geldhungrig
Geldhungrig: Mit starkem Verlangen nach Geld; häufig als abwertende Beschreibung eines übermäßigen Geldstrebens verwendet.
Was bedeutet geldhungrig?
Geldhungrig beschreibt ein ausgeprägtes Verlangen nach Geld. Der Hunger ist bildlich gemeint: Geld wird nicht als Nahrung benötigt, sondern besonders stark begehrt. Das Wort richtet die Aufmerksamkeit auf das Streben nach finanziellen Mitteln und kann eine kritische Bewertung dieses Strebens enthalten.
Nicht jedes Interesse an Bezahlung rechtfertigt die Bezeichnung. Wer seinen vereinbarten Lohn verlangt oder einen notwendigen Betrag beschaffen muss, zeigt damit allein noch kein übermäßiges Verlangen. Eine begründete Charakterisierung erklärt, woran die besondere Stärke des Geldstrebens sichtbar wird und welche anderen Anliegen dabei zurücktreten.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Die Figur wirkt geldhungrig, weil sie jede Begegnung sofort nach ihrem finanziellen Nutzen beurteilt.“ Das wiederkehrende Vorranggeben des Geldes stützt die Deutung.
- „Der Vorwurf geldhungrig zu sein wird im Gespräch zurückgewiesen.“ Die Aussage ist zunächst eine umstrittene Bewertung, keine gesicherte Eigenschaft.
- „Die Figur verdient viel, wird aber nicht allein deshalb geldhungrig genannt.“ Die Höhe des Einkommens und das Ausmaß des Verlangens sind verschiedene Informationen.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Geldgierig ist ein nahes Synonym und betont deutlich den Vorwurf eines Übermaßes. Geldhungrig veranschaulicht das Begehren durch das Bild des Hungers. Eine feste Grenze zwischen beiden Wörtern lässt sich im allgemeinen Gebrauch nicht ziehen.
Habgierig kann sich auf Besitz und Güter allgemeiner beziehen. Geizig betont dagegen das übertriebene Zurückhalten oder Nichtausgeben. Eine geldhungrige Figur kann viel verdienen wollen und ihr Geld trotzdem rasch ausgeben; die Eigenschaften sind deshalb nicht identisch.
Schreibweise und Grammatik
Geldhungrig wird zusammengeschrieben. Der erste Bestandteil bleibt als Geld erkennbar; das d wird vor dem h nicht weggelassen. Formen sind ein geldhungriger Händler, eine geldhungrige Figur, mit geldhungrigen Forderungen. Das Adjektiv steht klein. Die Bildlichkeit verändert nichts an seiner regelmäßigen Beugung.
Steigerung
Die Steigerung lautet geldhungrig – geldhungriger – am geldhungrigsten. Sie vergleicht das zugeschriebene Ausmaß des Geldverlangens. Ein nachvollziehbarer Vergleich untersucht Entscheidungen und Prioritäten. Bloße Vermögensunterschiede reichen dafür nicht aus, weil Besitz und Begehren voneinander zu unterscheiden sind.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | geldhungriger | geldhungrige | geldhungriges | geldhungrige |
| Genitiv | geldhungrigen | geldhungriger | geldhungrigen | geldhungriger |
| Dativ | geldhungrigem | geldhungriger | geldhungrigem | geldhungrigen |
| Akkusativ | geldhungrigen | geldhungrige | geldhungriges | geldhungrige |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | geldhungrige | geldhungrige | geldhungrige | geldhungrigen |
| Genitiv | geldhungrigen | geldhungrigen | geldhungrigen | geldhungrigen |
| Dativ | geldhungrigen | geldhungrigen | geldhungrigen | geldhungrigen |
| Akkusativ | geldhungrigen | geldhungrige | geldhungrige | geldhungrigen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | geldhungriger | geldhungrige | geldhungriges | geldhungrigen |
| Genitiv | geldhungrigen | geldhungrigen | geldhungrigen | geldhungrigen |
| Dativ | geldhungrigen | geldhungrigen | geldhungrigen | geldhungrigen |
| Akkusativ | geldhungrigen | geldhungrige | geldhungriges | geldhungrigen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung erhält eine Figur bereits eine großzügige Vergütung. Trotzdem verlangt sie vor jedem weiteren kleinen Handgriff neue Zahlungen und verliert jedes Interesse an einer Begegnung, sobald kein Geld zu erwarten ist. Die Erzählung wiederholt dieses Muster in mehreren Situationen.
Die Figur erscheint geldhungrig, weil ihr starkes Geldverlangen nahezu jede Beziehung bestimmt. Die wiederholten Forderungen und das sofort nachlassende Interesse ohne finanziellen Nutzen tragen die Deutung. Das Urteil beruht damit auf einem Verhaltensmuster und nicht lediglich auf ihrem Einkommen.
Der Absatz zeigt die Grundlage des wertenden Begriffs. Bei einem tatsächlichen literarischen Text wären außerdem Notlagen, Verpflichtungen und die Perspektive des Erzählers zu prüfen. Was eine Figur als Geldhunger bezeichnet, kann aus anderer Sicht berechtigt erscheinen; die Analyse muss diese Möglichkeit am Text untersuchen.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
