Meine Wörter

schicken

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
schicken
Worttrennung
schi·cken
Präsens
er schickt
Präteritum
er schickte
Partizip II
geschickt
Perfekt
er hat geschickt
Hilfsverb
haben
Infinitiv
schicken
Trennbarkeit
nicht trennbar

Reflexiver Gebrauch: sich schicken besitzt eigene Bedeutungen; nicht mit jemanden schicken gleichsetzen.

Ergänzungen: jemandem (Dativ) etwas (Akkusativ) schicken; jemanden (Akkusativ) zu einem Ort schicken

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Schicken heißt, etwas an einen Empfänger gelangen zu lassen oder eine Person an einen bestimmten Ort zu senden. Die reflexive Verbindung sich schicken hat andere Bedeutungen: Sie kann angemessenes Verhalten, Sichfügen oder regional auch Sichbeeilen bezeichnen.

Bedeutungen

1 Etwas oder jemanden auf den Weg bringen

Eine Nachricht oder ein Gegenstand wird an eine empfangende Person geschickt. Jemanden zu einem Ort oder zu einer Aufgabe schicken bedeutet dagegen, die Person dorthin gehen zu lassen oder ihr diesen Auftrag zu geben. Nach jemandem schicken heißt, diese Person holen zu lassen.

„Die Leiterin schickte dem Team den Plan und eine Helferin zum Materiallager.“

Im ersten Teil ist der Plan die versendete Sache; im zweiten erhält eine Person einen Auftrag. Dass der Plan angekommen oder die Helferin bereits im Lager ist, folgt aus dem Verb allein nicht.

2 Sich gehören oder sich eignen

Es schickt sich nicht beurteilt ein Verhalten nach gesellschaftlichen Maßstäben. Seltener kann sich schicken auch bedeuten, dass etwas passend oder geeignet ist. Wer urteilt und welche Maßstäbe gelten, sollte im Zusammenhang erkennbar sein.

„Im Roman erklärt die Tante, es schicke sich nicht, vor den Gästen zu streiten.“

Der Satz gibt ihr Urteil wieder. Eine Textanalyse kann untersuchen, ob andere Figuren diese Regel teilen, statt sie ohne Weiteres als allgemeingültig zu behandeln.

3 Veraltend: sich fügen oder sich ergeben

Sich in eine Lage schicken bedeutet veraltend, sie hinzunehmen und sich mit ihr abzufinden. Das wird sich schicken kann heißen, dass sich etwas mit der Zeit von selbst regelt. Die Ergänzung unterscheidet beide Verwendungen.

„Die Figur schickte sich schließlich in das Unvermeidliche.“

Beschrieben wird das Hinnehmen einer Lage. Freude oder innere Zustimmung werden dadurch nicht notwendig behauptet.

4 Regional: sich beeilen oder ausreichen

Süddeutsch kann sich schicken heißen, sich zu beeilen. Landschaftlich steht schicken außerdem für ausreichen oder genügen. Die regionale Kennzeichnung gehört zur Erklärung; diese Bedeutungen sind nicht überall gleichermaßen geläufig.

„In der regional gefärbten Erzählung fragt die Figur, ob die Vorräte schicken.“

Es geht hier darum, ob genug Vorräte vorhanden sind. Sie werden in dieser Lesart nicht an einen anderen Ort versandt.

schicken: Synonyme und andere Wörter

Schicken oder senden?

Senden kann beim Versand eine nahe, oft etwas förmlichere Alternative sein. Übermitteln passt zu Informationen. Beauftragen hebt bei einer Person deren Aufgabe hervor und beschreibt nicht zwingend eine Ortsveränderung.

„Sie schickt ihm die Skizze.“ – „Sie sendet ihm die Skizze.“

Der Versandweg bleibt offen. „Sie zeigt ihm die Skizze“ wäre kein gleichwertiger Ersatz: Zeigen verlangt keinen Versand und kann unmittelbar am selben Ort geschehen.

Beispiele und Verwendung

„Wir schicken die Unterlagen heute ab; die Rückmeldung kann erst später kommen.“

Versand und Antwort liegen an unterschiedlichen Zeitpunkten. Das Verb allein enthält keine Zusage, wann die andere Person reagiert.

„Die beiden haben sich in die veränderte Lage geschickt.“

Das Reflexivpronomen gehört zur veraltenden Bedeutung des Sichfügens. Ohne sich wäre eine ergänzende Sache oder Person als Gegenstand des Schickens zu erwarten.

Grammatik und Beugung

Das schwache Verb bildet schickt, schickte, hat geschickt. Es ist nicht trennbar. In jemandem etwas schicken steht der Empfänger im Dativ und die Sache im Akkusativ. Bei jemanden in die Stadt schicken ist die geschickte Person Akkusativobjekt. Sich schicken wird mit dem passenden Reflexivpronomen gebraucht. Die Tabellen zeigen zunächst die nichtreflexiven Formen; das reflexive Pronomen ergänzt man nur in der jeweiligen Lesart.

schicken – Indikativ: Gegenwart und Vergangenheit
PersonPräsensPräteritumPerfekt
ichich schickeich schickteich habe geschickt
dudu schickstdu schicktestdu hast geschickt
er / sie / eser/sie/es schickter/sie/es schickteer/sie/es hat geschickt
wirwir schickenwir schicktenwir haben geschickt
ihrihr schicktihr schicktetihr habt geschickt
sie / Siesie schickensie schicktensie haben geschickt
schicken – Indikativ: weitere Zeiten
PersonPlusquamperfektFutur IFutur II
ichich hatte geschicktich werde schickenich werde geschickt haben
dudu hattest geschicktdu wirst schickendu wirst geschickt haben
er / sie / eser/sie/es hatte geschickter/sie/es wird schickener/sie/es wird geschickt haben
wirwir hatten geschicktwir werden schickenwir werden geschickt haben
ihrihr hattet geschicktihr werdet schickenihr werdet geschickt haben
sie / Siesie hatten geschicktsie werden schickensie werden geschickt haben
schicken – Konjunktiv I und II
PersonKonjunktiv IKonjunktiv I PerfektKonjunktiv IIKonjunktiv II Vergangenheit
ichich schickeich habe geschicktich schickteich hätte geschickt
dudu schickestdu habest geschicktdu schicktestdu hättest geschickt
er / sie / eser/sie/es schickeer/sie/es habe geschickter/sie/es schickteer/sie/es hätte geschickt
wirwir schickenwir haben geschicktwir schicktenwir hätten geschickt
ihrihr schicketihr habet geschicktihr schicktetihr hättet geschickt
sie / Siesie schickensie haben geschicktsie schicktensie hätten geschickt
schicken – Imperativ: Aufforderungsformen
AnredeForm
duschick! / schicke!
ihrschickt!
Sieschicken Sie!