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ölen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
ölen
Worttrennung
ölen
Präsens
er/sie/es ölt
Präteritum
er/sie/es ölte
Partizip II
geölt
Perfekt
er/sie/es hat geölt
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
nicht trennbar

Gebrauch: Mit Öl versehen oder behandeln; regional umgangssprachlich stark schwitzen. In der Schweiz auch Öl durch Pressen gewinnen.

Ergänzungen: etwas ölen; regional auch ohne Objekt

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Ölen bedeutet, etwas mit Öl zu versehen oder zu behandeln. Regional umgangssprachlich kann es auch starkes Schwitzen meinen. Im schweizerischen Gebrauch ist außerdem das Gewinnen von Öl durch Pressen belegt.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Öl zuführen oder auftragen

Ölen kann das Schmieren eines beweglichen Teils oder die Behandlung einer Oberfläche mit Öl bezeichnen. Welche Art Öl geeignet ist und wie sie verwendet wird, folgt nicht aus dem Verb allein.

„Die Beschreibung nennt das Ölen der Holzoberfläche als einen Arbeitsschritt.“

Gemeint ist eine Ölbehandlung. Der Satz ist keine vollständige Arbeitsanleitung und legt kein bestimmtes Produkt fest.

Bedeutung 2: Regional stark schwitzen

In landschaftlicher Umgangssprache kann ölen starkes Schwitzen beschreiben. In diesem Gebrauch wird kein Öl auf eine Oberfläche aufgetragen.

„Im regionalen Dialog ölt der Wanderer beim steilen Anstieg.“

Die Formulierung beschreibt den Schweiß bildhaft. Sie ist keine medizinische Erklärung seiner körperlichen Verfassung.

Bedeutung 3: Schweizerisch Öl pressen

Im schweizerischen Gebrauch kann ölen das Gewinnen von Öl durch Pressen bezeichnen. Der Blick liegt dann auf der Herstellung, nicht auf dem Auftragen des fertigen Stoffes.

„Der ältere Schweizer Bericht beschreibt, wie in der Mühle geölt wurde.“

Mühle und Herstellungszusammenhang helfen, die regionale Bedeutung zu erkennen.

ölen: Synonyme und andere Wörter

Beim Auftragen

mit Öl versehen · einölen · schmieren

Mit Öl versehen ist die allgemeine Umschreibung. Schmieren betont die Gleitfähigkeit. Eincremen oder fetten bezeichnet andere Mittel und darf in einer sachlich genauen Anleitung nicht beliebig gleichgesetzt werden.

„Er ölt das Gelenk.“ → „Er versieht das Gelenk mit Schmieröl.“ Die zweite Fassung macht den Stoffbezug deutlicher.

Bei den regionalen Verwendungen

schwitzen · Öl pressen

Diese Umschreibungen gehören zu verschiedenen Bedeutungen. Der Zusammenhang entscheidet, ob ein Mensch schwitzt oder ein Rohstoff verarbeitet wird.

„Beim Aufstieg ölt er.“ → „Beim Aufstieg schwitzt er stark.“ Die Fassung passt zum regionalen Körpergebrauch.

Beispiele und Verwendung

Die Bedeutung am Umfeld erkennen

„Der Text erwähnt Öl, Holz und eine Oberfläche.“

Diese Angaben sprechen für eine Materialbehandlung und gegen die regionale Schwitzbedeutung.

Die Aussage nicht überdehnen

„Das Scharnier wurde geölt, quietscht aber weiterhin.“

Die Behandlung und ihr gewünschter Erfolg sind nicht dasselbe. Das Partizip geölt garantiert keine Geräuschfreiheit.

Grammatik und Beugung

Die Hauptformen lauten ölt, ölte, hat geölt. Das Verb ist schwach und bildet das Perfekt mit haben. Das Wort wird nicht getrennt.

Die Tabelle verwendet die üblichen kurzen Formen wie du ölst und ihr ölt. Der Konjunktiv I zeigt die zugehörigen e-Formen.

Beim Behandeln steht häufig ein Akkusativobjekt. Beim regionalen Schwitzen kann das Verb ohne Objekt stehen. Die gleiche Konjugation erklärt daher nicht allein die jeweilige Bedeutung.

ölen: Indikativ im Aktiv
PersonPräsensPräteritumPerfekt
ichich öleich ölteich habe geölt
dudu ölstdu öltestdu hast geölt
er/sie/eser/sie/es ölter/sie/es ölteer/sie/es hat geölt
wirwir ölenwir öltenwir haben geölt
ihrihr öltihr öltetihr habt geölt
siesie ölensie öltensie haben geölt
ölen: Konjunktiv I und II im Aktiv
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichich öleich ölte
dudu ölestdu öltest
er/sie/eser/sie/es öleer/sie/es ölte
wirwir ölenwir ölten
ihrihr öletihr öltet
siesie ölensie ölten
ölen: Imperativ
AnredeForm
duöl! / öle!
ihrölt!
Sieölen Sie!