durchschnittlich
Durchschnittlich: Einem Durchschnitt entsprechend beziehungsweise im Mittel; im wertenden Gebrauch auch gewöhnlich oder wenig herausragend.
Was bedeutet durchschnittlich?
Durchschnittlich kann eine rechnerische Angabe kennzeichnen. Werden beispielsweise zwölf gelesene Seiten auf drei Tage verteilt, ergibt sich eine durchschnittliche Zahl von vier Seiten pro Tag. Die tatsächlichen Tageswerte können dabei unterschiedlich gewesen sein.
Daneben wird das Wort ohne Berechnung als Bewertung verwendet. Eine durchschnittliche Leistung gilt dann als gewöhnlich oder wenig auffällig. Welcher Vergleichsmaßstab zugrunde liegt, bleibt bei einer solchen Äußerung häufig unausgesprochen.
Ein Durchschnitt beschreibt nicht automatisch jeden Einzelfall. Eine Gruppe kann denselben Durchschnitt wie eine andere haben und trotzdem sehr unterschiedliche Einzelwerte aufweisen. Für eine aussagekräftige Darstellung sind Vergleichsgruppe, Zeitraum und Berechnungsweise wichtig.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Die Gruppe las durchschnittlich vier Seiten pro Tag.“ Die Angabe fasst mehrere Tageswerte zusammen.
- „Die durchschnittliche Bearbeitungszeit lag bei zehn Minuten.“ Einzelne Personen können deutlich schneller oder langsamer gewesen sein.
- „Die Rezension bewertet den Roman als durchschnittlich.“ Hier liegt ein Qualitätsurteil vor, nicht zwingend eine mathematische Rechnung.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Typisch bezeichnet ein charakteristisches oder häufig erwartetes Merkmal. Ein Durchschnittswert muss nicht der häufigste tatsächlich vorkommende Wert sein. Deshalb sind typisch und durchschnittlich nicht in jeder Auswertung austauschbar.
Mittelmäßig klingt deutlicher wertend. In einer neutralen Statistik ist durchschnittlich zunächst keine Abwertung. Ebenso bedeutet überdurchschnittlich nur oberhalb des jeweiligen Vergleichswerts; ob ein höherer Wert gut ist, hängt von der betrachteten Größe ab.
Schreibweise und Grammatik
Durchschnittlich wird zusammengeschrieben, mit doppeltem t wie im Nomen Durchschnitt. Es heißt ein durchschnittlicher Wert, eine durchschnittliche Dauer, mit durchschnittlichen Ergebnissen. Vor einer Zahlenangabe bleibt es ungebeugt: durchschnittlich fünf Minuten.
Steigerung
Im rechnerischen Sinn wird normalerweise nicht gesteigert. Im wertenden Sprachgebrauch sind durchschnittlicher und am durchschnittlichsten möglich, wirken aber häufig wenig präzise. Verständlicher sind je nach Absicht näher am Durchschnitt, weniger auffällig oder eine konkrete Zahlenangabe.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | durchschnittlicher | durchschnittliche | durchschnittliches | durchschnittliche |
| Genitiv | durchschnittlichen | durchschnittlicher | durchschnittlichen | durchschnittlicher |
| Dativ | durchschnittlichem | durchschnittlicher | durchschnittlichem | durchschnittlichen |
| Akkusativ | durchschnittlichen | durchschnittliche | durchschnittliches | durchschnittliche |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | durchschnittliche | durchschnittliche | durchschnittliche | durchschnittlichen |
| Genitiv | durchschnittlichen | durchschnittlichen | durchschnittlichen | durchschnittlichen |
| Dativ | durchschnittlichen | durchschnittlichen | durchschnittlichen | durchschnittlichen |
| Akkusativ | durchschnittlichen | durchschnittliche | durchschnittliche | durchschnittlichen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | durchschnittlicher | durchschnittliche | durchschnittliches | durchschnittlichen |
| Genitiv | durchschnittlichen | durchschnittlichen | durchschnittlichen | durchschnittlichen |
| Dativ | durchschnittlichen | durchschnittlichen | durchschnittlichen | durchschnittlichen |
| Akkusativ | durchschnittlichen | durchschnittliche | durchschnittliches | durchschnittlichen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Lesegruppe liest eine Person an drei Tagen zwei, vier und sechs Seiten. Eine andere liest jeden Tag vier Seiten. Beide vergleichen ihre Aufzeichnungen.
Beide lesen durchschnittlich vier Seiten pro Tag. Ihre Verläufe unterscheiden sich trotzdem: Der erste steigt an, der zweite bleibt gleich. Der gemeinsame Durchschnitt ersetzt daher nicht den Blick auf die einzelnen Tage.
Das Beispiel zeigt unmittelbar, welche Information eine Zusammenfassung bewahrt und welche sie verdeckt. Wer Entwicklungen erklären möchte, sollte neben dem Durchschnitt auch den Verlauf berücksichtigen.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
