generisch

Generisch: Auf eine ganze Klasse oder Gattung statt auf ein bestimmtes einzelnes Exemplar bezogen; je nach Fachgebiet mit genauerer Bedeutung.

Adjektivliste & Wortwerkstatt öffnen

Was bedeutet generisch?

Generisch beschreibt eine allgemeine, nicht auf ein einzelnes Exemplar begrenzte Bezugnahme. Eine generische Aussage über eine Tierart soll beispielsweise etwas Typisches über diese Art ausdrücken. Sie zeigt nicht auf ein bestimmtes Tier, das gerade vor der sprechenden Person steht.

In der Sprachwissenschaft begegnet das Wort außerdem in der Verbindung generisches Maskulinum. Damit ist eine Verwendung maskuliner Personenbezeichnungen gemeint, die Personen verschiedener Geschlechter einschließen soll. Die grammatische Form, die beabsichtigte Bezugnahme und das tatsächliche Verständnis der Lesenden sind dabei unterschiedliche Fragen.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Aussage über den Fuchs ist hier generisch gemeint.“ Sie bezieht sich auf die Tierart, nicht auf einen bestimmten Fuchs im Garten.
  • „Der Kommentar erläutert die generische Verwendung der Personenbezeichnung.“ Er beschreibt den beabsichtigten allgemeinen Bezug der sprachlichen Form.
  • „Die biologische Beschreibung nennt ein generisches Merkmal.“ Im entsprechenden Fachzusammenhang betrifft generisch die Gattung.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Allgemein ist eine mögliche Annäherung, aber weniger fachlich genau. Generell hebt meist hervor, dass eine Aussage für viele oder alle Fälle gilt. Generisch betrifft besonders die Art der Bezugnahme auf eine Klasse.

Spezifisch bildet in vielen Zusammenhängen den passenden Gegenbegriff: Es richtet den Blick auf etwas Bestimmtes oder auf charakteristische Einzelheiten. Generativ bedeutet dagegen hervorbringend. Eine generisch formulierte Aussage wurde nicht deshalb durch ein generatives System erzeugt.

Schreibweise und Grammatik

Generisch wird mit der Endung -isch geschrieben. Formen sind ein generischer Ausdruck, eine generische Aussage, mit generischen Bezeichnungen. Im adverbialen Gebrauch heißt es ein Wort generisch verwenden. Die Buchstabenfolge im Stamm bleibt bei der Beugung unverändert. Generisches Maskulinum ist eine Wortgruppe aus Adjektiv und Nomen.

Steigerung

Bei der fachlichen Einordnung als generische oder spezifische Bezugnahme wird gewöhnlich nicht gesteigert. Wenn ein Text als mehr oder weniger allgemein beschrieben werden soll, ist allgemeiner oft eindeutiger. Die Form generischer in ein generischer Ausdruck bezeichnet zunächst nur die gebeugte Grundstufe.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativgenerischergenerischegenerischesgenerische
Genitivgenerischengenerischergenerischengenerischer
Dativgenerischemgenerischergenerischemgenerischen
Akkusativgenerischengenerischegenerischesgenerische
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativgenerischegenerischegenerischegenerischen
Genitivgenerischengenerischengenerischengenerischen
Dativgenerischengenerischengenerischengenerischen
Akkusativgenerischengenerischegenerischegenerischen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativgenerischergenerischegenerischesgenerischen
Genitivgenerischengenerischengenerischengenerischen
Dativgenerischengenerischengenerischengenerischen
Akkusativgenerischengenerischegenerischesgenerischen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Unterrichtsszene vergleichen Lernende zwei Aussagen: „Der Fuchs lebt auch in Städten“ und „Der Fuchs dort trägt eine Feder im Maul“. Die erste steht in einem Sachtext, die zweite wird beim Blick aus dem Fenster gesprochen.

Im Sachtext wird „der Fuchs“ generisch verwendet: Gemeint ist die Tierart. Der zweite Satz bezieht sich dagegen auf ein bestimmtes beobachtetes Tier. Der gleiche bestimmte Artikel führt somit nicht automatisch zu derselben Art der Bezugnahme.

Der Absatz zeigt die Unterscheidung an zwei eigens erfundenen Sprachsituationen. Er behauptet nicht, jeder einzelne Fuchs lebe in einer Stadt. Eine generische Aussage beschreibt Typisches oder Artbezogenes; ihr genauer Geltungsanspruch muss aus dem Inhalt erschlossen werden.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.