schreibfaul
Schreibfaul bedeutet wenig Lust zum Schreiben habend oder schriftliche Mitteilungen ungern und selten verfassend.
Was bedeutet schreibfaul?
Schreibfaul beschreibt die Bereitschaft zu schreiben, besonders auch Briefe oder Nachrichten. Das Wort enthält eine Wertung: Jemand schiebt das Schreiben auf oder vermeidet es, obwohl es aus Sicht des Sprechers möglich wäre.
Die Bezeichnung ist keine Aussage über die Schreibfähigkeit. Ein schreibfauler Mensch kann gute Texte verfassen und sich trotzdem selten dazu aufraffen. Umgekehrt ist ein kurzer oder ausbleibender Text allein noch kein Beweis für fehlende Lust.
Zeitdruck, Unsicherheit, gesundheitliche Belastung oder eine andere bevorzugte Form der Verständigung können ebenso eine Rolle spielen. In einer Charakterisierung sollte deshalb das konkrete Verhalten beschrieben werden, bevor daraus eine Haltung zum Schreiben abgeleitet wird.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Er nennt sich schreibfaul und greift lieber zum Telefon.“ Die Selbstbeschreibung betrifft die bevorzugte Form der Mitteilung.
- „Die Figur ist bei privaten Briefen schreibfaul, verfasst beruflich aber ausführliche Berichte.“ Die Beobachtung wird auf einen bestimmten Bereich begrenzt.
- „Obwohl sie viele Ideen hat, schiebt sie den schriftlichen Entwurf immer wieder auf.“ Wenn der Zusammenhang fehlende Lust erkennen lässt, kann dieses Verhalten als schreibfaul beschrieben werden.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Schreibschwach würde Schwierigkeiten mit dem Schreiben bezeichnen. Schreibfaul bezieht sich dagegen auf die Bereitschaft und darf nicht als Diagnose einer Fähigkeit verwendet werden.
Wortkarg betrifft eine knappe Ausdrucksweise. Wer wenige Worte schreibt, kann sie sehr bewusst wählen. Schriftlich bezeichnet nur die Form der Kommunikation und enthält keine solche Bewertung.
Schreibweise und Grammatik
Schreibfaul wird zusammengeschrieben. Formen sind ein schreibfauler Freund, eine schreibfaule Figur und mit schreibfaulen Bekannten. Das Wort verbindet den Stamm von schreiben mit faul.
Steigerung
Die Steigerung lautet schreibfaul – schreibfauler – am schreibfaulsten. Der Vergleich sollte sich auf beobachtetes Verhalten im selben Bereich beziehen und nicht bloß auf die Länge einzelner Texte.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | schreibfauler | schreibfaule | schreibfaules | schreibfaule |
| Genitiv | schreibfaulen | schreibfauler | schreibfaulen | schreibfauler |
| Dativ | schreibfaulem | schreibfauler | schreibfaulem | schreibfaulen |
| Akkusativ | schreibfaulen | schreibfaule | schreibfaules | schreibfaule |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | schreibfaule | schreibfaule | schreibfaule | schreibfaulen |
| Genitiv | schreibfaulen | schreibfaulen | schreibfaulen | schreibfaulen |
| Dativ | schreibfaulen | schreibfaulen | schreibfaulen | schreibfaulen |
| Akkusativ | schreibfaulen | schreibfaule | schreibfaule | schreibfaulen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | schreibfauler | schreibfaule | schreibfaules | schreibfaulen |
| Genitiv | schreibfaulen | schreibfaulen | schreibfaulen | schreibfaulen |
| Dativ | schreibfaulen | schreibfaulen | schreibfaulen | schreibfaulen |
| Akkusativ | schreibfaulen | schreibfaule | schreibfaules | schreibfaulen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Erzählung beantwortet eine Figur Briefe wiederholt erst nach Wochen. Sie sagt ausdrücklich, sie telefoniere lieber, weil sie ungern lange Nachrichten tippe. Bei einer wichtigen Gelegenheit schreibt sie dennoch einen sorgfältigen Brief.
Im privaten Austausch wirkt sie schreibfaul, weil sie das Schreiben erkennbar ungern übernimmt. Der sorgfältige Brief zeigt zugleich, dass ihr die Fähigkeit dazu nicht fehlt.
Die Deutung wird durch Verhalten und eigene Äußerung gestützt. Sie begrenzt sich auf den dargestellten Kommunikationsbereich und verwechselt Unlust nicht mit Unfähigkeit.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
