Meine Wörter

pissen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
pissen
Worttrennung
pis·sen
Präsens
er pisst
Präteritum
er pisste
Partizip II
gepisst
Hilfsverb
haben

Urinieren: derb. Regnen: salopp und unpersönlich.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Pissen ist ein derbes Wort für urinieren. Salopp kann es außerdem regnen bedeuten, auch bei starkem Regen. In sachlichen oder förmlichen Texten sind andere Ausdrücke meist passender; in Figurenrede kann die Wortwahl den Ton kennzeichnen.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Derb: urinieren

Pissen bezeichnet das Ausscheiden von Urin. Die Bedeutung entspricht einem körperlichen Vorgang, die Wortwahl ist aber deutlich derber als urinieren oder Wasser lassen. Das Register gehört zur Aussage.

Die Romanfigur kündigt in grobem Ton an, sie müsse pissen.

Die Wortwahl charakterisiert ihre Redeweise. Eine sachliche Inhaltsangabe kann dafür urinieren oder zur Toilette gehen verwenden.

Bedeutung 2: Salopp: regnen

Unpersönlich heißt es pisst, dass es regnet. Der Ausdruck kann einen kräftigen oder lästig empfundenen Regen beschreiben. Er nennt keine Person, die den körperlichen Vorgang ausführt.

Im Dialog klagt die Wanderin, es pisse seit Stunden ohne Pause.

Das Wetter ist gemeint. Die derbe Ausdrucksweise und die Klage geben der Äußerung ihren Ton.

Synonyme: andere Wörter für pissen

Beim körperlichen Vorgang

urinieren · Wasser lassen · pinkeln

Urinieren ist sachlich, Wasser lassen zurückhaltender, pinkeln salopp. Pissen ist derber. Die Wörter können denselben Vorgang benennen, wirken aber nicht in jeder Situation gleich.

„Die Figur sagt, sie müsse pissen“ bewahrt den groben Ton. „Sie geht zur Toilette“ gibt den Vorgang zurückhaltender wieder.

Beim Wetter

regnen · stark regnen · schütten

Regnen ist neutral. Stark regnen präzisiert die Stärke; schütten ist ebenfalls bildlich und umgangssprachlich. Nicht jede Verwendung von es pisst enthält eine genaue Mengenangabe.

„Es pisst“ kann eine verärgerte Wetterbemerkung sein. „Es regnet seit Stunden“ nennt Dauer ohne denselben groben Ton.

Beispiele und Verwendung

Den Sprecher nennen

Der Erzähler zitiert die grobe Wetterklage der Figur, statt selbst durchgehend so zu sprechen.

Figurenrede und Erzählerstil sind zu unterscheiden. Ein einzelnes Wort im Dialog bestimmt nicht automatisch den Ton des ganzen Werks.

Eine neutrale Alternative wählen

Im Bericht wird aus der derben Ankündigung die knappe Angabe, die Figur gehe zur Toilette.

Die Umschreibung ist zurückhaltender. Klo wäre umgangssprachlich, pissen dagegen deutlich derber.

Grammatik und Beugung

Die schwachen Hauptformen lauten pisst – pisste – hat gepisst. Die Worttrennung ist pis·sen.

Im Präsens heißt es du pisst und er pisst, nicht pissst. Das Partizip II lautet gepisst; das Perfekt verwendet haben.

Die Tabellen zeigen die persönlichen Formen der körperlichen Bedeutung. Beim Wetter steht nur das unpersönliche es: es pisst, es hat gepisst.

pissen: Präsens, Präteritum, Perfekt
PersonPräsensPräteritumPerfekt
ichich pisseich pissteich habe gepisst
dudu pisstdu pisstestdu hast gepisst
er/sie/eser/sie/es pisster/sie/es pissteer/sie/es hat gepisst
wirwir pissenwir pisstenwir haben gepisst
ihrihr pisstihr pisstetihr habt gepisst
siesie pissensie pisstensie haben gepisst
pissen: Plusquamperfekt, Futur I, Futur II
PersonPlusquamperfektFutur IFutur II
ichich hatte gepisstich werde pissenich werde gepisst haben
dudu hattest gepisstdu wirst pissendu wirst gepisst haben
er/sie/eser/sie/es hatte gepisster/sie/es wird pissener/sie/es wird gepisst haben
wirwir hatten gepisstwir werden pissenwir werden gepisst haben
ihrihr hattet gepisstihr werdet pissenihr werdet gepisst haben
siesie hatten gepisstsie werden pissensie werden gepisst haben
pissen: Konjunktiv I, Konjunktiv II
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichich pisseich pisste
dudu pissestdu pisstest
er/sie/eser/sie/es pisseer/sie/es pisste
wirwir pissenwir pissten
ihrihr pissetihr pisstet
siesie pissensie pissten
pissen: Aufforderungsformen
AnredeForm
dupiss!
ihrpisst!
Siepissen Sie!

Redewendungen und feste Verbindungen

Jemandem ans Bein pissen

Die derbe Redewendung bedeutet, jemanden durch Kritik oder Ähnliches zu verärgern oder anzugreifen. Der Zusammenhang kann einen als feindselig empfundenen Vorwurf nennen.

Die Figur wirft dem Rivalen vor, er wolle ihr mit der öffentlichen Beschwerde nur ans Bein pissen.

Das ist ihre abwertende Deutung der Beschwerde. Die Wendung beweist weder eine tatsächliche Schädigungsabsicht noch einen körperlichen Vorgang.