Meine Wörter

machen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
machen
Worttrennung
ma·chen
Präsens
macht
Präteritum
machte
Partizip II
gemacht
Hilfsverb
haben; bei veralteter regionaler Bewegungsbedeutung auch sein

Die Tabellen zeigen den heutigen einfachen Gebrauch mit haben. Die alte ostmitteldeutsche Bewegungsbedeutung mit sein wird getrennt erläutert. Allgemeines machen ist nicht automatisch schlechter Stil; genauere Verben dürfen den gemeinten Vorgang nicht verändern.

Reflexiver Gebrauch: je nach Bedeutung auch sich machen; Reflexivpronomen nicht bei jeder Verwendung

Ergänzungen: je nach Bedeutung etwas/jemanden (Akkusativ) machen; jemandem (Dativ) etwas (Akkusativ) machen

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Machen ist ein häufiges, weit verwendbares Verb: Es kann das Herstellen, Ausführen oder Bewirken von etwas bezeichnen. Die genaue Bedeutung ergibt sich meist aus dem Objekt und den weiteren Ergänzungen. Auch feste Verbindungen und reflexive Verwendungen müssen einzeln verstanden werden.

Bedeutungen

Etwas herstellen oder zubereiten

Wer etwas macht, kann einen Gegenstand, eine Speise oder ein anderes Ergebnis hervorbringen. Das allgemeine Verb nennt das Verfahren noch nicht. Je nach Objekt können beispielsweise bauen, schreiben, backen oder zubereiten genauer sein.

Die Gruppe macht Schilder für den Bücherflohmarkt.

Schilder werden angefertigt. Ob sie von Hand bemalt oder am Computer gestaltet werden, lässt der Satz offen.

Eine Tätigkeit ausführen

Machen kann sich auf eine Aufgabe, eine Handlung oder eine Beschäftigung beziehen. Besonders in einer offenen Frage ist das allgemeine Wort sinnvoll: Die fragende Person kennt die Tätigkeit möglicherweise noch nicht.

Was machst du nach dem Unterricht?

Die Frage lässt verschiedene Antworten zu. Was liest du würde bereits voraussetzen, dass Lesen die gemeinte Tätigkeit ist.

Etwas verursachen oder einen Zustand verändern

Machen kann ein Ergebnis hervorrufen. Bei einer zusätzlichen Eigenschaftsangabe wird gesagt, in welchen Zustand jemand oder etwas versetzt wird. Auch das Einsetzen in eine Rolle oder Stellung kann gemeint sein.

Die unerwartete Nachricht macht die Erzählerin neugierig.

Neugierig nennt den ausgelösten Zustand. Welche Handlung daraus folgt, wird nicht behauptet.

Geld erzielen oder einen Betrag angeben

Geld machen kann umgangssprachlich verdienen meinen. Bei einer Rechnung kann machen einen zu zahlenden Betrag oder ein Rechenergebnis nennen. Ein Umsatz ist dabei nicht automatisch dasselbe wie ein Gewinn.

Die beiden Hefte machen zusammen sechs Euro.

Hier wird ein Preis genannt. Der Satz beschreibt weder den Gewinn des Geschäfts noch den Aufwand der Herstellung.

Sich entwickeln oder sich passend einfügen

Reflexiv kann sich machen eine meist günstige Entwicklung meinen. In einer anderen Verwendung passt etwas gut in eine Umgebung oder Anordnung. Beide Verwendungen benötigen ihren jeweiligen Zusammenhang.

Die neue Lesegruppe hat sich gut gemacht; das kleine Regal macht sich gut neben dem Fenster.

Der erste Teilsatz bewertet eine Entwicklung, der zweite die Platzierung. Das Regal entwickelt deshalb nicht im gleichen Sinn eine Fähigkeit wie die Gruppe.

Eine Rolle spielen oder ein Verhalten darstellen

Salopp kann machen das Übernehmen einer Bühnenrolle ausdrücken. In einer Verbindung wie auf wichtig machen wird dagegen ein zur Schau gestelltes Verhalten beschrieben, häufig mit kritischem Unterton.

Im Schultheater macht Jana die Erzählerin; in der Pause macht die andere Figur auf besonders wichtig.

Eine gespielte Theaterrolle und ein als aufgesetzt bewertetes Auftreten sind verschiedene Sachverhalte. Eine abwertende Zuschreibung ist noch kein Beweis für die Absicht der Person.

Weitere umgangssprachliche und regionale Verwendungen

Machen kann in einer Erzählung eine Lautäußerung wiedergeben, etwa „Hm“, machte sie. Verhüllend kann in die Hose machen eine Ausscheidung meinen; salopp kann es machen sich auf Geschlechtsverkehr beziehen. Regional kommt machen außerdem für Einfüllen oder Gehen vor. Solche Verwendungen passen nicht unverändert in jeden sachlichen Text.

Im älteren regionalen Dialog sagt die Figur, sie sei in die Stadt gemacht.

In dieser veralteten ostmitteldeutschen Verwendung ist eine Bewegung gemeint. Sie erklärt keine allgemeine Regel für das Perfekt des heutigen Standardverbs.

machen: Synonyme und andere Wörter

Beim Herstellen

herstellen · anfertigen · zubereiten

Herstellen passt zu einem hervorgebrachten Ergebnis, zubereiten besonders zu Essen und Getränken. Ein genaueres Verb hilft nur, wenn die betreffende Tätigkeit tatsächlich bekannt ist.

„Sie macht Tee“ lässt sich als „Sie bereitet Tee zu“ wiedergeben. „Sie baut Tee“ würde den Vorgang verändern.

Beim Handeln

tun · ausführen · erledigen

Tun ist ebenfalls weit gefasst. Erledigen betont eher das Abschließen einer Aufgabe. In festen Verbindungen kann ein Austausch unmöglich sein: Es heißt jemandem einen Gefallen tun, nicht einfach einen Gefallen machen.

„Was tust du?“ und „Was machst du?“ können dieselbe offene Frage stellen. „Was erledigst du?“ lenkt stärker auf Aufgaben.

Beispiele und Verwendung

Den Zustand genau nennen

„Die Zeichnung macht den Ablauf verständlicher.“

Den Ablauf ist Akkusativ; verständlicher beschreibt die Veränderung. Die Zeichnung stellt nicht den Ablauf selbst her, sondern soll das Verstehen erleichtern.

Allgemein oder konkret formulieren

„Wir machen etwas am Text“ lässt sich bei bekanntem Vorgehen präzisieren: „Wir kürzen Wiederholungen und erklären zwei Fachwörter.“

Die zweite Fassung nennt konkrete Arbeitsschritte. Sie darf nur verwendet werden, wenn diese Schritte wirklich gemeint sind. Genauere Formulierungen sind keine Erlaubnis, zusätzliche Tätigkeiten zu erfinden.

Den Reflexivkasus erkennen

„Ich mache mir Sorgen; ich mache mich bereit.“

Im ersten Satz ist mir Dativ, Sorgen das Akkusativobjekt. Im zweiten steht mich im Akkusativ. Das identische sich bei er oder sie würde diesen Unterschied nicht sichtbar machen.

Grammatik und Beugung

Die gewöhnlichen Hauptformen lauten macht – machte – hat gemacht. Machen ist schwach; die Worttrennung lautet ma·chen. Der Infinitiv mit zu heißt zu machen. Das großgeschriebene Machen ist dagegen eine substantivierte Verwendung.

Ein Akkusativ kann eine Sache oder eine betroffene Person nennen: ein Schild machen, jemanden neugierig machen. Ein zusätzlicher Dativ kann die begünstigte Person nennen: jemandem einen Tee machen. Nicht jede Verwendung benötigt sämtliche Ergänzungen.

Reflexive Formen werden je nach Bedeutung ergänzt, etwa ich mache mich bereit oder ich mache mir Sorgen. In der veralteten regionalen Bewegungsbedeutung ist neben haben auch sein belegt. Die folgenden Tabellen behandeln ausdrücklich die gewöhnlichen aktiven Formen mit haben; diese Reihe darf nicht als vollständiges Paradigma jeder regionalen Verwendung ausgegeben werden.

machen: Präsens, Präteritum und Perfekt
PersonPräsensPräteritumPerfekt
ichich macheich machteich habe gemacht
dudu machstdu machtestdu hast gemacht
er/sie/eser/sie/es machter/sie/es machteer/sie/es hat gemacht
wirwir machenwir machtenwir haben gemacht
ihrihr machtihr machtetihr habt gemacht
siesie machensie machtensie haben gemacht
machen: Plusquamperfekt, Futur I und Futur II
PersonPlusquamperfektFutur IFutur II
ichich hatte gemachtich werde machenich werde gemacht haben
dudu hattest gemachtdu wirst machendu wirst gemacht haben
er/sie/eser/sie/es hatte gemachter/sie/es wird machener/sie/es wird gemacht haben
wirwir hatten gemachtwir werden machenwir werden gemacht haben
ihrihr hattet gemachtihr werdet machenihr werdet gemacht haben
siesie hatten gemachtsie werden machensie werden gemacht haben
machen: Konjunktiv I und II
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichich macheich machte
dudu machestdu machtest
er/sie/eser/sie/es macheer/sie/es machte
wirwir machenwir machten
ihrihr machetihr machtet
siesie machensie machten
machen: Aufforderungsformen
AnredeForm
dumach! / mache!
ihrmacht!
Siemachen Sie!

Redewendungen und feste Verbindungen

Sich an die Arbeit machen

Das bedeutet, mit einer Aufgabe zu beginnen. „Nach der Besprechung macht sich die Gruppe an die Arbeit.“ Sich steht hier im Akkusativ; die Verbindung benennt den Beginn und nicht schon einen erfolgreichen Abschluss.

Sich nichts aus etwas machen

Die Verbindung bedeutet, etwas nicht besonders zu mögen oder ihm wenig Bedeutung beizumessen. „Leo macht sich nichts aus großen Feiern und trifft Freunde lieber im kleinen Kreis.“ Sich ist hier Dativ. Das Beispiel sagt nichts darüber aus, ob andere Menschen große Feiern mögen.

Macht nichts!

Die umgangssprachliche Reaktion kann beruhigend bedeuten: Das ist nicht schlimm. „Du hast den Stift vergessen? Macht nichts, ich habe einen zweiten.“ Die Formulierung mildert hier den Fehler; in einem anderen Ton kann sie auch genervt klingen.