richterlich

Richterlich bedeutet das Richteramt betreffend oder von einer Richterin beziehungsweise einem Richter ausgehend.

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Was bedeutet richterlich?

Eine richterliche Entscheidung ist eine Entscheidung in richterlicher Funktion. Richterliche Tätigkeit umfasst die zum Amt gehörenden Aufgaben. Das Adjektiv benennt also vor allem Zuständigkeit und Rolle.

Nicht alles, was eine Richterin privat sagt, ist deshalb eine richterliche Äußerung. Der Bezug zur Amtsausübung muss im Zusammenhang erkennbar sein.

In übertragener Sprache kann ein richterlicher Blick streng prüfend oder urteilend wirken. Dann handelt es sich um einen Vergleich und nicht um die Behauptung, die betrachtende Person bekleide tatsächlich dieses Amt.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Der Bericht unterscheidet eine private Meinung von einer richterlichen Entscheidung.“ Die amtliche Funktion ist für die Wortwahl entscheidend.
  • „Die Szene beschreibt eine richterliche Befragung.“ Das Adjektiv ordnet die Befragung einer beruflichen Rolle zu.
  • „Mit richterlichem Ernst prüft die Romanfigur die Ausreden.“ Die Amtsbezeichnung wird bildhaft auf ein Auftreten übertragen.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Rechtlich bedeutet das Recht betreffend und ist weiter gefasst. Eine rechtliche Frage muss nicht bereits richterlich entschieden sein.

Rechtmäßig bewertet die Übereinstimmung mit geltendem Recht. Richterlich benennt die Herkunft oder Funktion einer Handlung und ist kein Ersatz für diese Bewertung.

Schreibweise und Grammatik

Die Schreibung lautet richterlich, klein als Adjektiv: eine richterliche Aufgabe. Das Nomen Richter wird dagegen großgeschrieben.

Steigerung

Beim wörtlichen Amtsbezug ist eine Steigerung normalerweise nicht sinnvoll. Übertragen sind richterlicher und am richterlichsten möglich, wenn ein zunehmend urteilendes Auftreten beschrieben wird.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativrichterlicherrichterlicherichterlichesrichterliche
Genitivrichterlichenrichterlicherrichterlichenrichterlicher
Dativrichterlichemrichterlicherrichterlichemrichterlichen
Akkusativrichterlichenrichterlicherichterlichesrichterliche
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativrichterlicherichterlicherichterlicherichterlichen
Genitivrichterlichenrichterlichenrichterlichenrichterlichen
Dativrichterlichenrichterlichenrichterlichenrichterlichen
Akkusativrichterlichenrichterlicherichterlicherichterlichen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativrichterlicherrichterlicherichterlichesrichterlichen
Genitivrichterlichenrichterlichenrichterlichenrichterlichen
Dativrichterlichenrichterlichenrichterlichenrichterlichen
Akkusativrichterlichenrichterlicherichterlichesrichterlichen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung hört eine Figur beide Seiten eines Streits an und fragt sehr förmlich nach. Die Erzählerin nennt ihre Haltung richterlich.

Hier bezeichnet richterlich ein Auftreten, das an eine urteilende Amtsperson erinnert. Die Figur erhält dadurch keine wirkliche Entscheidungsbefugnis.

Die Analyse sollte den bildhaften Vergleich kenntlich machen, statt daraus einen tatsächlichen Beruf abzuleiten.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.