figürlich

Figürlich: auf die Körpergestalt bezogen oder Figuren darstellend; in der Sprachwissenschaft auch bildlich und übertragen.

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Was bedeutet figürlich?

Figürlich ist mehrdeutig. In einer Aussage über zwei Menschen kann es ihre Körpergestalt betreffen: Sie ähneln sich figürlich heißt dann, dass ihr Körperbau Ähnlichkeiten zeigt. Eine Ähnlichkeit im Wesen oder in der Lebensführung wird damit nicht behauptet.

In der Kunstbeschreibung bezeichnet figürlich eine Darstellung von Figuren. Eine figürliche Verzierung zeigt beispielsweise erkennbare Menschen oder Tiere. Die Darstellung kann stark vereinfacht sein; ihre Einordnung verlangt keine bis ins Einzelne naturgetreue Wiedergabe.

Bei Wortbedeutungen kann figürlich schließlich einen übertragenen Gebrauch meinen. Hier geht es nicht um sichtbare Körpergestalten, sondern um eine sprachliche Übertragung. Der vollständige Satz und das jeweilige Fachgebiet helfen deshalb stärker bei der Deutung als das Wort für sich allein.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die beiden Geschwister sind sich figürlich ähnlich, verhalten sich aber sehr unterschiedlich.“ Die Aussage beschränkt die Ähnlichkeit ausdrücklich auf die Körpergestalt.
  • „Am Rand der Schale sind figürliche Verzierungen zu erkennen.“ Das Muster stellt Figuren dar und besteht nicht ausschließlich aus geometrischen Formen.
  • „Das Wort Brücke wird im Gespräch figürlich für eine Verbindung zwischen Menschen gebraucht.“ Hier ist eine Bedeutungsübertragung gemeint, kein tatsächliches Bauwerk.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Körperlich ist weiter als figürlich im ersten Sinn: Auch Kraft oder Bewegung können körperliche Merkmale sein. Figürlich richtet den Blick dort auf Gestalt und Proportionen.

Figurativ überschneidet sich in Kunst und Sprache mit figürlich. Bildlich ist häufig verständlicher, wenn eine Übertragung gemeint ist. Eine Metapher lässt sich genauer erklären, indem die Gemeinsamkeit zwischen wörtlichem Bild und gemeinter Sache benannt wird.

Schreibweise und Grammatik

Figürlich wird mit ü geschrieben, obwohl das Nomen Figur keinen Umlaut hat. Die Beugung ist regelmäßig: ein figürlicher Schmuck, eine figürliche Darstellung und mit figürlichen Motiven. In sie ähneln sich figürlich bleibt die Form unverändert. Das Wort ist ein Adjektiv.

Steigerung

Als Zuordnung zu Körpergestalt, Figurendarstellung oder übertragenem Sprachgebrauch wird figürlich gewöhnlich nicht gesteigert. Ein genauer Vergleich benennt stattdessen eine stärkere körperliche Ähnlichkeit, mehr erkennbare Figuren oder häufigere sprachliche Bilder. So werden verschiedene Bedeutungen nicht vermischt.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativfigürlicherfigürlichefigürlichesfigürliche
Genitivfigürlichenfigürlicherfigürlichenfigürlicher
Dativfigürlichemfigürlicherfigürlichemfigürlichen
Akkusativfigürlichenfigürlichefigürlichesfigürliche
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativfigürlichefigürlichefigürlichefigürlichen
Genitivfigürlichenfigürlichenfigürlichenfigürlichen
Dativfigürlichenfigürlichenfigürlichenfigürlichen
Akkusativfigürlichenfigürlichefigürlichefigürlichen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativfigürlicherfigürlichefigürlichesfigürlichen
Genitivfigürlichenfigürlichenfigürlichenfigürlichen
Dativfigürlichenfigürlichenfigürlichenfigürlichen
Akkusativfigürlichenfigürlichefigürlichesfigürlichen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Museumsszene betrachtet eine Figur zwei Schalen. Die erste zeigt ein Band aus Dreiecken, die zweite ein Band aus kleinen Tiergestalten. In ihrem Notizbuch hält sie den Unterschied fest.

Die zweite Schale besitzt eine figürliche Verzierung, weil einzelne Tiergestalten erkennbar sind. Die erste zeigt dagegen ein geometrisches Muster. Damit beschreibt die Notiz die Art der Darstellung und bewertet noch nicht deren handwerkliche Qualität.

Der Absatz leitet die Bezeichnung aus dem sichtbaren Motiv ab. Er behauptet weder, figürliche Kunst sei grundsätzlich realistischer, noch, sie sei wertvoller als ein geometrisches Muster. Für solche Bewertungen wären andere Kriterien und zusätzliche Beobachtungen erforderlich.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.