skabrös

Skabrös bedeutet veraltet oder gehoben heikel, schlüpfrig beziehungsweise anstößig.

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Was bedeutet skabrös?

Das seltene Wort beschreibt einen Gegenstand oder eine Äußerung, die als schwierig offen anzusprechen oder als anstößig empfunden wird. Häufig geht es um körperliche oder sexuelle Anspielungen. Welche Grenze dabei berührt wird, hängt vom jeweiligen sozialen Zusammenhang ab.

Skabrös bedeutet deshalb nicht einfach falsch. Eine wahre Geschichte kann als skabrös empfunden werden, weil sie intime Einzelheiten enthält. Umgekehrt kann eine erfundene Bemerkung harmlos bleiben. Wahrheitsgehalt und wahrgenommener Anstand sind verschiedene Fragen.

In älteren Texten macht das Wort häufig die Wertmaßstäbe einer sprechenden Person sichtbar. Eine Analyse sollte erklären, worauf sich die Wertung bezieht, statt die damalige Grenze des Sagbaren als selbstverständlich für alle Zeiten zu übernehmen.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Erzählerin umgeht eine skabröse Einzelheit.“ Sie hält sie im gegebenen Zusammenhang für heikel oder anstößig.
  • „Der Kommentar nennt die Anspielung skabrös.“ Das Urteil betrifft ihren wahrgenommenen schlüpfrigen Charakter.
  • „Die Untersuchung erklärt den skabrösen Ton des Dialogs.“ Die Beschreibung untersucht eine sprachliche Wirkung.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Heikel ist weiter gefasst und kann auch ein sachlich oder politisch empfindliches Thema bezeichnen.

Schlüpfrig liegt besonders bei anzüglichen Bemerkungen nahe. Skabrös wirkt im heutigen Gebrauch deutlich seltener und gehobener.

Schreibweise und Grammatik

Man schreibt skabrös, mit sk am Anfang und ö: ein skabröser Witz, eine skabröse Geschichte und mit skabrösen Anspielungen. Die Betonung liegt auf der letzten Silbe.

Steigerung

Die Steigerung lautet skabröser und am skabrösesten. Verglichen wird die wahrgenommene Anstößigkeit, nicht die Wahrheit einer Aussage.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativskabröserskabröseskabrösesskabröse
Genitivskabrösenskabröserskabrösenskabröser
Dativskabrösemskabröserskabrösemskabrösen
Akkusativskabrösenskabröseskabrösesskabröse
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativskabröseskabröseskabröseskabrösen
Genitivskabrösenskabrösenskabrösenskabrösen
Dativskabrösenskabrösenskabrösenskabrösen
Akkusativskabrösenskabröseskabröseskabrösen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativskabröserskabröseskabrösesskabrösen
Genitivskabrösenskabrösenskabrösenskabrösen
Dativskabrösenskabrösenskabrösenskabrösen
Akkusativskabrösenskabröseskabrösesskabrösen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Gesellschaftsszene bricht eine Erzählerin eine Geschichte ab, weil ihr Ende skabrös sei. Die übrigen Figuren reagieren unterschiedlich. Eine Analyse beschreibt daher zunächst die Wertung der Erzählerin und anschließend die abweichenden Reaktionen.

Skabrös kennzeichnet eine im Kontext empfundene Grenze des Erzählbaren. Die unterschiedliche Reaktion zeigt, dass diese Grenze nicht von allen gleich gezogen wird.

Ohne den ausgelassenen Inhalt lässt sich nicht genauer bestimmen, was daran anstößig sein soll. Die Analyse sollte keine pikanten Einzelheiten hinzuerfinden.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.