mongoloid
Mongoloid ist eine veraltete und abwertende Bezeichnung, die früher für Menschen mit Down-Syndrom verwendet wurde.
Was bedeutet mongoloid?
Im heutigen respektvollen Sprachgebrauch heißt es beispielsweise Mensch mit Down-Syndrom. Das Wort mongoloid sollte nicht als neutrale Eigenschaft einer Person benutzt werden. Es kann in einer Erklärung alter Texte vorkommen, wenn sein überholter und abwertender Charakter deutlich wird.
Die frühere Bezeichnung beruhte auf einer irreführenden Zuordnung äußerlicher Merkmale. Down-Syndrom ist keine geografische Herkunft und hat nichts mit einer Zugehörigkeit zur Mongolei zu tun. Auch aus dem heutigen Namen folgt keine Aussage darüber, wie ein einzelner Mensch lebt, denkt oder welche Unterstützung er benötigt.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Das alte Dokument enthält die heute abwertende Bezeichnung „mongoloid“.“ Die Aussage nennt das Wort als historischen Befund und bewertet seine Verwendung ausdrücklich.
- „Die Redaktion ersetzt „mongoloid“ in ihrer eigenen Beschreibung durch „mit Down-Syndrom“.“ Die Person wird nicht auf ein überholtes Etikett reduziert.
- „Die Erklärung stellt klar, warum „mongoloid“ keine passende heutige Personenbeschreibung ist.“ Der Satz handelt vom Sprachgebrauch und trifft keine Aussage über Fähigkeiten eines Menschen.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Mongolisch betrifft ein Land, eine Sprache oder einen entsprechenden kulturellen Zusammenhang. Es beschreibt kein Down-Syndrom.
Mongolid begegnet als historische rassistische Gruppenkategorie. Die Wörter sind ähnlich, haben im deutschen Sprachgebrauch aber unterschiedliche Verwendungsgeschichten.
Die Formulierung hat Down-Syndrom ist gegenüber einer pauschalen Aussage wie leidet an Down-Syndrom vorzuziehen: Ob jemand leidet, lässt sich daraus allein nicht ableiten. Persönliche Selbstbezeichnungen sollten ernst genommen werden.
Schreibweise und Grammatik
Die Schreibung lautet mongoloid, mit -oid. In historischen Texten sind regelmäßig gebeugte Formen möglich. Die Tabelle ist eine Lesehilfe für solche Texte und keine Empfehlung, Menschen so zu bezeichnen.
Steigerung
Das Wort wird in dieser früheren Verwendung nicht sinnvoll gesteigert. Ein Vergleich wie „mongoloider“ sollte nicht zur Beschreibung oder Bewertung von Menschen verwendet werden.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | mongoloider | mongoloide | mongoloides | mongoloide |
| Genitiv | mongoloiden | mongoloider | mongoloiden | mongoloider |
| Dativ | mongoloidem | mongoloider | mongoloidem | mongoloiden |
| Akkusativ | mongoloiden | mongoloide | mongoloides | mongoloide |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | mongoloide | mongoloide | mongoloide | mongoloiden |
| Genitiv | mongoloiden | mongoloiden | mongoloiden | mongoloiden |
| Dativ | mongoloiden | mongoloiden | mongoloiden | mongoloiden |
| Akkusativ | mongoloiden | mongoloide | mongoloide | mongoloiden |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | mongoloider | mongoloide | mongoloides | mongoloiden |
| Genitiv | mongoloiden | mongoloiden | mongoloiden | mongoloiden |
| Dativ | mongoloiden | mongoloiden | mongoloiden | mongoloiden |
| Akkusativ | mongoloiden | mongoloide | mongoloides | mongoloiden |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: Eine erfundene Redaktion überarbeitet einen älteren Vorstellungstext über eine Theatergruppe.
Im alten Text wurde eine Darstellerin als „mongoloid“ bezeichnet. Die neue Fassung nennt sie zunächst als Darstellerin. Falls das Down-Syndrom für den behandelten Zusammenhang eine Rolle spielt, lautet die sachliche Formulierung: Sie hat Down-Syndrom. Ihre Rolle und ihre Arbeit werden unabhängig davon konkret beschrieben.
Die Überarbeitung tauscht nicht nur ein Wort aus. Sie prüft auch, ob die Information für den Text relevant ist, und vermeidet unbegründete Aussagen über Fähigkeiten oder Leid.
Warum genügt ein bloßer Worttausch nicht immer?
Weil zusätzlich zu prüfen ist, ob das Down-Syndrom im jeweiligen Zusammenhang überhaupt relevant ist und ob der Text unbegründete Zuschreibungen enthält.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
