alltäglich
Alltäglich kann etwas beschreiben, das zum täglichen Leben gehört, oder etwas, das gewöhnlich und wenig außergewöhnlich erscheint. Ob die Zeitfolge oder eine Bewertung gemeint ist, ergibt sich aus dem Zusammenhang.
Bedeutung und wichtige Unterschiede
Zum normalen Tagesleben gehörend
Alltägliche Aufgaben sind Tätigkeiten, die den gewöhnlichen Lebensablauf ausmachen. Der Ausdruck kann solche Routinen zusammenfassen, ohne für jede einzelne Tätigkeit einen ausnahmslosen täglichen Termin festzulegen.
Nichts Außergewöhnliches
Eine alltägliche Begegnung oder ein alltäglicher Gegenstand erscheint vertraut und unauffällig. Diese Bedeutung ist zunächst beschreibend. Erst der Zusammenhang entscheidet, ob das Gewöhnliche als langweilig, beruhigend oder erzählerisch interessant bewertet wird.
Für den Alltag bestimmt
In Verbindungen mit Kleidung oder Gebrauchsgegenständen kann alltäglich auch den gewöhnlichen Einsatz im Gegensatz zu einem feierlichen Anlass betonen. Häufig lässt sich dieser Sinn genauer durch für den Alltag ausdrücken.
Beispiele und Verwendung
Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.
„Die Kinder verteilten die alltäglichen Aufgaben neu.“
So ist es gemeint: Gemeint sind wiederkehrende Tätigkeiten im gemeinsamen Tagesablauf.
„Aus einer alltäglichen Begegnung im Treppenhaus entwickelte sich eine Freundschaft.“
So ist es gemeint: Die Begegnung wirkt anfangs unspektakulär. Ihre spätere Bedeutung steht dazu im Kontrast.
„Die Ausstellung zeigte, wie viel Gestaltung in alltäglichen Gegenständen steckt.“
So ist es gemeint: Das Gewöhnliche wird hier ausdrücklich aufgewertet, nicht abgetan.
Typische Wortverbindungen
Das alltägliche Leben, alltägliche Aufgaben, eine alltägliche Situation, alltägliche Dinge; alltäglich wirken oder zum alltäglichen Umgang gehören.
Ähnliche Wörter und Gegenbegriffe
| Wort oder Ausdruck | Unterschied und Verwendung |
|---|---|
| täglich | Macht eine klarere Zeitangabe: jeden Tag. Es bewertet nicht, ob ein Vorgang gewöhnlich oder besonders ist. |
| gewöhnlich | Ein nahes Wort für die unauffällige, übliche Beschaffenheit. Es kann zusätzlich als Zeitangabe im Sinne von üblicherweise verwendet werden. |
| ungewöhnlich | Ein passender Gegensatz zur Erwartbarkeit, aber nicht zur täglichen Wiederholung. Etwas Ungewöhnliches kann sich durchaus täglich ereignen. |
Grammatik und richtige Schreibung
Alltäglich ist ein Adjektiv mit doppeltem l und ä. Es wird zusammengeschrieben: ein alltägliches Problem. Als substantiviertes Adjektiv wird es großgeschrieben, etwa in etwas Alltägliches.
Steigerung: Alltäglich – alltäglicher – am alltäglichsten ist in der Bedeutung gewöhnlich möglich. Die Steigerung vergleicht den Eindruck der Gewöhnlichkeit, nicht die Zahl der Tage. Für einen jährlichen oder monatlichen Rhythmus braucht man andere Zeitangaben.
| Fall | Maskulinum Singular | Femininum Singular | Neutrum Singular | Plural alle Geschlechter |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | alltäglicher | alltägliche | alltägliches | alltägliche |
| Genitiv | alltäglichen | alltäglicher | alltäglichen | alltäglicher |
| Dativ | alltäglichem | alltäglicher | alltäglichem | alltäglichen |
| Akkusativ | alltäglichen | alltägliche | alltägliches | alltägliche |
| Fall | Maskulinum Singular | Femininum Singular | Neutrum Singular | Plural alle Geschlechter |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | alltägliche | alltägliche | alltägliche | alltäglichen |
| Genitiv | alltäglichen | alltäglichen | alltäglichen | alltäglichen |
| Dativ | alltäglichen | alltäglichen | alltäglichen | alltäglichen |
| Akkusativ | alltäglichen | alltägliche | alltägliche | alltäglichen |
| Fall | Maskulinum Singular | Femininum Singular | Neutrum Singular | Plural alle Geschlechter |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | alltäglicher | alltägliche | alltägliches | alltäglichen |
| Genitiv | alltäglichen | alltäglichen | alltäglichen | alltäglichen |
| Dativ | alltäglichen | alltäglichen | alltäglichen | alltäglichen |
| Akkusativ | alltäglichen | alltägliche | alltägliches | alltäglichen |
Die Tabellen zeigen die Adjektivformen vor einem Nomen. Ein unbestimmter Artikel wie ein hat keinen Plural; die Pluralspalte der gemischten Beugung gilt etwa nach keine oder meine. Ohne Artikel gelten dort die starken Formen. Das Nomen erhält gegebenenfalls zusätzlich seine eigene Fallendung.
Das Alltägliche in einer Beschreibung sichtbar machen
Eigene, erfundene Situation: Für eine erfundene Schreibaufgabe betrachtet eine Schülerin den Küchentisch ihrer Familie unmittelbar nach dem Frühstück.
Beobachtung und Wortwahl: Tassenränder, Krümel und ein angefangener Einkaufszettel sind vertraute Dinge. Ihre Anordnung erzählt dennoch von einer konkreten Situation.
Auf dem Tisch lag ein alltägliches Durcheinander: neben dem Brotkorb ein zerknickter Zettel, am Rand ein halb geleertes Glas und zwischen zwei Tellern der Schlüsselbund. Nur die sorgfältig aufgereihten Buntstifte verrieten, dass meine kleine Schwester hier schon wieder einen anderen Plan hatte.
Warum das funktioniert: Der Absatz nennt das Gewöhnliche und zeigt es anschließend in Einzelheiten. Der letzte Satz setzt eine kleine Besonderheit dagegen. Dadurch wird die Szene anschaulich, ohne ein großes Ereignis zu benötigen.
Grenze der Aussage: Aus dem einmaligen Zustand des Tisches lässt sich keine dauerhafte Unordnung der Familie ableiten.
Kurz geprüft
Bedeutet „eine alltägliche Tasche“, dass ihr Besitzer sie ausnahmslos jeden Tag trägt?
Antwort und Erklärung
Nein. Gemeint sein kann eine gewöhnliche Tasche oder eine Tasche für den Alltag. Für die genaue Benutzungshäufigkeit müsste der Satz ergänzt werden.
Weitere Wörter für deinen Text findest du in der Adjektivliste mit Wortauswahl und Vergleichen. Die Grundregeln erklärt der Beitrag Adjektive: Verwendung, Beugung und Steigerung.
