sodomitisch

Sodomitisch bedeutet auf Sodomie bezogen; besonders in historischen Texten bezeichnet es Sexualhandlungen, die nach damaligen Normen verurteilt wurden.

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Was bedeutet sodomitisch?

Der Ausdruck ist stark vom historischen und sprachlichen Zusammenhang abhängig. Ältere religiöse und rechtliche Texte fassten unter Sodomie unterschiedliche Handlungen zusammen, die sie als unzulässig bewerteten. Eine heutige Erklärung muss diese damalige Wertung beschreiben, ohne sie als eigene Bewertung zu übernehmen.

Im heutigen Deutschen bezieht sich Sodomie häufig auf sexuelle Handlungen mit Tieren. Diese engere Verwendung darf nicht pauschal in jeden älteren Text hineingelesen werden. Dort konnte das Wort beispielsweise auch gegen gleichgeschlechtliche Handlungen zwischen Menschen gerichtet sein.

Für eine sachliche Analyse sind Zeitraum, Textsorte und konkrete Handlung entscheidend. Sodomitisch ist keine neutrale moderne Bezeichnung für eine sexuelle Orientierung. Wer eine historische Beschuldigung erklärt, sollte außerdem kenntlich machen, dass eine Behauptung im Text noch keinen tatsächlichen Vorgang beweist.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Untersuchung erklärt, was der historische Text als sodomitisch bezeichnet.“ Die damalige Begriffsverwendung wird erläutert und nicht einfach übernommen.
  • „Eine ältere sodomitische Beschuldigung muss im jeweiligen Zusammenhang gelesen werden.“ Weder Bedeutung noch Wahrheitsgehalt ergeben sich allein aus dem Etikett.
  • „Die Übersetzung vermeidet eine automatische Gleichsetzung von sodomitisch und homosexuell.“ Historische Bewertung und heutige Bezeichnung werden getrennt.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Schwul kann eine heutige Selbstbezeichnung für die Orientierung eines Mannes sein. Sodomitisch ist damit weder bedeutungsgleich noch als sachlicher Ersatz geeignet.

Sexuell ist eine breite, grundsätzlich neutrale Beziehungsangabe. Sodomitisch trägt demgegenüber einen viel engeren, historisch belasteten Bezug.

Schreibweise und Grammatik

Man schreibt sodomitisch, mit einem t: ein sodomitischer Vorwurf, eine sodomitische Beschuldigung und mit sodomitischen Zuschreibungen. Das Substantiv lautet Sodomie.

Steigerung

Als historische Zuordnung wird sodomitisch normalerweise nicht gesteigert. Eine vermeintliche Abstufung würde zudem eine Wertung fortführen, statt die damalige Kategorie sachlich zu erklären.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativsodomitischersodomitischesodomitischessodomitische
Genitivsodomitischensodomitischersodomitischensodomitischer
Dativsodomitischemsodomitischersodomitischemsodomitischen
Akkusativsodomitischensodomitischesodomitischessodomitische
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativsodomitischesodomitischesodomitischesodomitischen
Genitivsodomitischensodomitischensodomitischensodomitischen
Dativsodomitischensodomitischensodomitischensodomitischen
Akkusativsodomitischensodomitischesodomitischesodomitischen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativsodomitischersodomitischesodomitischessodomitischen
Genitivsodomitischensodomitischensodomitischensodomitischen
Dativsodomitischensodomitischensodomitischensodomitischen
Akkusativsodomitischensodomitischesodomitischessodomitischen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Quellenanalyse beschreibt eine Schülerin einen alten Vorwurf zunächst mit einer modernen eng gefassten Bedeutung. Die Überarbeitung nennt stattdessen die im Dokument angesprochene Handlung und kennzeichnet die Bezeichnung als damalige Verurteilung.

Der Text ordnet eine Handlung einer historisch wertenden Kategorie zu. Diese Kategorie muss erklärt werden und darf nicht unbemerkt zur heutigen Sprache der Analyse werden.

Die Erklärung sagt weder, dass jede alte Verwendung dasselbe meinte, noch, dass eine überlieferte Beschuldigung zutraf. Beides benötigt eigenständige Belege.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.