spätmittelhochdeutsch

Spätmittelhochdeutsch bedeutet die späte Phase des Mittelhochdeutschen betreffend oder in dieser Sprachform überliefert.

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Was bedeutet spätmittelhochdeutsch?

Der Ausdruck gehört zur historischen Sprachwissenschaft. Er kann Wörter, Schreibungen, Texte oder grammatische Erscheinungen zeitlich innerhalb der Entwicklung des Deutschen einordnen. Er bezeichnet keine heutige Umgangssprache, die besonders altertümlich klingt.

Die Abgrenzung sprachgeschichtlicher Phasen hängt von der untersuchten Region, dem Material und der verwendeten Periodisierung ab. Der Übergang zum Frühneuhochdeutschen war kein gemeinsamer Stichtag für sämtliche Sprecher und Texte. Eine genaue Darstellung nennt deshalb auch den jeweiligen Beleg und seine Datierung.

Bei einer spätmittelhochdeutschen Handschrift sind außerdem die Entstehung des Werkes und die Herstellung des erhaltenen Exemplars zu unterscheiden. Eine spätere Abschrift kann einen älteren Text überliefern und dabei sprachliche Veränderungen enthalten.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Untersuchung vergleicht spätmittelhochdeutsche Schreibungen.“ Mehrere historische Formen werden innerhalb eines eingegrenzten Zeitraums betrachtet.
  • „Das Wörterbuch führt einen spätmittelhochdeutschen Beleg an.“ Eine historische Verwendung wird nachgewiesen.
  • „Die Gruppe datiert die spätmittelhochdeutsche Abschrift getrennt vom Werk.“ Textentstehung und erhaltene Überlieferung werden auseinandergehalten.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Mittelhochdeutsch ist der weitere sprachgeschichtliche Begriff. Spätmittelhochdeutsch grenzt innerhalb dieses Bereichs zeitlich ein.

Spätmittelalterlich bezeichnet einen allgemeinen historischen Zeitraum. Nicht jeder spätmittelalterliche Text ist deshalb deutsch oder spätmittelhochdeutsch.

Schreibweise und Grammatik

Spätmittelhochdeutsch wird in einem Wort geschrieben: ein spätmittelhochdeutscher Beleg, eine spätmittelhochdeutsche Form und mit spätmittelhochdeutschen Texten. Als Sprachname steht es groß: das Spätmittelhochdeutsche.

Steigerung

Die Sprachphasenzuordnung wird gewöhnlich nicht gesteigert. Für genauere Datierungen verwendet man Jahresangaben oder erläuterte zeitliche Beziehungen.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativspätmittelhochdeutscherspätmittelhochdeutschespätmittelhochdeutschesspätmittelhochdeutsche
Genitivspätmittelhochdeutschenspätmittelhochdeutscherspätmittelhochdeutschenspätmittelhochdeutscher
Dativspätmittelhochdeutschemspätmittelhochdeutscherspätmittelhochdeutschemspätmittelhochdeutschen
Akkusativspätmittelhochdeutschenspätmittelhochdeutschespätmittelhochdeutschesspätmittelhochdeutsche
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativspätmittelhochdeutschespätmittelhochdeutschespätmittelhochdeutschespätmittelhochdeutschen
Genitivspätmittelhochdeutschenspätmittelhochdeutschenspätmittelhochdeutschenspätmittelhochdeutschen
Dativspätmittelhochdeutschenspätmittelhochdeutschenspätmittelhochdeutschenspätmittelhochdeutschen
Akkusativspätmittelhochdeutschenspätmittelhochdeutschespätmittelhochdeutschespätmittelhochdeutschen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativspätmittelhochdeutscherspätmittelhochdeutschespätmittelhochdeutschesspätmittelhochdeutschen
Genitivspätmittelhochdeutschenspätmittelhochdeutschenspätmittelhochdeutschenspätmittelhochdeutschen
Dativspätmittelhochdeutschenspätmittelhochdeutschenspätmittelhochdeutschenspätmittelhochdeutschen
Akkusativspätmittelhochdeutschenspätmittelhochdeutschespätmittelhochdeutschesspätmittelhochdeutschen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Seminaraufgabe werden ein Werk und seine spätere Abschrift untersucht. Ein Student überträgt das Datum der Handschrift sofort auf die erste Entstehung des Werkes. Die Gruppe hält anschließend beide Angaben getrennt fest.

Spätmittelhochdeutsch beschreibt hier die sprachliche Überlieferung des untersuchten Exemplars. Die erste Werkfassung kann aus einem anderen Zeitpunkt stammen.

Die Unterscheidung verhindert eine voreilige Datierung. Welche konkrete Phase vorliegt, muss anhand des jeweiligen Textes und der fachlichen Einordnung geprüft werden.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.