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reiben

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
reiben
Worttrennung
rei·ben
Präsens
er reibt
Präteritum
er rieb
Partizip II
gerieben
Hilfsverb
haben

Starkes Verb: rieb, gerieben. Sich an etwas oder mit jemandem reiben ist reflexiver bildlicher Gebrauch.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Reiben heißt, mit Druck über eine Fläche zu fahren. Dabei kann etwas geglättet, entfernt, aufgetragen oder zerkleinert werden. Ein Kragen kann reiben und die Haut reizen. Sich an etwas oder mit jemandem reiben ist dagegen bildlich gemeint: Man stößt auf Widerstand oder sucht eine Auseinandersetzung.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Mit Druck über eine Fläche fahren

Beim Reiben bewegt sich ein Gegenstand oder Körperteil unter Druck über etwas. Mit einer Ergänzung kann auch der dadurch erreichte Zustand genannt werden.

Sie reibt das angelaufene Metall mit einem Tuch blank.

Blank nennt das Ergebnis an der Oberfläche. Das Tuch und die Bewegung erklären, wie es erreicht wird.

Bedeutung 2: Etwas durch Reiben entfernen

Eine Bewegung über die Oberfläche kann etwas davon lösen. Die entfernte Sache kann als Objekt und ihr bisheriger Ort mit einer Ergänzung genannt werden.

Nach dem Malen reibt die Figur die Farbreste von den Fingern.

Die Farbreste werden entfernt. Die Finger sind die bisherige Stelle der Farbe, nicht das entfernte Objekt.

Bedeutung 3: Etwas durch Reiben auftragen

Reiben kann etwas auf eine Fläche oder in einen Stoff bringen. Diese Richtung ist der Entfernung entgegengesetzt.

Für die Vorführung reibt sie eine dünne Wachsschicht auf das Holz.

Die Schicht wird aufgetragen. Anders als beim Entfernen eines Flecks soll das Material auf der Fläche bleiben.

Bedeutung 4: Mit einer Reibe zerkleinern

Lebensmittel lassen sich mit einer Reibe in kleine Stücke oder Späne zerlegen. Der Zusammenhang kann den Zerkleinerungsgrad näher bestimmen.

Die Gruppe reibt den Käse grob über das fertige Gericht.

Grob beschreibt die Größe der Stücke. Das Verb allein legt diesen Grad nicht fest.

Bedeutung 5: Durch engen Kontakt scheuern

Ein Kleidungsstück oder ein anderer Gegenstand kann bei Bewegung unangenehm über eine Stelle fahren. Dann steht reiben auch ohne direktes Objekt.

Der harte Kragen reibt bei jeder Kopfbewegung.

Der Kontakt ist unangenehm. Eine bestimmte Verletzung wird mit diesem Satz noch nicht behauptet.

Bedeutung 6: Durch Reibung eine wunde Stelle verursachen

Mit einer Ergänzung wie wund kann reiben eine verursachte Verletzung benennen. Bei einem eigenen Körperteil steht häufig ein reflexives Dativpronomen.

In der Erzählung hat sich die Wanderin die Ferse wund gerieben.

Sich bezeichnet hier die betroffene Person, die Ferse den betroffenen Körperteil. Der Satz benennt ein Ergebnis, keine bloße Berührung.

Bedeutung 7: Auf Widerstand stoßen oder sich auseinandersetzen

Sich an etwas oder mit jemandem reiben kann Konflikte im Zusammenleben oder eine kritische Auseinandersetzung beschreiben. Das Bild setzt keine körperliche Reibung voraus.

Der Erzähler reibt sich immer wieder an den starren Regeln seiner Umgebung.

Die Regeln geben Anlass zum Widerspruch. Sie werden nicht als körperliche Gegenstände bearbeitet.

Bedeutung 8: Eine Bohrung mit einer Reibahle bearbeiten

In der Metallbearbeitung kann reiben das Glätten einer Bohrung mit einer Reibahle meinen. Dies ist eine besondere fachliche Bearbeitung.

Die technische Beschreibung unterscheidet das Bohren vom anschließenden Reiben.

Die beiden Arbeitsschritte werden begrifflich getrennt. Eine Küchenreibe ist nicht gemeint.

reiben: Synonyme und andere Wörter

Bei Oberflächen und Material

scheuern · polieren · raspeln

Scheuern betont kräftigen Kontakt. Polieren passt, wenn eine Oberfläche geglättet oder glänzend gemacht wird. Raspeln passt zur Zerkleinerung. Kratzen kann dagegen eine schabende Bewegung mit einer Kante oder Spitze meinen.

„Sie reibt den Käse“ lässt sich mit raspelt erläutern. „Der Kragen reibt“ lässt sich nicht entsprechend durch raspelt ersetzen.

Bei der Bewegung und beim Konflikt

mit Druck bewegen · sich auseinandersetzen · aneinandergeraten

Drücken allein nennt noch keine Bewegung über eine Fläche. Sich auseinandersetzen passt zum bildlichen Widerstand; aneinandergeraten betont stärker den Konflikt.

„Sie drückt das Tuch auf das Metall“ beschreibt Druck. „Sie reibt mit dem Tuch darüber“ fügt eine Bewegung über die Fläche hinzu.

Beispiele und Verwendung

Auftragen und entfernen unterscheiden

Sie reibt Wachs auf das Holz und später einen Fleck von der Glasplatte.

Auf bezeichnet hier das Ziel des Materials, von seinen bisherigen Ort. Dieselbe Bewegung kann entgegengesetzte Zwecke erfüllen.

Eine Auseinandersetzung ist keine Berührung

Die Figuren reiben sich an der Aufgabenverteilung, ohne einander körperlich zu berühren.

Die Wendung bezeichnet Widerstand und Reibereien in der Zusammenarbeit.

Grammatik und Beugung

Reiben wird rei·ben getrennt. Die Stammformen heißen reibt, rieb, hat gerieben. Der Konjunktiv II lautet riebe. Im Imperativ stehen reib! und reibe!.

Das bearbeitete Objekt steht im Akkusativ: den Käse reiben. In sie reibt sich die Augen steht sich im Dativ; die Augen ist das Akkusativobjekt. Beim bildlichen sich an etwas reiben steht nach an der Dativ: an den Regeln.

reiben: Indikativ: Präsens und Präteritum
PersonPräsensPräteritum
ichreiberieb
dureibstriebst
er/sie/esreibtrieb
wirreibenrieben
ihrreibtriebt
siereibenrieben
reiben: Indikativ: Perfekt und Plusquamperfekt
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichhabe geriebenhatte gerieben
duhast geriebenhattest gerieben
er/sie/eshat geriebenhatte gerieben
wirhaben geriebenhatten gerieben
ihrhabt geriebenhattet gerieben
siehaben geriebenhatten gerieben
reiben: Indikativ: Futur I und Futur II
PersonFutur IFutur II
ichwerde reibenwerde gerieben haben
duwirst reibenwirst gerieben haben
er/sie/eswird reibenwird gerieben haben
wirwerden reibenwerden gerieben haben
ihrwerdet reibenwerdet gerieben haben
siewerden reibenwerden gerieben haben
reiben: Konjunktiv: einfache Formen
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichreiberiebe
dureibestriebest
er/sie/esreiberiebe
wirreibenrieben
ihrreibetriebet
siereibenrieben
reiben: Konjunktiv: Vergangenheit
PersonKonjunktiv I: PerfektKonjunktiv II: Vergangenheit
ichhabe geriebenhätte gerieben
duhabest geriebenhättest gerieben
er/sie/eshabe geriebenhätte gerieben
wirhaben geriebenhätten gerieben
ihrhabet geriebenhättet gerieben
siehaben geriebenhätten gerieben
reiben: Imperativ
AnredeImperativ
dureib! / reibe!
ihrreibt!
Siereiben Sie!

Redewendungen und feste Verbindungen

Sich an etwas reiben

Die bildliche Verbindung meint, an etwas Anstoß zu nehmen und sich damit auseinanderzusetzen. Sie kann eine wiederkehrende Unzufriedenheit oder Widerspruchsbereitschaft hervorheben.

Die Figur reibt sich an jeder neuen Vorschrift und fordert jeweils eine Begründung.

Die wiederholte Auseinandersetzung ist Teil der Beschreibung. Das Wort allein entscheidet nicht, ob ihre Kritik berechtigt ist.