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nachlassen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
nachlassen
Worttrennung
nach·las·sen
Präsens
er lässt nach
Präteritum
er ließ nach
Partizip II
nachgelassen
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
trennbar

Weniger berechnen: Kaufmannssprache. Mit einer Tätigkeit aufhören: landschaftlich. Hinterlassen/vererben: veraltet.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Nachlassen heißt meist, an Stärke oder Intensität zu verlieren. Es kann auch bedeuten, einen Preis zu verringern oder ein gespanntes Seil zu lockern. Landschaftlich heißt mit etwas nachlassen, von einer Tätigkeit abzulassen; veraltet begegnet es für Hinterlassenes.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Schwächer werden

Ein Geräusch, ein Wind oder eine Leistung kann nachlassen. Gemeint ist eine Abnahme gegenüber dem früheren Zustand, nicht notwendig ein vollständiges Ende.

Am Abend ließ der Wind nach, hörte aber nicht ganz auf.

Die Einschränkung zeigt, dass nachlassen und enden verschieden sind.

Bedeutung 2: Weniger berechnen

In der Kaufmannssprache kann jemand einen Teil eines Preises nachlassen. Der geforderte Betrag wird dadurch geringer. Die Bedingungen einer solchen Ermäßigung müssen aus dem Angebot hervorgehen.

Die Händlerin ließ zehn Euro vom ursprünglichen Preis nach.

Zehn Euro bezeichnet den Abzug, nicht den verbleibenden Preis.

Bedeutung 3: Auf eine Forderung verzichten

In einem entsprechenden Zusammenhang kann nachlassen das Erlassen eines geforderten Betrags meinen. Der Sprecher beschreibt dann einen Verzicht, nicht nur das spätere Bezahlen.

In der Erzählung lässt der Verpächter einen Teil der geschuldeten Pacht nach.

Der Teil wird erlassen. Ein bloßes Hinausschieben der Zahlung wäre eine andere Aussage.

Bedeutung 4: Eine Spannung lockern

Man kann ein Seil oder Zügel nachlassen, indem man die Spannung verringert. Der Gegenstand bleibt dabei vorhanden.

Die Figur ließ das gespannte Seil ein wenig nach.

Ein wenig begrenzt die Lockerung. Vollständiges Loslassen wird nicht behauptet.

Bedeutung 5: Landschaftlich: von einer Tätigkeit ablassen

Mit etwas nachlassen kann landschaftlich heißen, ein bestimmtes Tun einzustellen. In nicht nachlassen wird entsprechend ein hartnäckiges Fortsetzen beschrieben.

Im regional gefärbten Dialog bittet sie den Nachbarn, mit seinen Vorwürfen nachzulassen.

Die Bitte richtet sich gegen das fortgesetzte Verhalten. Es geht nicht um eine Preisermäßigung.

Bedeutung 6: Veraltet: etwas hinterlassen

Veraltet kann nachlassen Hinterlassenes bezeichnen, besonders im Partizip nachgelassen. Bei literarischen Texten sind nachgelassene Schriften die beim Tod hinterlassenen Arbeiten.

Das Archiv ordnet die nachgelassenen Manuskripte der Autorin.

Nachgelassen meint hier hinterlassen, nicht in der Qualität schlechter geworden. Der Nachlass bezeichnet den entsprechenden Zusammenhang.

Synonyme: andere Wörter für nachlassen

Bei Stärke und Tätigkeit

schwächer werden · abflauen · abnehmen · ablassen

Abflauen passt häufig zu Wind oder Erregung. Ablassen von etwas betrifft ein Handeln. Nicht jedes Nachlassen bedeutet deshalb, dass eine Person bewusst aufhört.

„Der Lärm lässt nach“ beschreibt eine Abnahme. „Er lässt von seinen Vorwürfen ab“ nennt ein Verhalten.

Bei Geld und Spannung

ermäßigen · erlassen · lockern

Ermäßigen betrifft den Preis, erlassen einen Anspruch oder Betrag, lockern die Spannung. Die Wörter können nicht ohne Rücksicht auf das Objekt getauscht werden.

„Den Preis nachlassen“ lässt sich mit „ermäßigen“ erklären; „die Zügel nachlassen“ mit „lockern“.

Beispiele und Verwendung

Gegenwart und Rückblick unterscheiden

Ihre Konzentration lässt gegen Ende der langen Sitzung nach.

Das beschreibt eine Veränderung in dieser Situation. Es belegt keine allgemeine dauerhafte Unfähigkeit.

Ein Partizip im Zusammenhang lesen

Die nachgelassenen Briefe werden erstmals geordnet.

Bei Briefen einer verstorbenen Person passt die historische Hinterlassensbedeutung. Eine nachgelassene Sturmstärke wäre ein anderer Zusammenhang.

Grammatik und Beugung

Die starken Hauptformen lauten lässt nach – ließ nach – hat nachgelassen. Die Worttrennung ist nach·las·sen.

Nachlassen ist trennbar: Der Wind lässt nach; weil er nachlässt. Das Partizip II heißt nachgelassen. Mit zu lautet es nachzulassen.

Der Konjunktiv II lautet ich ließe nach. Je nach Bedeutung steht kein Objekt oder ein Akkusativobjekt wie den Preis nachlassen; eine begünstigte Person kann im Dativ hinzukommen.

nachlassen: Präsens, Präteritum, Perfekt
PersonPräsensPräteritumPerfekt
ichich lasse nachich ließ nachich habe nachgelassen
dudu lässt nachdu ließest nachdu hast nachgelassen
er/sie/eser/sie/es lässt nacher/sie/es ließ nacher/sie/es hat nachgelassen
wirwir lassen nachwir ließen nachwir haben nachgelassen
ihrihr lasst nachihr ließt nachihr habt nachgelassen
siesie lassen nachsie ließen nachsie haben nachgelassen
nachlassen: Plusquamperfekt, Futur I, Futur II
PersonPlusquamperfektFutur IFutur II
ichich hatte nachgelassenich werde nachlassenich werde nachgelassen haben
dudu hattest nachgelassendu wirst nachlassendu wirst nachgelassen haben
er/sie/eser/sie/es hatte nachgelassener/sie/es wird nachlassener/sie/es wird nachgelassen haben
wirwir hatten nachgelassenwir werden nachlassenwir werden nachgelassen haben
ihrihr hattet nachgelassenihr werdet nachlassenihr werdet nachgelassen haben
siesie hatten nachgelassensie werden nachlassensie werden nachgelassen haben
nachlassen: Konjunktiv I, Konjunktiv II
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichich lasse nachich ließe nach
dudu lassest nachdu ließest nach
er/sie/eser/sie/es lasse nacher/sie/es ließe nach
wirwir lassen nachwir ließen nach
ihrihr lasset nachihr ließet nach
siesie lassen nachsie ließen nach
nachlassen: Aufforderungsformen
AnredeForm
dulass nach!
ihrlasst nach!
Sielassen Sie nach!