hässlich

Hässlich bezeichnet etwas, dessen Aussehen oder Klang als unschön und unangenehm empfunden wird. Auf Verhalten bezogen bedeutet es auch „gemein“ oder „verletzend“. Welche Bewertung gemeint ist, ergibt sich aus dem Zusammenhang.

Adjektivliste & Wortwerkstatt öffnen

Was bedeutet hässlich?

Eine hässliche Fassade gefällt der beschreibenden Person nicht. Das Wort nennt damit zunächst ein Urteil über das Aussehen. Welche Formen, Farben oder Beschädigungen zu diesem Eindruck beitragen, muss zusätzlich beschrieben werden. Verschiedene Menschen können denselben Gegenstand unterschiedlich bewerten.

Bei einer hässlichen Bemerkung geht es dagegen um ihren verletzenden Inhalt oder ihre gemeine Absicht. Hier wird keine sichtbare Form beurteilt. Auch hässliches Wetter oder eine hässliche Angelegenheit bezeichnen etwas Unangenehmes, ohne dass Schönheit im engeren Sinn gemeint sein muss.

In einer Personenbeschreibung ist deshalb besondere Genauigkeit nötig. Ein Urteil über das Aussehen sagt nichts über die moralischen Eigenschaften eines Menschen aus. Umgekehrt lässt ein verletzender Satz keinen Schluss auf das äußere Erscheinungsbild zu. Beide Bedeutungen dürfen nicht ineinander übergehen.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Erzählerin nennt den neuen Anbau hässlich und kritisiert seine dunkle Verkleidung.“ Das ästhetische Urteil wird einer Perspektive und einem konkreten Merkmal zugeordnet.
  • „Mit einer hässlichen Bemerkung macht er sich über ihren Verlust lustig.“ Hier wird die verletzende Wirkung einer Äußerung bezeichnet.
  • „Ein hässliches Kratzen unterbricht die Aufnahme.“ Das Adjektiv bewertet einen unangenehmen Klang.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Unschön klingt häufig zurückhaltender und kann ebenfalls Aussehen oder Verhalten bewerten. Unansehnlich bezieht sich stärker auf den äußeren Eindruck und passt nicht ohne Weiteres zu einer Bemerkung.

Gemein ist bei verletzendem Verhalten eine nähere Umschreibung. Für eine Personenbeschreibung sind konkrete sichtbare Merkmale meist aufschlussreicher als ein pauschales Schönheitsurteil.

Schreibweise und Grammatik

Die heutige Schreibweise lautet hässlich mit ss. Die ältere Form häßlich entspricht nicht der heutigen Rechtschreibung. Vor einem Nomen stehen etwa ein hässlicher Anbau, die hässliche Bemerkung oder mit hässlichen Geräuschen.

Steigerung

Die Steigerung lautet hässlich – hässlicher – am hässlichsten. Sie vergleicht den bewerteten Eindruck oder das Ausmaß einer negativen Wirkung. Ein solcher Vergleich wird nachvollziehbarer, wenn die maßgeblichen Merkmale und die Perspektive genannt werden.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativhässlicherhässlichehässlicheshässliche
Genitivhässlichenhässlicherhässlichenhässlicher
Dativhässlichemhässlicherhässlichemhässlichen
Akkusativhässlichenhässlichehässlicheshässliche
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativhässlichehässlichehässlichehässlichen
Genitivhässlichenhässlichenhässlichenhässlichen
Dativhässlichenhässlichenhässlichenhässlichen
Akkusativhässlichenhässlichehässlichehässlichen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativhässlicherhässlichehässlicheshässlichen
Genitivhässlichenhässlichenhässlichenhässlichen
Dativhässlichenhässlichenhässlichenhässlichen
Akkusativhässlichenhässlichehässlicheshässlichen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung betreten zwei Geschwister einen alten Wartesaal. Die eine Figur nennt ihn hässlich und zeigt auf die fleckigen Wände. Die andere findet die alten Bänke schön. Der Erzähler beschreibt die Gegenstände, ohne eines der Urteile ausdrücklich zu übernehmen.

Für die erste Figur wirkt der Wartesaal hässlich, besonders wegen der fleckigen Wände. Ihre Schwester richtet den Blick dagegen auf die alten Bänke und beurteilt den Raum freundlicher. Die verschiedenen Eindrücke entstehen somit aus unterschiedlichen Schwerpunkten der Wahrnehmung.

Der Absatz behandelt die Bewertung als perspektivisch. Er behauptet weder eine allgemeingültige Rangordnung des Geschmacks noch einen schlechten Charakter der kritisierenden Figur. Erst weitere Äußerungen und Handlungen könnten eine solche Charakterisierung begründen.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.