hofieren
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- hofieren
- Worttrennung
- ho·fie·ren
- Präsens
- hofiert
- Präteritum
- hofierte
- Partizip II
- hofiert
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- jemanden hofieren (Akkusativ)
hofieren: Jemanden hofieren heißt, sich mit auffallender Aufmerksamkeit und Entgegenkommen um dessen Gunst zu bemühen.
Bedeutung und Zusammenhang
Beim Hofieren steht eine Person im Mittelpunkt besonders zuvorkommender Behandlung. Man lobt sie, lädt sie bevorzugt ein oder erfüllt ihre Wünsche. Das kann Bewunderung ausdrücken, wirkt aber oft so, als verspreche man sich davon einen Vorteil. Das Wort legt damit mehr nahe als einen gewöhnlich freundlichen Umgang.
Eine Organisation kann etwa eine bekannte Künstlerin hofieren, weil sie deren Auftritt gewinnen möchte. Ob die Bemühungen ehrlich, übertrieben oder berechnend sind, lässt sich aus dem Verb allein nicht beweisen. Der Zusammenhang sollte zeigen, welche Behandlung auffällt und worauf das Werben zielt.
Synonyme im Gebrauch
Umwerben passt, wenn jemand für eine Zusammenarbeit oder eine persönliche Beziehung gewonnen werden soll. Umschmeicheln betont besonders schmeichelnde Worte und Gesten. Sich einschmeicheln richtet den Blick auf das gezielte Herstellen von Wohlwollen und klingt meist kritischer.
Höflich behandeln ist wesentlich neutraler. Ein respektvoller Empfang ist nicht automatisch Hofieren. Ebenso kann man jemanden bewundern, ohne ihn persönlich zu umwerben. Die Alternativen unterscheiden deshalb beobachtbares Verhalten und vermutete Absicht.
Wörter im Satz vergleichen
Vergleiche: „Mehrere Verlage hofierten die erfolgreiche Autorin.“
„Mehrere Verlage informierten die erfolgreiche Autorin.“
Hofieren beschreibt auffallendes Bemühen um ihre Gunst. Informieren sagt nur, dass sie Mitteilungen erhielt. Über besondere Einladungen oder günstige Angebote erfährt man im zweiten Satz nichts.
Vergleiche: „Er hofierte den neuen Leiter mit ständigen Einladungen.“
„Er begrüßte den neuen Leiter höflich.“
Die wiederholten Einladungen machen im ersten Satz ein Werben sichtbar. Der zweite beschreibt eine einzelne angemessene Umgangsform. Höflichkeit allein trägt den stärkeren Vorwurf des Hofierens nicht.
Verwendung und Satzbau
Das Verb verlangt gewöhnlich ein Akkusativobjekt: Man hofiert jemanden, nicht „jemandem“. Bei „sich bei jemandem einschmeicheln“ verändert sich dagegen der Satzbau. Ein Ersatzwort muss deshalb zusammen mit seinen Ergänzungen geprüft werden.
Das Partizip lautet hofiert, ohne zusätzliches ge-. In der Vergangenheitsform kann es heißen: „Die Veranstalter haben den Stargast hofiert.“ Das beschreibt die Bemühung der Veranstalter; ob der Gast zugesagt hat, bleibt eine andere Frage.
In sachlichen Texten sollte ein möglicher Hintergedanke als Einschätzung erkennbar bleiben. Ein Satz wie „Sie erhielt drei persönliche Einladungen“ liefert zunächst Beobachtungen. Die anschließende Bewertung als Hofieren kann daran anknüpfen, statt eine Absicht ohne Beleg zu behaupten.
Grammatik und Wortformen
Konjugation von hofierenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | hofiere | hofierte | hofiere | hofierte |
| du | hofierst | hofiertest | hofierest | hofiertest |
| er/sie/es | hofiert | hofierte | hofiere | hofierte |
| wir | hofieren | hofierten | hofieren | hofierten |
| ihr | hofiert | hofiertet | hofieret | hofiertet |
| sie/Sie | hofieren | hofierten | hofieren | hofierten |
