palliativ

Palliativ bezeichnet eine Behandlung oder Versorgung, die Beschwerden lindern und Lebensqualität erhalten soll, wenn die Heilung nicht ihr Ziel ist.

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Was bedeutet palliativ?

Palliativ beschreibt eine Zielsetzung. Dazu können körperliche Beschwerden ebenso gehören wie psychische Belastungen und Unterstützung im Alltag. Das Wort bedeutet daher nicht bloß schmerzstillend. Auch eine Behandlung der zugrunde liegenden Krankheit kann palliativ ausgerichtet sein, wenn sie deren Folgen begrenzen soll.

Palliative Versorgung ist nicht gleichbedeutend mit der unmittelbaren Sterbephase. Aus dem Adjektiv allein lässt sich keine bestimmte verbleibende Lebenszeit ableiten. In einem verständlichen Text sollte stehen, welches Ziel eine Maßnahme verfolgt und auf welchen Bereich der Versorgung sich die Aussage bezieht.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Der Bericht nennt die Linderung belastender Beschwerden als palliatives Behandlungsziel.“ Das Ziel wird ausdrücklich benannt.
  • „Das palliative Angebot umfasst auch Gespräche über die Bedürfnisse der Betroffenen.“ Versorgung wird nicht auf ein einzelnes Medikament reduziert.
  • „Palliativ bedeutet in diesem Text nicht, dass keine Behandlung mehr stattfindet.“ Die Zielsetzung und das Vorhandensein einer Behandlung sind verschiedene Fragen.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Unheilbar beschreibt die fehlende Möglichkeit einer Heilung. Palliativ bezeichnet dagegen eine Ausrichtung von Behandlung und Begleitung.

Kurativ bedeutet auf Heilung ausgerichtet. Der Unterschied betrifft das Ziel; er ist keine Rangordnung der Zuwendung.

Schreibweise und Grammatik

Das Adjektiv lautet palliativ, mit doppeltem l. Beispiele sind ein palliativer Ansatz und palliative Versorgung. Das zugehörige Fachgebiet heißt Palliativmedizin.

Steigerung

Als Bezeichnung der Zielsetzung wird palliativ gewöhnlich nicht gesteigert. Präziser als eine Steigerung ist die Erklärung, welche Beschwerden oder Bedürfnisse gemeint sind.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativpalliativerpalliativepalliativespalliative
Genitivpalliativenpalliativerpalliativenpalliativer
Dativpalliativempalliativerpalliativempalliativen
Akkusativpalliativenpalliativepalliativespalliative
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativpalliativepalliativepalliativepalliativen
Genitivpalliativenpalliativenpalliativenpalliativen
Dativpalliativenpalliativenpalliativenpalliativen
Akkusativpalliativenpalliativepalliativepalliativen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativpalliativerpalliativepalliativespalliativen
Genitivpalliativenpalliativenpalliativenpalliativen
Dativpalliativenpalliativenpalliativenpalliativen
Akkusativpalliativenpalliativepalliativespalliativen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einem erfundenen Redaktionsgespräch wird der Satz „Es wird nichts mehr getan“ anhand eines Berichts überprüft. Dort sind mehrere Maßnahmen zur Linderung und Begleitung genannt.

Der Bericht beschreibt eine palliative Versorgung. Ihr Ziel ist hier die Linderung belastender Beschwerden; die pauschale Aussage, es finde keine Behandlung statt, würde den Inhalt verfälschen.

Die Überarbeitung erklärt ein Versorgungsziel und vermeidet eine unbegründete Aussage über den weiteren Krankheitsverlauf.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.