reputierlich

Reputierlich bedeutet achtbar, ehrbar oder Anerkennung verdienend und wirkt heute gehoben und veraltend.

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Was bedeutet reputierlich?

Das Wort begegnet eher in älteren oder bewusst altertümlich formulierten Texten. Es lobt das Ansehen, die Ehrenhaftigkeit oder die gesellschaftliche Achtbarkeit einer Person oder Sache.

Bei historischen Texten ist zu beachten, nach welchen Maßstäben dieses Ansehen vergeben wird. Eine Figur kann innerhalb ihrer Gesellschaft reputierlich gelten, obwohl der Text ihre tatsächlichen Handlungen kritisch zeigt.

Für heutige sachliche Texte ist achtbar oder angesehen meist leichter verständlich. Wer reputierlich bewusst verwendet, erzeugt neben der Bedeutung eine besondere, etwas distanzierte oder altmodische Sprachwirkung.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Der Erzähler führt den Kaufmann als reputierlichen Bürger ein.“ Eine gehobene Bezeichnung vermittelt gesellschaftliche Achtbarkeit.
  • „Hinter der reputierlichen Fassade entdeckt die Figur widersprüchliches Verhalten.“ Öffentlicher Eindruck und tatsächliches Handeln werden getrennt.
  • „Die Überarbeitung ersetzt reputierlich durch achtbar.“ Die Aussage wird für heutige Leser leichter zugänglich.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Reputabel ist bedeutungsnah, hat aber eine andere Wortform und Flexion.

Angesehen beschreibt einen guten Ruf. Ob dieser Ruf durch das tatsächliche Verhalten gerechtfertigt ist, bleibt eine weitere Frage.

Schreibweise und Grammatik

Man schreibt reputierlich, mit ie: ein reputierlicher Mann, eine reputierliche Erscheinung. Die Form wird regelmäßig gebeugt.

Steigerung

Die Steigerung lautet reputierlich – reputierlicher – am reputierlichsten. Das seltene Register bleibt auch in den Vergleichsformen erhalten.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativreputierlicherreputierlichereputierlichesreputierliche
Genitivreputierlichenreputierlicherreputierlichenreputierlicher
Dativreputierlichemreputierlicherreputierlichemreputierlichen
Akkusativreputierlichenreputierlichereputierlichesreputierliche
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativreputierlichereputierlichereputierlichereputierlichen
Genitivreputierlichenreputierlichenreputierlichenreputierlichen
Dativreputierlichenreputierlichenreputierlichenreputierlichen
Akkusativreputierlichenreputierlichereputierlichereputierlichen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativreputierlicherreputierlichereputierlichesreputierlichen
Genitivreputierlichenreputierlichenreputierlichenreputierlichen
Dativreputierlichenreputierlichenreputierlichenreputierlichen
Akkusativreputierlichenreputierlichereputierlichesreputierlichen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung nennt der Erzähler eine Figur zunächst reputierlich. Später wird deutlich, dass die Umgebung nur ihren öffentlichen Auftritt kannte.

Reputierlich bezeichnet hier die zugeschriebene gesellschaftliche Achtbarkeit. Die späteren Ereignisse können dieses erste Bild verändern.

Die Analyse behandelt das einführende Lob als Perspektive des Textes und nicht als endgültigen Beweis des Charakters.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.