unterschreiben
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- unterschreiben
- Worttrennung
- un·ter·schrei·ben
- Präsens
- er/sie/es unterschreibt
- Präteritum
- er/sie/es unterschrieb
- Partizip II
- unterschrieben
- Perfekt
- hat unterschrieben
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- Nicht trennbar; zu unterschreiben.
Unterschrift und übertragene Zustimmung unterscheiden. Was mit einer konkreten Unterschrift erklärt wird, ergibt sich aus dem Schriftstück und dem Zusammenhang.
Ergänzungen: etwas unterschreiben: Akkusativobjekt; auch ohne genanntes Objekt: Bitte unterschreiben.
Definition · kurz erklärt
Unterschreiben heißt, den eigenen Namen als Unterschrift unter ein Schriftstück zu setzen und damit je nach Zusammenhang etwas zu bestätigen. Übertragen kann es umgangssprachlich bedeuten, einer Aussage oder einem Vorgehen zuzustimmen.
Bedeutungen
Eine Unterschrift setzen
Die Person setzt ihren Namen als Unterschrift unter ein Schriftstück. Das Verb kann den Schreibvorgang selbst bezeichnen; was damit erklärt wird, hängt von der Art des Dokuments ab. Name und Datumsangabe sind dabei verschiedene Angaben.
Am Ende des Briefes unterschreibt sie mit ihrem vollen Namen.
Der Satz beschreibt ihre Unterzeichnung. Er sagt nicht, ob der Brief bereits abgeschickt wurde.
Mit der Unterschrift etwas erklären
Eine Unterschrift kann den Inhalt eines Schriftstücks bestätigen oder ein Einverständnis ausdrücken. Entscheidend ist der konkrete Inhalt: Die Bestätigung eines Empfangs ist keine pauschale Zustimmung zu jeder anderen Aussage auf einem Blatt.
Der Mitarbeiter unterschreibt die Bestätigung, dass er den Schlüssel erhalten hat.
Das Beispiel benennt genau den bestätigten Empfang. Eine andere Erklärung darf nicht einfach hinzugefügt werden.
Umgangssprachlich: etwas gutheißen
In einer Äußerung wie Das kann ich unterschreiben ist nicht zwingend ein Stift oder ein Dokument gemeint. Die Person signalisiert Zustimmung zu einer Aussage, Einschätzung oder Vorgehensweise.
Im Gespräch sagt sie: »Dass die Termine früher bekannt gegeben werden sollten, kann ich unterschreiben.«
Sie stimmt diesem Vorschlag zu. Im Beispiel wird keine tatsächliche Unterschrift gesetzt.
Synonyme: andere Wörter für unterschreiben
Beim Schriftstück
unterzeichnen · seinen Namen daruntersetzen · signieren
Unterzeichnen ist die gewöhnliche sachliche Entsprechung. Signieren passt auch zu einem Kunstwerk. Ein Vertrag kann die Vereinbarung oder deren Dokument bezeichnen; unterschreiben betrifft in der konkreten Verwendung das Schriftstück.
„Sie unterschreibt den Brief“ → „Sie unterzeichnet den Brief“.
Bei Zustimmung
zustimmen · gutheißen · bestätigen
Bestätigen kann auch nur den Empfang einer Nachricht betreffen. Zustimmung zu ihrem Inhalt ist damit nicht in jedem Fall gemeint.
„Diese Einschätzung kann ich unterschreiben“ → „Dieser Einschätzung stimme ich zu“.
Beispiele und Verwendung
Vorgänge auseinanderhalten
Er hat den Entwurf unterschrieben, aber noch nicht an die Empfängerin geschickt.
Unterzeichnen und Versenden sind getrennte Handlungen.
Den gemeinten Inhalt nennen
Die Gruppe unterschreibt eine gemeinsame Erklärung über die Verwendung des Raums.
Welche Aussagen unterstützt werden, steht in der Erklärung. Die bloße Verbform gibt deren Einzelheiten nicht wieder.
Grammatik und Beugung
Das starke Verb bildet unterschreibt – unterschrieb – hat unterschrieben. Der Konjunktiv II lautet unterschriebe. Die Worttrennung lautet un·ter·schrei·ben. Das Wort bleibt im Hauptsatz zusammen und das Partizip erhält kein ge-.
Das Schriftstück oder die übertragene Aussage kann als Akkusativobjekt stehen. Ohne genanntes Objekt kann der Zusammenhang genügen: Bitte unterschreiben Sie hier. Die Tabellen zeigen die aktiven Formen. Ein unterschriebener Brief enthält dagegen eine attributive Partizipform.
Indikativ: Gegenwart und Vergangenheit
| Person | Präsens | Präteritum | Perfekt |
|---|---|---|---|
| ich | ich unterschreibe | ich unterschrieb | ich habe unterschrieben |
| du | du unterschreibst | du unterschriebst | du hast unterschrieben |
| er/sie/es | er/sie/es unterschreibt | er/sie/es unterschrieb | er/sie/es hat unterschrieben |
| wir | wir unterschreiben | wir unterschrieben | wir haben unterschrieben |
| ihr | ihr unterschreibt | ihr unterschriebt | ihr habt unterschrieben |
| sie | sie unterschreiben | sie unterschrieben | sie haben unterschrieben |
Indikativ: Vorvergangenheit und Zukunft
| Person | Plusquamperfekt | Futur I | Futur II |
|---|---|---|---|
| ich | ich hatte unterschrieben | ich werde unterschreiben | ich werde unterschrieben haben |
| du | du hattest unterschrieben | du wirst unterschreiben | du wirst unterschrieben haben |
| er/sie/es | er/sie/es hatte unterschrieben | er/sie/es wird unterschreiben | er/sie/es wird unterschrieben haben |
| wir | wir hatten unterschrieben | wir werden unterschreiben | wir werden unterschrieben haben |
| ihr | ihr hattet unterschrieben | ihr werdet unterschreiben | ihr werdet unterschrieben haben |
| sie | sie hatten unterschrieben | sie werden unterschreiben | sie werden unterschrieben haben |
Konjunktiv: Formen und würde-Verbindung
| Person | Konjunktiv I | Konjunktiv II | würde-Verbindung |
|---|---|---|---|
| ich | ich unterschreibe | ich unterschriebe | ich würde unterschreiben |
| du | du unterschreibest | du unterschriebest | du würdest unterschreiben |
| er/sie/es | er/sie/es unterschreibe | er/sie/es unterschriebe | er/sie/es würde unterschreiben |
| wir | wir unterschreiben | wir unterschrieben | wir würden unterschreiben |
| ihr | ihr unterschreibet | ihr unterschriebet | ihr würdet unterschreiben |
| sie | sie unterschreiben | sie unterschrieben | sie würden unterschreiben |
Aufforderungen
| Anrede | Imperativ |
|---|---|
| du | unterschreib! / unterschreibe! |
| ihr | unterschreibt! |
| Sie | unterschreiben Sie! |
Redewendungen und feste Verbindungen
Etwas blind unterschreiben
Blind bedeutet in dieser Verbindung, ein Schriftstück zu unterschreiben, ohne es vorher zu lesen. Der Ausdruck betrifft die fehlende inhaltliche Prüfung und nicht das Sehvermögen der Person.
„Er wollte die vorbereitete Erklärung nicht blind unterschreiben und las zunächst den ganzen Absatz.“ Das Beispiel beschreibt den Zusammenhang der Wortverbindung. Es behauptet keine bestimmte rechtliche Wirkung der Unterschrift.
