bewölkt

Bewölkt: mit Wolken bedeckt oder von Wolken geprägt. Übertragen kann das Wort auch einen verdüsterten Gesichtsausdruck oder eine getrübte Stimmung beschreiben.

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Was bedeutet bewölkt?

Bei einem bewölkten Himmel sind Wolken ein erkennbarer Bestandteil des Himmelsbildes. Das Adjektiv allein legt nicht fest, ob einzelne Wolkenfelder oder eine nahezu geschlossene Decke gemeint sind. Ergänzungen wie leicht, teilweise oder stark machen den beschriebenen Eindruck genauer.

Bewölkt bedeutet nicht automatisch regnerisch. Wolken können vorhanden sein, ohne dass am beobachteten Ort Niederschlag fällt. Auch Temperatur, Wind und Sichtweite sind zusätzliche Merkmale, die das Wort nicht bereits mitliefert. Eine Landschaftsbeschreibung sollte diese Eindrücke deshalb getrennt benennen.

In literarischen Texten kann etwa eine bewölkte Stirn eine innere Verdüsterung sichtbar machen. Das ist eine bildliche Übertragung. Welche Empfindung dahintersteht, bleibt ohne weitere Hinweise offen: Nachdenklichkeit, Sorge oder Unmut können unterschiedlich ausgestaltet werden. Das Bild ersetzt keine eindeutige psychologische Feststellung.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Der Himmel blieb bewölkt, während die Wege trocken waren.“ Die Wolkenbedeckung wird von fehlendem Regen unterschieden. Beide Beobachtungen können gleichzeitig zutreffen.
  • „Am Nachmittag zeigte sich ein stärker bewölkter Himmel.“ Stärker vergleicht hier die Bedeckung. Es behauptet keine bestimmte Regenmenge oder niedrigere Temperatur.
  • „Mit bewölkter Stirn betrachtete die Figur den ungeöffneten Brief.“ Der Ausdruck ist bildlich. Erst der weitere Verlauf könnte erklären, ob Sorge, Ärger oder etwas anderes dahintersteht.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Bedeckt bezeichnet im Wetterbericht einen vollständig von Wolken bedeckten Himmel: Der Bedeckungsgrad beträgt acht Achtel. Bewölkt ist ohne Zusatz weniger genau. Trüb kann außerhalb einer festgelegten Wetterbeschreibung allgemeiner einen gedämpften oder wenig klaren Eindruck bezeichnen.

Traurig benennt eine Gefühlslage direkter. Eine bildlich bewölkte Miene kann dazu passen, legt diese Deutung aber nicht zwingend fest. In einer Analyse ist das beobachtete Gesicht zunächst vom daraus erschlossenen Gefühl zu trennen.

Schreibweise und Grammatik

Bewölkt wird mit ö geschrieben. Es hat die Form des Partizips II von bewölken und wird häufig als Adjektiv gebraucht. Formen sind ein bewölkter Himmel, eine bewölkte Nacht, an bewölkten Tagen. In Es ist bewölkt steht die unveränderte Grundform.

Steigerung

Für den Grad der Bedeckung sind stärker bewölkt und am stärksten bewölkt meist besonders klar. Ein Vergleich sollte denselben Beobachtungsbereich betreffen. Wer stattdessen dunklere Wolken oder häufigeren Regen meint, muss diese Merkmale ausdrücklich nennen.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativbewölkterbewölktebewölktesbewölkte
Genitivbewölktenbewölkterbewölktenbewölkter
Dativbewölktembewölkterbewölktembewölkten
Akkusativbewölktenbewölktebewölktesbewölkte
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativbewölktebewölktebewölktebewölkten
Genitivbewölktenbewölktenbewölktenbewölkten
Dativbewölktenbewölktenbewölktenbewölkten
Akkusativbewölktenbewölktebewölktebewölkten
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativbewölkterbewölktebewölktesbewölkten
Genitivbewölktenbewölktenbewölktenbewölkten
Dativbewölktenbewölktenbewölktenbewölkten
Akkusativbewölktenbewölktebewölktesbewölkten

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: Eine erfundene Erzählung schildert zunächst Wolken über einem Bahnhof. Nach einer enttäuschenden Nachricht beschreibt sie auch die Stirn der wartenden Hauptfigur als bewölkt.

Die Wiederholung verbindet das äußere Wetterbild mit der Stimmung der Figur. Beim Himmel ist bewölkt wörtlich gebraucht, bei der Stirn bildlich. Die Nachricht macht eine bedrückte Reaktion plausibel, ohne daraus bereits eine dauerhafte Charaktereigenschaft abzuleiten.

Der Absatz erklärt die doppelte Verwendung und ihren Zusammenhang. Er behauptet keine allgemeine Regel, dass schlechtes Wetter traurige Menschen hervorbringe. Entscheidend ist die konkrete sprachliche Gestaltung dieser erfundenen Szene: dasselbe Wort verbindet zwei verschiedenartige Beobachtungen.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.