putativ

Putativ bedeutet nur angenommen oder vermeintlich, ohne dass der entsprechende Sachverhalt tatsächlich feststeht oder vorliegt. Besonders bekannt ist der Ausdruck aus rechtlichen Zusammensetzungen.

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Was bedeutet putativ?

Bei einer putativen Lage wird zwischen der Vorstellung einer Person und den tatsächlichen Umständen unterschieden. So bezeichnet Putativnotwehr eine nur irrtümlich angenommene Notwehrlage.

Der Ausdruck bedeutet nicht automatisch absichtlich erfunden. Wer sich über einen Sachverhalt irrt, kann von seiner Vorstellung überzeugt sein. Ebenso darf putativ nicht pauschal mit einem Rechtsirrtum gleichgesetzt werden: Auch die tatsächlichen Umstände können falsch eingeschätzt werden.

Welche Folgen eine solche Fehlvorstellung hat, beantwortet das Wort allein nicht. Für das Textverständnis ist zunächst wichtig, sauber zu trennen, was tatsächlich geschieht und was die betreffende Person zu erkennen glaubt.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Fallbesprechung unterscheidet eine tatsächliche von einer putativen Notwehrlage.“ Die Unterscheidung betrifft Wirklichkeit und irrige Vorstellung.
  • „Die putative Gefahr bestand nur in der Annahme der handelnden Person.“ Eine subjektive Einschätzung wird vom tatsächlichen Zustand getrennt.
  • „Aus dem Wort putativ ergibt sich noch keine vollständige rechtliche Bewertung.“ Die Folgen müssen gesondert untersucht werden.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Vermeintlich ist im Alltag oft die verständlichere Entsprechung.

Hypothetisch bedeutet als Annahme für eine Überlegung angesetzt. Putativ kann dagegen eine von einer Person für wirklich gehaltene, aber irrige Vorstellung bezeichnen.

Schreibweise und Grammatik

Putativ wird mit einfachem t in beiden Silben geschrieben: eine putative Lage. In Zusammensetzungen steht es etwa in Putativnotwehr.

Steigerung

Die Art der Annahme wird nicht regulär gesteigert. Eine größere Unsicherheit oder ein stärkerer Irrtum wird genauer benannt.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativputativerputativeputativesputative
Genitivputativenputativerputativenputativer
Dativputativemputativerputativemputativen
Akkusativputativenputativeputativesputative
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativputativeputativeputativeputativen
Genitivputativenputativenputativenputativen
Dativputativenputativenputativenputativen
Akkusativputativenputativeputativeputativen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativputativerputativeputativesputativen
Genitivputativenputativenputativenputativen
Dativputativenputativenputativenputativen
Akkusativputativenputativeputativesputativen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Fallskizze deutet eine Figur eine harmlose Bewegung irrtümlich als unmittelbar bevorstehenden Angriff. Der Sachverhalt stellt ausdrücklich klar, dass tatsächlich kein solcher Angriff erfolgt.

Die Figur geht von einer putativen Angriffslage aus. Die Erklärung muss ihre Vorstellung von den wirklichen Umständen trennen.

Ob und wie ein anschließendes Verhalten rechtlich bewertet wird, folgt aus dieser Bezeichnung allein nicht. Dafür wären weitere Voraussetzungen zu prüfen.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.