performativ

Performativ bedeutet in der Sprachwissenschaft, dass mit einer Äußerung eine Handlung vollzogen wird.

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Was bedeutet performativ?

Eine Äußerung kann mehr tun, als etwas zu beschreiben. Wer in einer passenden Situation ausdrücklich etwas verspricht, vollzieht mit diesen Worten ein Versprechen. Performativ richtet den Blick auf diese Handlung durch Sprache. Der Satz ist dann nicht bloß ein Bericht über einen anderen Vorgang.

Dabei zählen Zusammenhang und Gebrauch. Die Formulierung Ich verspreche dir, das Buch zurückzubringen kann ein tatsächliches Versprechen sein. In einer Erzählung kann derselbe Satz dagegen als Zitat einer Figur erscheinen. Ein Schauspieler übernimmt durch das Sprechen seiner Rolle nicht automatisch jede Verpflichtung der dargestellten Figur.

Besonders deutlich wird die Unterscheidung bei institutionellen Handlungen. Eine Sitzung eröffnen oder ein Urteil verkünden kann nicht jede beliebige Person unter beliebigen Bedingungen. Die passende Rolle und Situation gehören zum Verständnis. Performativ bedeutet deshalb nicht, Worte machten unabhängig von allem anderen eine Behauptung wahr.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Formulierung Hiermit verspreche ich es kann performativ gebraucht werden.“ Mit der Äußerung wird ein Versprechen gegeben.
  • „Die Figur berichtet, sie habe gestern etwas versprochen; der Bericht ist kein neues Versprechen.“ Eine Handlung zu erwähnen ist nicht dasselbe, wie sie gerade zu vollziehen.
  • „Die Eröffnung der Sitzung ist in diesem Zusammenhang ein performativer Sprachgebrauch.“ Die Äußerung gehört zur Durchführung der Handlung.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Perlokutionär richtet den Blick auf die angestrebte oder hervorgerufene Wirkung beim Gegenüber, etwa Beruhigung. Ein Versprechen kann beruhigen, muss es aber nicht.

Eine Aussage kann eine Handlung beschreiben, ohne diese Handlung selbst auszuführen. Deshalb sollte in einer Analyse die konkrete Äußerungssituation genannt werden.

Schreibweise und Grammatik

Performativ wird mit einfachem r nach pe- und mit v am Wortende geschrieben: eine performative Äußerung, performativer Sprachgebrauch. Das zugehörige Nomen lautet Performativität.

Steigerung

Bei der Einordnung einer Äußerung als Handlung wird das Wort gewöhnlich nicht gesteigert. In breiteren wissenschaftlichen Beschreibungen kann der Grad einer performativen Gestaltung verglichen werden; dafür muss der Maßstab erklärt werden.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativperformativerperformativeperformativesperformative
Genitivperformativenperformativerperformativenperformativer
Dativperformativemperformativerperformativemperformativen
Akkusativperformativenperformativeperformativesperformative
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativperformativeperformativeperformativeperformativen
Genitivperformativenperformativenperformativenperformativen
Dativperformativenperformativenperformativenperformativen
Akkusativperformativenperformativeperformativeperformativen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativperformativerperformativeperformativesperformativen
Genitivperformativenperformativenperformativenperformativen
Dativperformativenperformativenperformativenperformativen
Akkusativperformativenperformativeperformativesperformativen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Szene sagt eine Figur zu ihrer Freundin: Ich verspreche dir, die geliehene Kamera morgen zurückzugeben. Die Freundin hört zu, bleibt aber skeptisch, weil frühere Absprachen nicht eingehalten wurden.

Die Figur gibt mit der Äußerung ein Versprechen. Das ist der performative Gesichtspunkt. Ob die Freundin dadurch Vertrauen gewinnt, ist eine andere Frage.

Die spätere Erfüllung ist vom Vollzug des Versprechens zu unterscheiden. Ein gegebenes Versprechen kann gebrochen werden; die Skepsis zeigt zudem, dass sprachliche Handlung und gewünschte Wirkung nicht zusammenfallen müssen.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.