung tatsächlich beschlossen wurde, bleibt durch die erste Aussage allein offen.
„Sie wirkte darauf hin, dass beide Seiten miteinander sprachen.“ · „Sie hoffte, dass beide Seiten miteinander sprachen.“
Der erste Satz behauptet ein aktives Bemühen. Der zweite beschreibt zunächst einen Wunsch. Aus einer Hoffnung allein folgen noch keine entsprechenden Handlungen.
Satzbau und Formen
Üblich ist „auf etwas hinwirken“ mit Akkusativ: „auf eine Lösung“. Ein dass-Satz wird häufig mit darauf angekündigt: „darauf hinwirken, dass alle teilnehmen können“. Das Komma trennt den Nebensatz ab. Die Formen heißen „wirkt hin“, „wirkte hin“ und „hat hingewirkt“. Mit zu schreibt man hinzuwirken.
Konjugation von hinwirkenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | wirke hin | wirkte hin | wirke hin | wirkte hin |
| du | wirkst hin | wirktest hin | wirkest hin | wirktest hin |
| er/sie/es | wirkt hin | wirkte hin | wirke hin | wirkte hin |
| wir | wirken hin | wirkten hin | wirken hin | wirkten hin |
| ihr | wirkt hin | wirktet hin | wirket hin | wirktet hin |
| sie/Sie | wirken hin | wirkten hin | wirken hin | wirkten hin |
In einer Analyse hilft eine Ergänzung der Mittel: durch Nachfragen, durch einen Vorschlag oder durch das Vermitteln zwischen Beteiligten. So wird aus einer bloßen positiven Bewertung eine nachvollziehbare Beschreibung.
